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Transfergesellschaft: Ab heute müssen sich alle arbeitslos melden

Stralsund Transfergesellschaft: Ab heute müssen sich alle arbeitslos melden

Am 31. Oktober läuft die Übergangslösung für die Werftarbeiter aus.

Stralsund. So wie alle Einheimischen hofft auch der Geschäftsführer der Stralsunder Arbeitsagentur, Dr. Jürgen Radloff, auf einen neuen Investor für die Volkswerft und ein Weiterleben des Schiffbaus in unserer Stadt. Unabhängig von den Bemühungen des Insolvenzverwalters, der vor einigen Tagen betonte, dass es hoffnungsvolle Gespräche mit Interessenten gibt, bleibt die Tatsache: Die Transfergesellschaft als Übergangslösung für die Werftarbeiter läuft am 31. Oktober aus. „Es gibt keine Möglichkeit einer Verlängerung“, sagte Radloff gestern bei der Vorstellung der aktuellen Arbeitsmarktzahlen.

Im Klartext bedeutet das für rund 600 ehemalige Werftarbeiter, dass sie sich ab heute arbeitslos melden müssen, also drei Monate vorher — wie vorgeschrieben. Auch bei den rund 445 Beschäftigten der Stralsunder Schiffbaugesellschaft, die gegründet wurde, um alte Aufträge abzuarbeiten, ist die Zukunft ungewiss. Wie Radloff erklärte, habe man sich auf den erhöhten Ansturm vorbereitet, unter anderem mit Sonderöffnungszeiten in der Eingangszone. „Und dann werden wir natürlich entsprechend unserem Auftrag mit Vermittlungsbemühungen beginnen.“

Bei aller Hoffnung auf Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann — das sind keine rosigen Aussichten derzeit. Und auch ein Blick aus der Stralsund-Brille auf die Arbeitslosenzahlen in Vorpommern-Rügen bietet nicht gerade Anlass zum Schulterklopfen. Während der Landkreis mit 10,8 Prozent Jobsuchenden — das sind 12 640 Männer und Frauen — den niedrigsten Wert überhaupt seit der Wiedervereinigung registriert, dümpelt Stralsund bei 14,2 Prozent herum, mehr als alle anderen Regionen im weiten Umfeld.

Im Juli gab es einen Anstieg der Arbeitslosenzahl am Sund um 25 auf 3994. Dafür profitieren besonders die Geschäftsstellen Ribnitz mit Fischland-Darß-Zingst (8,7 Prozent) und die Insel Rügen (8,9) von dem Super-Sommerwetter und dem Urlauberansturm. „Die Tourismushochburgen scheinen den Rückstand aus dem verregneten Frühjahr jetzt aufzuholen“, vermutet Radloff. Hotels und Gaststätten, aber auch der Handel sorgten mit Einstellungen für das gute Ergebnis. Auch die Bauwirtschaft habe Anteil am Rückgang der Arbeitslosigkeit im Landkreis.

Die Gesamtbilanz sieht auch so freundlich aus, weil es eine kräftige Entlastung durch arbeitsmarktpolitische Instrumente gibt. Dazu gehören unter anderem 983 Personen, die eine berufliche Weiterbildung absolvieren, und 1587 Frauen und Männer in Ein-Euro-Jobs. Das sind sogar noch einmal 291 mehr als im Juni. Würden alle diese Maßnahmen wegfallen, läge die Arbeitslosigkeit bei 14,6 Prozent.

 

Andreas Lindenberg

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