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Zu Besuch bei Seehund „Bolle“ & Co.

Boltenhagen Zu Besuch bei Seehund „Bolle“ & Co.

Die „Seebär“ bringt Gäste zur Sandbank Lieps vor Boltenhagen / Bis zu 22 Robben tummeln sich dort

Boltenhagen. Gespannt steht Dean an der Reling der „Seebär“. Der Vierjährige schaut mit seinem Fernglas auf die Ostsee. Sein Blick wandert von links nach rechts über die Wohlenberger Wiek. „Ich suche Seehunde“, sagt der Junge aus Bobitz bei Wismar.

Mit seinen Großeltern Petra und Harry Jantzen ist Dean auf einer Bootsfahrt zu den Seehundbänken vor Boltenhagen. Zwei- bis dreimal täglich startet die „Seebär“ von der Weißen Wieck des Ostseebades aus. Mit etwas Glück können die Passagiere Seehunde oder die noch größeren Kegelrobben sehen.

„Wir haben schon bis zu 22 Robben auf der Sandbank Lieps zwischen Tarnewitz und der Insel Poel beobachtet“, erklärt der Kapitän des Motorschiffes, Marco Weiße. Seit vier Jahren nimmt der erfahrene Seemann Passagiere mit auf die einstündigen Törns.

Heute sind die äußeren Bedingungen gut. Es herrscht Windestärke zwei bis drei. „Die Wellen sind fast so flach wie auf einem Teich. Da lassen sich die Tiere gut erkennen“, sagt der 44-Jährige.

Das 1946 erbaute, 17 Meter lange Boot tuckert mit fünf Knoten, das entspricht etwa zehn km/h, vorbei an der Halbinsel Tarnewitz. Diese wurde zu DDR-Zeiten militärisch genutzt. „Nach der Wende wurde es aös Naturschutzgebiet ausgewiesen“, erzählt Weiße, der dann mit interessanten Fakten zu den Seehunden aufwartet.

Die Raubtiere werden bis zu 1,80 Meter lang und 130 Kilogramm schwer. „Unter Wasser sind sie bis zu 60 km/h schnell“, erklärt der Boltenhäger. So sei es für die Robben kein Problem, in einem Umkreis von bis zu 120 Kilometern nach Fischen zu jagen.

Vorbei an Steilküste und einem Wrack nähern sich die „Seebär“der Sandbank. Viele der 30 Passafiere haben entweder ihre Ferngläser oder ihre Kameras griffbereit. Auch Dean hält ausdauernd Ausschau nach den Tieren. „Ich möchte Bolle sehen“, sagt der Junge.

Kurz zuvor hatte Kapitän Weiße von dem Tier mit einem markanten schwarzen Fleck auf dem Kopf erzählt. Seit Jahren beobachtet der Seemann die Robbe und hat sie Bolle getauft. Auch ein weißer Seehund ist ihm mehrfach aufgefallen.

Die Freundinnen Manuela Hellerich, Gerlinde Fischer und Regina Grandtke aus der Nähe von Stuttgart genießen die Ruhe auf dem Schiff. „Wir sind nicht ausschließlich wegen der Seehunde mitgefahren“, sagt Manuela Hellerich. „Wir wollten raus auf die Ostsee. Wenn wir dabei eines der Tiere sehen, wäre das ein tolle Bereicherung unseres Ausfluges.“

Ob und wie viele Seehunde sich auf der Sandbank tummeln, kann Weiße nicht vorhersehen. „Wir sind in der Natur. Anbinden können wir die Tiere nicht“, sagt er. Häufig sind zwei bis drei Robben in der Nähe der Sandbank. Aber es gibt auch Tage, da sitzen hier nur Möwen und Kormorane.

Der Chef steuert das Schiff bis auf 300 Meter an die Sandbank heran. Dann drosselt er den Motor. Das Tuckern wird leiser. Doch alles, was die Passagiere auf der etwa 1,3 Kilometer langen Erhöhung entdecken, sind Komorane.

„Das ist Pech“, resümiert der Kapitän. „Es kann sein, dass die Makrelen die Bucht verlasssen haben und die Robben ihrer Leibspeise gefolgt sind“, erläutert Weiße.

Dean ist trotzdem nicht enttäuscht. „Ich habe ja schon mal welche im Zoo gesehen“, sagt der Junge, der auch andere Wassertiere, wie Delfine und Orcas, mag. „Boot fahren finde ich immer toll.“

Ann-Christin Schneider

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