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Bad Doberan 60 Jahre AWG: Von Subbotniks und Partykellern
Mecklenburg Bad Doberan 60 Jahre AWG: Von Subbotniks und Partykellern
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00:05 29.11.2017
Haben Grund zum Feiern (v.l.): AWG-Chefin Petra Mader sowie Peter Wackerle, Rolf Engelmann, Gabriela Bontemps und Hans-Udo Zickert vom Aufsichtsrat. Quelle: Foto: Lennart Plottke
Bad Doberan

„Wenn ich mir heute alte Bilder aus den Jahren um 1990 angucke, kann ich es manchmal gar nicht glauben“, sagt Petra Mader und lacht. „Wie grau und bröckelig die Häuser-Fassaden aussahen – das ist heute undenkbar.“ Die Monate und Jahre nach der politischen Wende – für die Allgemeine Wohnungsbaugenossenschaft (AWG) in Bad Doberan eine aufregende Zeit.

Aus vier mach’ eins

1957 – der 16. Oktober gilt als das Geburtsdatum der AWG – mit der Gründung der Wohnungsgenossenschaft in Kühlungsborn.

1974 wurden vier eigenständige Genossenschaften in Bad Doberan, Kühlungsborn, Kröpelin und Neubukow zur Arbeiter-Wohnungsbaugenossenschaft zusammengeschlossen.

1560 Wohnungen befinden sich aktuell im Bestand der AWG.

1750 Mitglieder hat die Genossenschaft.

„80 Millionen Mark haben wir damals in die Sanierung unserer Gebäude gesteckt“, erinnert sich Mader, seit vier Jahren Vorstandsvorsitzende im Unternehmen: „Das hat zwar eine Menge Geld gekostet – aber damit war wenigstens alles einmal auf Vordermann gebracht.“

60 Jahre alt wird die Genossenschaft in diesen Tagen – für die AWG-Chefin Grund genug, auch ein wenig zurückzublicken: „In den 1960er Jahren entstanden unsere ersten Wohnungen auf dem Buchenberg in Bad Doberan – im Bereich der Straße des Aufbaus, der Straße der Freundschaft und der Straße der Gemeinschaft“, zählt Mader auf: „Jüngere Generationen können die alten Straßennamen den heutigen wahrscheinlich gar nicht mehr ohne Spickzettel zuordnen.“

Was sie besonders stolz mache, so Mader: „Es wohnen immer noch Mieter der ersten Stunde bei uns – das zeigt, wie eng sie mit unserer Genossenschaft verbunden sind.“ Apropos Verbundenheit: „Es gab früher engere Hausgemeinschaften“, sagt Mader. „Man zog gemeinsam ein – vorrangig Familien mit Kindern – hatte ähnliche Lebenssituationen, an den Wochentagen gingen alle arbeiten, die Kinder wurden zur Schule oder in den Kindergarten gebracht.“

Das „Wichtigste“ aber: „Viele Keller wurden zu Partyräumen umgestaltet – und dann wurde gemeinsam richtig gefeiert.“ Dazu kamen die Subbotniks: „Da packten am Sonnabend alle mit an, um die Außenanlagen und das Wohnumfeld zu verschönern“, so Mader. „Das war ein ganz anderer Zusammenhalt.“ Dabei war mit Blick auf Reparaturen jede Menge Improvisation angesagt: „Für ein neues Waschbecken oder eine neue Badewanne musste kreativ gearbeitet werden – diese Dinge wurden dann schon mal gegen einen Kurzurlaub in Wittenbeck eingetauscht.“

Eines der schwierigsten Jahre: 2006. „Im Juni standen bei uns 68 Wohnungen leer, 42 davon längerfristig, einige sogar mehrere Jahre lang“, sagt die AWG-Chefin. „Auf einmal war die Wohnung kein Mangelprodukt mehr, es gab mehr Unterkünfte als Suchende – das ging schon an die Unternehmens-Substanz.“ Im Rückblick sei sie froh, nicht den Rufen nach einem Abriss ganzer Wohnblöcke gefolgt zu sein, macht Mader deutlich: „Die Situation sieht heute, nur gut zehn Jahre später, vollkommen anders aus – 2016 standen lediglich 21 Wohnungen leer, zwei davon vier Monate.“

Ein Grund: „Viele junge Leute wollen eben mit 18, 19 nicht mehr bei Mutti wohnen – es hat auch bei unseren Mietern ein Generationenwechsel stattgefunden.“ Mit dem Neubau von drei Häusern in Bad Doberan sowie vier Häusern in Kühlungsborn habe auch für die AWG ein neues Zeitalter begonnen, so Mader: „Das war für unsere kleine Genossenschaft schon ein Berg – aber der Erfolg gibt uns Recht.“

Alle neuen Wohnungen seien altersgerecht und barrierefrei gebaut worden – „das war uns besonders wichtig“. Zusammen mit dem betreuten Wohnen könne man jetzt allen Altersgruppen gerecht werden, ist Mader überzeugt.

Mit Blick auf die kommenden Jahre sieht Petra Mader die Allgemeine Wohnungsbaugenossenschaft gut aufgestellt: „Vielleicht können wir in Bad Doberan, Kühlungsborn und Kröpelin die Lebenssituation der Menschen durch weitere Wohn-Neubauten verbessern – wir sind bereit.“

Lennart Plottke

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