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50 Jahre als Seelsorger im Dienst

Kühlungsborn 50 Jahre als Seelsorger im Dienst

Prälat Joachim Robrahn feiert heute in Kühlungsborn das goldene Jubiläum als Priester.

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In der katholischen Kirche Kühlungsborn wird heute das goldene Priester-Jubiläum von Joachim Robrahn gefeiert.

Kühlungsborn. Für Prälat Joachim Robrahn ist es heute ein großer Tag. Der 77-jährige katholische Geistliche feiert sein 50. Priester-Jubiläum – das goldene. Aus diesem Anlass wird heute ab 10 Uhr in der katholischen Kirche „Heilige Dreifaltigkeit“ nahe der Kühlungsborner Seebrücke ein Festgottesdienst mit einiger Prominenz gefeiert. Domkapitular Bertold Bonekamp aus Hamburg wird die Predigt halten. Nach dem Gottesdienst laden der Jubilar und die Gemeinde zu einem geselligen Beisammensein in den Räumen der Gemeinde ein.

OZ-Bild

Prälat Joachim Robrahn feiert heute in Kühlungsborn das goldene Jubiläum als Priester.

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Mit seinen 77 Jahren ist der fitte Rentner noch immer – „de facto“, wie er sagt – Pastor der katholischen Gemeinde von Kühlungsborn. Was auch „mit der schwierigen Personalsituation in der Kirche“ zu tun habe. Allerdings: Pastor in einer Gemeinde zu sein war für das Leben von Joachim Robrahn als Priester nicht prägend.

Sein berufliches Leben wurde durch die Bundeswehr bestimmt, bei der er seit 1970 als katholischer Militärseelsorger und Zivil-Beamter tätig war. Schon während seines Theologiestudiums von 1962 bis 1968 machte der damals junge Mann, der seine Wurzeln in Kiel hat, mehrere Praktika in der Militärseelsorge bei der Bundesmarine. „Damit war mein späterer beruflicher Werdegang irgendwie vorgezeichnet“, sagt er.

„Militärseelsorger zu sein ist in vieler Hinsicht anders als die Tätigkeit eines Gemeinde-Pastors“, hatte Robrahn schnell gelernt. Er betreute dort vor allem junge Männer, „die damals in der Zeit der Wehrpflicht meistens nicht so ganz freiwillig beim Bund waren“. Trennung von der Familie und Freundin, Selbstzweifel, bei Längerdienenden familiäre Probleme nach immer wieder auftretenden Versetzungen – „das erfordert schon Seelsorge im tiefsten Sinn dieses Wortes“. Nato-Missionen der Bundesmarine führen ihn in den 1990er Jahren auch in Kriegsgebiete – ins Mittelmeer während des Jugoslawien-Krieges und in den Persischen Golf während des Golfkrieges. Später war er – als Betreuer der katholischen Militärseelsorger beim deutschen Kontingent in Afghanistan – auch oft in diesem Kriegsgebiet.

Sein beruflicher Weg führte Robrahn ein Stück die Karriereleiter hinauf – beim Bund und in der Kirche. Nach einigen anderen Stationen in leitenden Positionen war er von 2002 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2005 Leitender Dekan und Vertreter des katholischen Militärbischofsamtes beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam. 1996 wurde er zum Päpstlichen Ehren-Prälat ernannt, vom Militär gab es das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold. 2005 – nach seiner Pensionierung als Beamter bei der Bundeswehr – wählte der Schleswig-Holsteiner Kühlungsborn als Altersruhesitz, „weil sich nach 1990 viele freundschaftliche Kontakte zu den katholischen Gemeinden in Kühlungsborn und Bad Doberan angebahnt hatten und weil es hier sehr schön ist“. Vom zuständigen Erzbischof gab es eine Beauftragung zur Mitarbeit in der Seelsorge der Pfarrei Bad Doberan – mit Schwerpunkt in Kühlungsborn. Dabei setzt er bis heute auch Akzente bei der Tourismusseelsorge. Als er die Altersgrenze für die Beauftragung erreicht hatte, machte Robrahn weiter. „Ich tue das, was ich noch kann“, sagt er bescheiden.

Das ist wohl eine Menge – sagen jedenfalls prominente Katholiken in Kühlungsborn. „Ein engagierter Seelsorger, der sehr viel mehr tut, als er muss. Und menschlich immer sehr zugänglich“, sagt Professor Franz-Josef Lübken, der Direktor des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik, über Prälat Robrahn. „Wir sind sehr dankbar dafür, dass er sich als Ruheständler noch so einbringt. Ohne Prälat Robrahn würde hier vieles gar nicht funktionieren“, schätzt Kühlungsborns langjähriger Bürgermeister Rainer Karl – seit ein paar Wochen selbst Ruheständler – ein.

Mit dem Zölibat, der von der katholischen Kirche vorgeschriebenen Ehelosigkeit der Priester, hatte Robrahn übrigens nie ein Problem, wie er sagt. „Bei meinem Berufsleben, das mich an gefährliche Brennpunkte in der Welt geführt hat, war das für mich sinnvoll. Ich musste nie im Hinterkopf haben, dass da eine Familie ist, die Angst hat.“

Lutz Werner

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