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Bad Doberan Althof und sein Verein: Kleines Dorf hat sich gemausert
Mecklenburg Bad Doberan Althof und sein Verein: Kleines Dorf hat sich gemausert
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03:49 29.08.2013
Der sanierte Wanderweg von Althof nach Hütten. Fotos (2): privat
Althof

Neue Straßen, neue Lampen, ein idyllischer Dorfteich, eine sanierte Klosterruine, eine kleine Kapelle inmitten von Grün — vor allem aber fleißige Einwohner: das ist Althof.

Der Ortsteil der Stadt Bad Doberan zählt knapp 190 Bewohner und hat sich in den vergangenen Jahren mächtig gemausert.

Ein Verein hatte sich 2008 gegründet, der sich auf seine Fahnen schrieb, die Infrastruktur des kleines Dorfes zu entwickeln. Denn die Althöfer fühlten sich als vergessenes Dorf. 15 Gründungsmitglieder schoben den Verein an, heute zählt er 20 Mitglieder. Erster Vorsitzender war Hans-Hermann Diestel, seit 2009 hält Dr. Joachim Frenkel die Fäden in der Hand. Ihm zur Seite stehen als Stellvertreter Willi Kramer, Kassiererin Brigitte Braun und Schriftführer Jörg Zimmermann, dessen vielfältiges Engagement Frenkel besonders hervorhebt.

„Schon vor 2008 nahmen wir durch das Engagement einiger Althöfer Einfluss auf die Dorferneuerung“, erzählt Joachim Frenkel. Bereits 2007 sei einiges in die Wege geleitet worden, hätten mehrere Gespräche mit dem damaligen Bürgermeister Hartmut Polzin stattgefunden. „Wir haben Druck gemacht“, sagt Frenkel. Das Ergebnis: Seit 2007 flossen über 1,472 Millionen Euro in den kleinen Ort, darunter 977 059 Euro Fördergelder. Alle Straßen sind neu gebaut, der Dorfteich renaturiert, die Klosterruine saniert, der Rad- und Wanderweg ausgebaut, der Althöfer Bach renaturiert. „Wir haben mit der Kirchgemeinde Einfluss darauf genommen, dass Fördermittel für die Sanierung der kleinen Kapelle fließen“, sagt Frenkel. Die Stadt hatte die unansehnlichen Schuppen abgerissen und einen Parkplatz auf städtischem Grund errichtet — direkt am Beginn des sanierten Wanderweges. Um verschiedene Fördertöpfe hat der Verein gekämpft. 34 private Objekte wurden über die Dorferneuerung verschönert.

Auch das Dorfleben ist in Schwung gekommen: Seit 2009 findet jedes Jahr ein Osterfeuer mit Musik in der Kapelle statt. Dorffeste und Frauentagsfeiern werden organisiert. Eine Ausstellung in der Kapelle lud ein. Der Verein traf sich zum Sommerfest, wanderte gemeinsam und unternahm einen Bootsausflug.

Besonders am Herzen liegt dem Verein Althof die kleine Kapelle. „Wir unterstützen die Kirchgemeinde bei der Erhaltung, halfen bei Reinigungsaktionen, nutzen sie für musikalische Veranstaltungen in Abstimmung mit der Kirchgemeinde“, zählt Frenkel auf. Eine neue Bank und Fahrradständer wurde nahe der Kirche aufgestellt.

„Wir sind dagegen, dass eine Ortsumgehung für Bad Doberan direkt durch Althof gebaut wird“, betont Frenkel. Dagegen kämpft der Verein, hat Unterschriften gesammelt und sich ans Verkehrsministerium gewandt.

Die Straße nach Hohenfelde ist neu gebaut worden. Nachteil: Der Durchgangsverkehr hat zugenommen. Die Straße soll teileingezogen werden. Dafür wurden 94 Unterschriften gesammelt. Die Stadtvertretung Bad Doberan und die Gemeindevertretung Hohenfelde haben bereits dafür votiert. Jetzt fehlten noch die rechtliche Durchsetzung durch den Landkreis — und verkehrsberuhigende Bauelemente, sagt Frenkel.

Die Zusammenarbeit mit der Stadt habe sich gut entwickelt. Die Kommune hat viele Eigenmittel bereitgestellt, um Bauvorhaben umzusetzen, lobt der Vereinsvorsitzende. Jetzt gelte es alles zu hegen und zu pflegen. „Wir Anwohner müssen unsere Wege fegen, aber die Stadt auch. Rund um die Ruine müsste gemäht werden, auch am Wanderweg“, sagt Joachim Frenkel etwas kritisch. Gemeinsam mit der Stadt und der Kirchgemeinde will der Verein über künftige Kulturveranstaltungen beraten.

Einen Wunsch hat der Verein Althof: „Wir würden gern noch mehr Althöfer einbeziehen.“

Renate Peter

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