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Archäologe findet romanische Kirche

Bad Doberan Archäologe findet romanische Kirche

Dr. Jörg Ansorge legt Fundament des Vorgängerbaus des Doberaner Münsters frei

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Mit Feger und Kratzer legt Dr. Jörg Ansorge im Münster das Fundament der romanischen Vorgängerkirche frei.

Quelle: Fotos: Anja Levien

Bad Doberan. Seine Werkzeuge sind Schaufel, Feger und Kratzer. Mit diesen arbeitet sich Archäologe Dr. Jörg Ansorge durch den Fußboden des Bad Doberaner Münsters. Was er findet, ist so noch nicht dokumentiert worden: Das Fundament der romanischen Kirche. Das Gotteshaus stand vor dem Bau des Doberaner Münsters – Ende des 13. Jahrhunderts – an dessen Stelle.

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„Es ist bekannt, dass das Münster einen romanischen Vorgänger hatte“, sagt Jörg Ansorge von der Landesarchäologie des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege. „Die Kirche wurde 1232 geweiht“, ergänzt Münster-Kustos Martin Heider, der die Grabung nach dieser veranlasst hat. Denn von der romanischen Kirche gebe es einen Grundriss, den Adolf Friedrich Lorenz in den 50er Jahren anfertigte.

Und da der Boden im Münster saniert wird, wurde Jörg Ansorge hinzugezogen, um Grabungen an der Stelle vorzunehmen, wo Reste der romanischen Kirche vermutet wurden. Mit Erfolg. „Wir haben wie erwartet etwas gefunden, dass wie der Vorgängerbau aussieht“, sagt der Archäologe.

Der 52-Jährige steht im Chorumgang. Der Boden ist auf einer Länge von etwa 14 Metern freigelegt. Feldsteine ragen aus dem Sand. Auf wenigen Metern ist aber eine zusammenhängende Fläche zu erkennen.

„Ich lege hier die Mauerwerksstrukturen frei“, sagt Ansorge. „Das ist eine einmalige Chance, Informationen über die Geschichte des Münsters zu erlangen.“ Denn der Fußboden werde nach der Sanierung in den nächsten 100 Jahren nicht mehr angefasst. „1830 hat das letzte Mal jemand den Fußboden verlegt und vielleicht etwas gesehen“, so Jörg Ansorge. Im Laufe der Jahre hätten Bauarbeiter und Baumeister vielleicht mal eine Briefmarke – also ein kleines Stück – des romanischen Mauerwerkes freigelegt, ohne es interpretieren zu können.

Zwei sogenannte Schnitte hatte der Archäologe vor wenigen Wochen an zwei Pfeilern vorgenommen. Dabei stellte sich heraus, dass das Fundament des Pfeilers im Nordquerhaus nur 1,25 Meter tief ist, die unterste Schicht aus Findlingen besteht (die OZ berichtete). Anderes entdeckte der Archäologe beim zweiten Schnitt. Hier legte er einen Mauerkern frei. Und hier setzt die weitere Grabung an.

„Wir stehen am Anfang. Die paar Skizzen, die es von der Kirche gibt, sind nie in diesem Umfang untersucht worden.“ Die bisherige Erkenntnis: Auf das freigelegte Fundament passe der Abschluss einer romanischen Zisterzienserkirche, wahrscheinlich das Nordquerhaus und der Chor. Die Südwand der Kirche steht heute noch. Warum der Rest abgebrochen wurde und warum das Fundament im Boden blieb , wisse man nicht, so Ansorge.

Mit Kratzer und Feger legt er die Fundamente frei, trägt die Erdschichten ab und kann so das Alter der Steine abschätzen. „Das Mauerwerk der gotischen Kirche liegt auf zwei Fundamenten“, sagt der 52-Jährige und zeigt auf die Außenwand des Münsters. Die Kante der romanischen Bodenplatte ist klar zu erkennen. Daneben ragen Feldsteine aus dem Sand (siehe Foto). An einer Stelle ist das Fundament unterbrochen. Ansorge hat Knochen gefunden und vermutet, dass hier später Menschen bestattet wurden.

„Für Bad Doberan ist das hier schon von Bedeutung“, sagt Ansorge. Wie Martin Heider ankündigt, soll ein Bauforscher hinzugezogen werden, der sich die Befunde der Archäologie anschaut. Die Ausgrabungen werden durch das Förderprogramm „Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Ostdeutschland“ finanziell unterstützt und zudem aus Eigenmitteln aus dem Münsterhaushalt und Patronatsmitteln ermöglicht.

Anja Levien

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