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Werkeln wie die Slawen in Groß Raden

Groß Raden Werkeln wie die Slawen in Groß Raden

Im Freilichtmuseum am Sternberger See töpfern, prägen und sägen Kinder wie im Mittelalter / Morgen gibt es eine Museumsnacht mit Feuershow

Groß Raden. Gleichmäßig rollt Sarah einen kleinen Klumpen Ton zu einer etwa 20 Zentimeter langen Schlange zwischen ihren Händen. „Das wird der Rand meiner Schale“, erklärt die Siebenjährige aus Warnow (Landkreis Rostock).

 

OZ-Bild

Beim Töpfern beweist die siebenjährige Sarah Fingerfertigkeit.

Quelle:

Sie töpfert nicht zum ersten Mal. Gekonnt verklebt sie den Boden ihres Gefäßes und die Ton-Schlange mit Hilfe von Wasser und knetet die Übergänge fest. „Mir macht das Spaß, aber es fühlt sich schon etwas eklig an“, sagt Sarah, die mit 20 anderen Kindern das Ferienangebot im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden, etwa 25 Kilometer nordöstlich von Schwerin, nutzt.

Einbaum fahren, Stockkuchen backen, Seile drehen und Specksteine verarbeiten – noch bis zum 31. August sammeln Geschicht- Fans täglich im Ferienprogramm des Museums von 11.00 bis 16.00 Uhr Eindrücke rund um das Leben der Slawen in Mecklenburg.

  „Der kreisrunde Burgwall mit einem Durchmesser von 50 Metern, der über dem Dorf mit Flechtwand- und Blockhütten ragt, galt vor mehr als 1000 Jahren als Heiligtum des slawischen Stammes der Warnower“, weiß Museumspädagogin Carina Sabban.

  Reste der Siedlung wurden in den 1970er Jahren ausgegraben und in Originalgröße nachkonstruiert. In der Fundgrube mittelalterlichen Lebens wurde neben Wohnhütten auch ein Tempel sowie Zehntausende Gefäße, Tierknochen und Eisenwerkzeuge gefunden.

  „Es ist wichtig, die Geschichte der Region zu kennen“, erklärt die frühere Geschichtslehrerin, die seit acht Jahren Gäste durch das Freigelände führt. „Die Slawen mit ihrer Kultur sind wichtig, weil sie hier am Sternberger See im 9. und 10. Jahrhundert gesiedelt haben.“

  Wie einst in dieser Zeit, schlagen auch heute Gast-Wikinger im Slawendorf ihr Lager auf. Damals führten die nordischen Stämme Handelsbeziehungen mit den Slawen. Heute stellen die Darsteller mit den Besuchern Lederarmbänder, Töpfe und Schalen her. Einer von ihnen ist Furio Biondo, der seit etwa zehn Jahren als Wikinger unterwegs ist.

  „Ich genieße hier die Ruhe und die Landschaft“, sagt der Berliner mit italienischen Wurzeln. „Außerdem kann ich hier einer Arbeit nachgehen, die ich in meiner Werkstatt nicht machen kann“, ergänzt der Schuhmachermeister. Schwertscheiden und Taschen produziert Biondo im Slawendorf.

  Bei ihm prägen die Besucher Lederarmbänder mit ihren Namen in Runenschrift. Hanna Strack sucht aus dem Runenalphabet schnell die richtigen Buchstaben heraus. Unter Anleitung von Biondo schlägt die 15-Jährige aus Sildemow bei Rostock mit kräftigen Hammerschlägen das sogenannte Punziereisen ins Leder – zurück bleibt der Abdruck des Buchstaben.

  „Ich finde es schick“, sagt die Schülerin, die mit ihren zwei Schwestern und ihren Großeltern im Freigelände des Museums unterwegs ist. Opa Hans-Peter Strack ist unterdessen mit Enkelin Luica beim Einbaumfahren.

  In einem anderen Licht erstrahlt der altslawische Tempelort morgen zur nächtlichen Stunde bei einer Feuershow und einem Feuerwerk. Passend zum Motto „Burgwall in Flammen“ bietet das Freilichtmuseum ab 18 Uhr zur Museumsnacht neben drei zusätzlichen Führungen seinen Besuchern auch mittelalterliche Melodien, Trinklieder und Balladen von der Band „Fortuna Musica“.

Museumsnacht mit mittelalterlicher Live-Musik

Adresse

Archäologisches Freilichtmuseum

Kastanienallee 49

19406 Groß Raden

Kontakt

☎ 03847 / 2252

Öffnungszeiten

10.00 bis 17.30 Uhr

Einlass Museumsnacht bis 20.30 Uhr

Eintritt / Eintritt Museumsnacht

Erwachsene 3,50 Euro / 7 Euro

Kinder 2 Euro / 4 Euro

Programm Museumsnacht

18.00, 18.30 und 19.00 Uhr

Führungen durch das Freigelände

ab 20.00 Uhr Musik und Feuershow

• Internet:

www.freilichtmuseum-gross-raden.de

Ann-Christin Schneider

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