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Bad Doberan Afrikanische Schweinepest bedroht den Landkreis
Mecklenburg Bad Doberan Afrikanische Schweinepest bedroht den Landkreis
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00:00 28.03.2014
Bricht die Seuche bei uns aus, wäre es eine Katastrophe für die Bauern.“Gerhard Kusch, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Rostock

Für sie gibt es kein Gegenmittel und auch keinen Impfschutz: Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine der schlimmsten Tierkrankheiten der Welt. Besonders bedrohlich: Das Virus breitet sich von Osten immer weiter aus — der Landkreis Rostock hat deshalb die Seuchenschutz-Maßnahmen noch einmal verstärkt, Bauern und Jäger sind bereit für den Ausbruch.

„Wir kennen die Gefahr, die auf uns zukommen kann. Wir haben unsere Bauern sensibilisiert“, sagt Detlef Lindemann, Geschäftsführer des Bauernverbands Bad Doberan. „Seuchenschutz ist zwar immer verpflichtend, aber im Angesicht der drohenden Gefahr wurden beispielsweise zusätzliche Fußseuchenwannen aufgestellt oder Zäune errichtet. Uns wurde schon gesagt, das sieht aus wie im Konzentrationslager — aber das muss sein, wenn man in Zukunft weiter gesundes Schweinefleisch essen will.“

Zuletzt traten Fälle der Afrikanischen Schweinepest in Polen auf — „mit stark ausbreitender Tendenz und Manifestation des Erregers beim Wildschwein“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises. „Die strikte Einhaltung des Verfütterungsverbotes von Speiseabfällen muss in allen Schweinehaltungen gewährleistet werden! Verstöße gegen dieses Verbot können mit Bußgeldern bis zu einer Höhe von 25 000 geahndet werden. Die ASP stellt keine Gefahr für den Menschen dar.“

Ein wirtschaftlicher Totalschaden droht allerdings den Bauern, falls das Virus nach MV gelangt. „Wenn die Krankheit auftritt, müssen alle Tiere des Bestandes notgeschlachtet werden“, erklärt Lindemann. Das Problem: Die Krankheit befällt sowohl Haus- als auch Wildschweine. Deshalb sind die Jäger des Landkreises ebenfalls aufgefordert, in den kommenden Wochen besonders wachsam zu sein.

„Wir nehmen von zehn Prozent der geschossenen Wildscheine Blutproben“, berichtet Gerhard Kusch, der Vorsitzende des Kreisjagdverbands Rostock. „Bricht die Seuche bei uns aus, wäre es eine Katastrophe für die Bauern.“

Kusch verweist darauf, wie ansteckend diese Krankheit ist: „Der Erreger kann sehr lang überleben — bis zu einem Jahr.“ Er rät jedem, der ein totes Wildschwein entdeckt, dazu die Polizei zu informieren und das Tier auf gar keinen Fall anzufassen.

Erstmals aufgetreten ist die Afrikanische Schweinepest 1921 in Kenia. Sie ist in Afrika südlich der Sahara weit verbreitet. Dort sind meist Warzenschweine die Überträger der Krankheit. In Europa kam es seit Mitte der 1970er Jahre zu sporadischen Ausbrüchen in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Spanien und Portugal. Diese Ausbrüche konnten alle erfolgreich bekämpft werden.

Einzig auf der Insel Sardinien, auf die das Virus 1978 eingeschleppt wurde, konnte die Seuche bis heute nicht ausgemerzt werden. „Auch das sind die Ergebnisse der Globalisierung“, sagt Bad Doberans Bauernverbands-Geschäftsführer Lindemann.

Im Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems werde derzeit an der Afrikanischen Schweinepest geforscht. „Man hört jedoch, es ist sehr kompliziert“, meint Kusch, der die Politik in der Pflicht sieht. „Es fehlt einfach das nötige Geld. Würden hier mehr Mittel bereitgestellt, könnte die Forschung vorangetrieben werden.“



Karsten Lehmann

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