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25 Prozent weniger Flüge: Airport gehen die Passagiere aus

Rostock/Laage 25 Prozent weniger Flüge: Airport gehen die Passagiere aus

Durch den Wegfall zweier Airlines müssen in Laage zehn Flüge pro Woche gestrichen werden. Eine positive Wende soll die Zusammenarbeit mit Rostock-Airways bringen.

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Leere Flughafen-Halle: Auszubildende Franzisca Boes (20) nimmt seit dem Wegfall zweier Airlines weniger Passagiere in Empfang.

Quelle: Mathias Otto

Rostock. Schwere Zeiten für den Flughafen Rostock-Laage: Die Zahl der Passagiere liegt zurzeit zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Anzahl der Flüge musste durch den Wegfall von zwei Airlines sogar um 25 Prozent zusammengestrichen werden. Eine positive Wende soll jetzt die Kooperation mit der Fluggesellschaft Rostock-Airways bringen. Aus der Landes-CDU kommen indes Forderungen, die die regionale Wirtschaft solle sich stärker als bisher für den Flughafen engagieren.

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Leere Flughafen-Halle: Auszubildende Franzisca Boes (20) nimmt seit dem Wegfall zweier Airlines weniger Passagiere in Empfang.

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„Rund 700 Passagiere gehen uns jede Woche verloren“, sagt Flughafen-Geschäftsführer Carsten Herget (42). Grund dafür sei die Insolvenz von zwei Charterfluggesellschaften in den letzten Monaten. Diese wollten mit zehn Flügen pro Woche Urlauber von Rostock in die Türkei oder nach Spanien bringen. Aufs Jahr gerechnet würden durch die Insolvenzen 25 Prozent aller Flüge ausfallen, so Herget.

Fluggäste, für die es keinen Platz in den Ersatz-Maschinen gebe, müssten auf Flughäfen wie Hamburg oder Berlin ausweichen. Von Januar bis Juni checkten nur 90 000 Fluggäste in Rostock-Laage ein oder aus. 2012 waren es insgesamt 204 000. Obwohl in den Sommermonaten fast alle Urlaubsflüge ausgebucht sind, wird diese Zahl in diesem Jahr nicht annähernd erreicht.

Ein weiterer Rückschlag für Herget: Helvetic Airways wollte bis Ende Oktober Flieger in Richtung Schweiz schicken. Da die Route nicht den erwünschten Erfolg brachte, werde die Gesellschaft ihre Flüge schon Mitte September beenden. „Aus wirtschaftlicher Sicht ist es bisher kein schönes Jahr für den Flughafen“, gibt der Flughafen-Chef zu.

Ein Lichtblick könnte die Zusammenarbeit mit Rostock-Airways werden. Die Fluggesellschaft soll ab September regelmäßige Linienflüge nach Frankfurt am Main, München und Kopenhagen anbieten. Laut Herget laufen letzte Verhandlungen. Steigende Passagierzahlen verspricht er sich auch von neuen Routen: Flüge in die Türkei, nach Griechenland und Ägypten seien geplant. Jedoch: „Um schwarze Zahlen zu schreiben, benötigen wir 600 000 bis 700 000 Fluggäste pro Jahr“, sagt Herget. Realistisch betrachtet, sei dies frühestens in acht Jahren möglich. Bis dahin baut der Flughafen-Chef auf weitere finanzielle Hilfe. Der Zuschussbedarf lag zuletzt bei jährlich etwa 2,3 Millionen Euro, den vor allem Stadt und Landkreis Rostock sowie Laage als Gesellschafter aufbringen müssen.

Gut angelegtes Geld, sagt der Rostocker CDU-Bundestagskandidat Peter Stein. Nur auf die Defizite zu schauen, sei unangebracht. Der Flughafen generiere Steuereinnahmen und schaffe Arbeitsplätze. Die rot-schwarze Koalition bekenne sich zu Rostock-Laage, sagt Dietmar Eifler, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Der Airport sei für die Erreichbarkeit von MV unverzichtbar.

Passagierzahlen bis 2012 gestiegen
Der Flughafen Rostock-Laage erreicht seit 2010 Passagierzahlen über 200 000. Im Jahr 2011 wurde der Höchstwert mit 223 516 gezählt. Das waren fast doppelt so viel noch 2002.


Inlandflüge werden unter anderem nach Frankfurt am Main, Köln Bonn, München und Stuttgart angeboten. Weiterhin starten Flugzeuge aus Rostock regelmäßig etwa nach Mallorca, Teneriffa oder Zürich.


Das Flughafenfest zum 20-jährigen Bestehen war ein Imagegewinn für das Unternehmen. „Wir konnten den Airport einmal aus einer anderen Perspektive zeigen, unsere Gäste waren begeistert“, so Flughafen-Chef Herget. Eine Neuauflage soll es 2015 geben.

 

Mathias Otto und Bernhard Schmidtbauer

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