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Bad Doberan 220 Jahre Seebad: Dem edlen Ort die Unnahbarkeit nehmen
Mecklenburg Bad Doberan 220 Jahre Seebad: Dem edlen Ort die Unnahbarkeit nehmen
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00:00 16.04.2013
Tassen, Teller, Vasen aus Porzellan und mit Wappen von Heiligendamm. Souvenirs aus allen Epochen sind im Museum zu sehen. Quelle: Renate Peter
Bad Doberan

Mit einer Festwoche vom 9. bis zum 16. Juni wird die Stadt Bad Doberan gleich drei historische Ereignisse würdigen: die Gründung des ersten deutschen Seebades vor 220 Jahren in Heiligendamm, die Einweihung des Weißen Pavillons vor 200 Jahren auf dem Kamp in Bad Doberan und die Eröffnung des Grand Hotels in Heiligendamm vor zehn Jahren. „Und wir eröffnen den Reigen“, sagte Silvana Rieck, Leiterin des Stadt- und Bädermuseums. Dort wurde am Wochenende eine Sonderausstellung „Grüße aus Heiligendamm“ eröffnet, die ab heute bis zum 14. Juli zu sehen ist — mit Souvenirs aus verschiedenen Epochen der Weißen Stadt am Meer.

Wenn in der oberen Etage des Museums das Seebad Heiligendamm umfassend dargestellt werde, so zeige doch diese Ausstellung nicht das Gleiche, betonte Silvana Rieck. Ein Sammler, der nicht genannt werden möchte, hatte dem Museum angeboten, Heiligendammer Souvenirs auszuleihen. Dinge aus der eigenen Museumsausstellung und Aktuelles, das die Entwicklungs Compagnie Heiligendamm beisteuerte, vervollständigen die Präsentation ebenso wie die bildliche Darstellung der Entwicklung des Seebades.

In den Glasvitrinen sind verschiedene Gläser und Teller aus den 1990er-Jahren zu sehen. Interessant eine Menükarte für das Mittagessen der Bundeskanzlerin am 8. Juni 2007 anlässlich des G

8-Gipfeltreffens. Von dem Treffen der mächtigsten acht Staatsmänner sind auch Schreibblöcke, Werbemittel und sogar eine Krawatte ausgestellt. Porzellan-Dosen und Aschenbecher, gläserne Eierbecher und ein Mini-Strandkorb sind ebenso zu sehen wie Geschirr mit der Darstellung des verzierten Stadtwappens von Bad Doberan und Heiligendamm aus den 1930er-Jahren. Ein kleines Büchlein von Samuel Gottlieb Vogel „Über den Nutzen und Gebrauch der Seebäder“ von 1794 ist ausgelegt. Zwei Andenkengläser mit Kaltmalerei aus der Zeit um 1900 lenkt ebenso die Blicke auf sich wie Bädergläser mit geschliffenen Darstellungen um 1890. Fotos zeigen den Schießplatz in den 1920er-Jahren und den Besuch des Reichspräsidenten Hindenburg 1927.

Vor allem die vielen kleinen Dinge aus Porzellan ließen die Besucher der Ausstellungseröffnung schmunzeln. „Was ist Kitsch?“ So fragte Heiligendamm-Kenner Prof. Dr. Joachim Skerl in seinen einführenden Worten. „Wenn es eine Funktion zu erfüllen scheint, die dem Produkt nicht angemessen ist.“ Er habe erst gar nicht in die Ausstellung einführen wollen, sagte Prof. Skerl schmunzelnd. Doch jetzt betont er: „Es ist eine hochinteressante und höchst überraschende Ausstellung.“ Die „Grüße aus Heiligendamm“ würden dem Ort völlig das Edle nehmen, ihn zu einem beliebigen Ort machen. Mit den „Grüßen“ verliere Heiligendamm seine Unnahbarkeit. Die Präsentation stelle mehr Fragen, als sie Antworten gebe. Die Baugeschichte der mondänen Bäderarchitektur — auf Tafeln zu sehen — stehe in keinem Zusammenhang mit den Souvenirs. All die Gegenstände wie Tassen, Teller oder Gläser, würden erst durch das Abziehbild oder die Bemalung zu Souvenirs werden. Diese sind je nach der Epoche unterschiedlich bearbeitet und gestaltet.

Davon konnten sich zur Eröffnung bereits 67 Besucher überzeugen. „Das Interesse der Doberaner ist sehr groß“, freut sich Museumsleiterin Silvana Rieck. „Die Grüße aus Heiligendamm bringen uns in die Realität zurück“, betont Prof. Dr. Joachim Skerl.

Bis Juli zu sehen

220 Jahre alt wird Heiligendamm in diesem Jahr. Anlass für eine Sonderausstellung im Stadt- und Bädermuseum.

67Besucher kamen bereits zur Eröffnung der Sonderausstellung „Grüße aus Heiligendamm“.

Geöffnet ist die Präsentation ab heute bis zum 14. Juli im Stadt- und Bädermuseum. Dienstags bis freitags 10 bis 12 und 13 bis 16 Uhr, sonnabends 12 bis 16 Uhr. Ab 15. Mai ist bis 17 Uhr geöffnet.

Renate Peter

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