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Bad Doberan Altes Haus heißt Gäste willkommen
Mecklenburg Bad Doberan Altes Haus heißt Gäste willkommen
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00:07 16.05.2018

Jürgen Saß (63) ist es so, als habe er schon immer in Ivendorf gelebt. Es mögen die Hügel und Wälder sein, die dem Bauernsohn von der Insel Rügen von Anfang an so vertraut erschienen. Auch das tiefe Blau der Ostsee und das strahlende Weiß der Schiffe, das man von hier am südlichen Ausläufer der Kühlung erkennen kann, erinnern ihn an die alte Heimat: „Als ich vor etwa 18 Jahren das gut 250 Jahre alte Bauerngehöft zum ersten Mal sah, fühlte ich mich gleich zu Hause.“

Jürgen Saß mit einem Teil seiner Sammlung von landwirtschaftlichen Maschinen vor dem niederdeutschen Hallenhaus, das er über Jahre rekonstruierte. FOTOS (5): WERNER GESKE

Dass es mit dem Heimischwerden keine Probleme gab, lag auch daran, dass Ivendorfer die Neulinge mit offenen Armen aufnahmen. „Von Anfang an gehörten wir dazu, wurden ins Dorfleben einbezogen“, ist Saß, gelernter Bauarbeiter und heutiger Bauunternehmer, dafür dankbar. Der Entschluss, in Ivendorf Wurzeln zu schlagen, war relativ schnell gefasst. Doch es sollten noch sieben Jahre vergehen, ehe Saß samt Familie einziehen konnte.

„Das von der LPG als Futterküche genutzte niederdeutsche Hallenhaus war völlig heruntergekommen“, beschreibt der ehemalige Bauherr sein Anwesen. Deshalb musste es entkernt und auf neuen Grundmauern wiedererrichtet werden. Jürgen Saß zeigt Fotos. Sie geben eine Vorstellung davon, wie viel Mühe und Schweiß der Umbau kostete. Doch es hat sich gelohnt. Aus dem maroden Gebäude ist ein reetgedecktes Schmuckstück geworden, das auch seine Historie nicht verleugnet. Saß sorgte nämlich bewusst dafür, dass die einst dreiteilige Nutzung sichtbar geblieben ist. Doch dort, wo sich früher Wohnung, Stall und Scheune unter einem Dach befanden, gibt es jetzt große, helle und hohe Räume. Sogar für einen Swimmingpool war noch Platz. Er ist der besondere Stolz des Eigentümers. Richard Peper (80), dessen Familie zuvor über viele Jahrzehnte Besitzer des Hofes war, habe Tränen der Freude in den Augen gehabt, als er das fertige Haus gesehen habe, erzählt man sich im Dorf.

Für Jürgen Saß ist es ein Haus, gemacht, um darin zu wohnen, zu leben und um Gäste einzuladen. Die große Diele mit ihren Lehmwänden, Fachwerk und breitem Eingangstor bietet dafür beste Voraussetzungen, um dort zu klönen, zu feiern und Pläne zu schmieden.

Wegen seiner Gastlichkeit sind der Hof Saß und seine Bewohner, darunter auch Sohn Christian (39), geschätzt. Deshalb ist die kleine Dorfgemeinschaft bei ihnen oft und gerne zu Gast. Zum Beispiel verwöhnten die Männer des Dorfes am 8. März die Frauen am Herd des Hauses kulinarisch. Am 12. Mai wurde eine Jugendweihe gefeiert. „Gerne sind wir auch Gastgeber des Dorffrühstücks, zu dem jeder etwas mitbringt. Am 1. Juni haben wir die Kinder des Dorfes eingeladen, sich in unserem Pool zu tummeln“, sagt Jürgen Saß.

Und natürlich sind er und Familie mit dabei, wenn das Sommerfest oder das Dreschfest begangen werden. Dann holen er und Nachbarn wie Alois Becker (57) und Werner Kühne (66) betagte landwirtschaftliche Maschinen und Traktoren aus den Ställen. Und wenn die Allgaier, Deutz, Lanz Bulldogg und Co. durchs Dorf tuckern und qualmen, schlägt das Herz aller Technikfreaks höher. Jürgen Saß lässt sich auch nicht lange bitten, wenn es darum geht, seinen alten Dreschkasten in Aktion treten zu lassen. „Da machen vor allem die Jüngeren große Augen“, hat er festgestellt. Und manchmal setzt er noch einen drauf und holt seine kleine Sammlung von chromblitzenden und auf Hochglanz polierten Wartburg-Oldtimern aus der Garage.

Werner Geske

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