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Bad Doberan Abriss: Jugendherberge auf dem Tempelberg ist Geschichte
Mecklenburg Bad Doberan Abriss: Jugendherberge auf dem Tempelberg ist Geschichte
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00:47 18.04.2018
Hier steht nichts mehr: Bagger haben die alte Jugendherberge auf dem Doberaner Tempelberg abgerissen. Quelle: Fotos: Lennart Plottke/lutz Werner

Am Ende ging alles ganz schnell: Abriss-Bagger haben binnen weniger Tage die alte Jugendherberge auf dem Doberaner Tempelberg dem Erdboden gleichgemacht. Seit 2006 hatte das Gebäude leergestanden und war im Laufe der Jahre immer mehr verfallen. Jetzt soll an gleicher Stelle eine „Vital-Villa“ mit Beauty- und Aktivbereich sowie Café

Der Bauantrag beschäftigt sich nur mit einem Neubau – das seit Jahren angedachte Konzept wird jetzt umgesetzt.Ellen Stage Mitarbeiterin Amt für Stadtplanung

entstehen.

„Wir sind stolz darauf, dass wir jetzt endlich Baurecht für diese Fläche hergestellt haben“, sagt Norbert Sass, Leiter im Amt für Stadtentwicklung. „Die städtebauliche Bedeutung ist schon sehr groß.“

Im Februar dieses Jahres hatten Doberans Stadtvertreter den Weg für einen entsprechenden Bebauungsplan frei gemacht.

Bauantrag sieht lediglich ein neues Gebäude vor

„Demnach könnte es auf dem Grundstück sogar zwei Gebäude geben“, erklärt Bauamts-Mitarbeiterin Ellen Stage. „Einen Ersatzneubau für die alte Herberge sowie ein Appartementhaus im östlichen Teil des Sondergebietes.“ Der aktuelle Bauantrag beschäftige sich aber derzeit nur mit einem Neubau, so Stage: „Das seit einigen Jahren angedachte Konzept wird jetzt umgesetzt – im Obergeschoss ist ein Mehrzweckraum für sportliche Angebote geplant, das Erdgeschoss wird über ein Café sowie mehrere Beauty-Bereiche verfügen.“

Was aus der alten Jugendherberge und dem etwa 4000 Quadratmeter großen Grundstück werden soll – darüber schieden sich in der Münsterstadt jahrelang die Geister. War ursprünglich angedacht, das Gebäude zu erhalten und zu sanieren, hatten sich diese Pläne letztlich mit Blick auf den ruinösen Zustand und die Wirtschaftlichkeit zerschlagen.

Erst in den 1960er Jahren wurde aus dem Haus eine Jugendherberge. Davor war es eine Ausflugsgaststätte. Vor allem an den Wochenende waren die Menschen auf den Tempelberg gestiegen, um bei Kaffee und Kuchen den Blick bis zur Ostsee zu genießen.

Viele gescheiterte Versuche, das Areal zu verkaufen

Viele Jahre hatte die Stadt Bad Doberan vergeblich versucht, das idyllisch gelegene Areal, zu dem nicht nur ein Waldweg, sondern auch eine steile Treppe hinaufführt, zu verkaufen. Dabei reichten die Vorstellungen von Beherbergungs-Unternehmen über gastronomische Einrichtungen bis hin zu Eigentumswohnungen und Büros.

Die jetzt beantragte Nutzung mit dem Neubau einer „Vital-Villa“ sei „das, was die Stadt für diesen Standort favorisiert hat“, sagt Bauamts-Chef Norbert Sass. „Hier sollten keine Wohnungen entstehen, sondern etwas, was für die Allgemeinheit zugänglich ist.“ Ebenfalls positiv: Das neue Gebäude wird weder höher noch breiter als das bisherige – „sondern eher kleiner und feiner“, macht Sass deutlich.

Dazu solle der Grünbereich erhalten und der ruhende Verkehr auf einem Parkplatz im östlichen Bereich untergebracht werden, blickt der Bauamtsleiter voraus: „Es wurde höchste Zeit, den baulichen Missstand auf dem Tempelberg zu beheben.“

Historie

Erst in den 1960er Jahren

wurde aus dem Haus auf dem

Doberaner Tempelberg eine

Jugendherberge. Davor war es

eine beliebte Ausflugsgaststätte.

Vor allem an den Wochenenden sind die Menschen auf den

Tempelberg gestiegen, um bei

Kaffee und Kuchen den Blick

bis zur Ostsee zu genießen.

Seit 2006 stand das Haus leer und verfiel zusehends.

Jetzt soll an diesem exponierten Standort eine „Vital-Villa“ mit

Beauty- und Aktivbereich sowie

einem Café entstehen.

Lennart Plottke

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