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Ausrutscher mit schmerzhaften Folgen

Teschow/Neubukow Ausrutscher mit schmerzhaften Folgen

75-jähriger Teschower rutschte in Neubukower Einkaufsmarkt aus und fordert nun Versicherungsausgleich

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Klaus-Dieter Scharge mit einer Auflistung seiner gesundheitlichen Beschwerden und den Arztbesuchen nach dem Sturz im Einkaufsmarkt.

Quelle: Foto: Hoppe

Teschow/Neubukow. „Es war regnerisch, ich machte den ersten Schritt in den Laden und beim zweiten lag ich schon auf dem Kreuz. Das hatte unheimlich geknallt und ich kriegte keine Luft mehr“, schildert Klaus-Dieter Scharge, was ihm am 2. Oktober 2017 im Neubukower Netto an der Wismarschen Straße passiert ist. Schnell hätte ihm einer hoch geholfen, vom Bäcker wurde ein Stuhl gebracht, ein Gläschen Wasser gereicht. „Wie ich da so sitze, sehe ich im Augenwinkel, wie ein Fräulein aus einer Kammer mit einer Matte kommt und diese hinter meinen Stuhl schmeißt – weg war sie. Sie kümmerte sich nicht um mich“, erinnert sich der 75-Jährige, der davon ausgeht, dass schon vorher im Eingangsbereich eine solche Matte hätte liegen müssen: „Hätte die da gelegen, wäre ich auch nicht gefallen. Die haben ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt. Jetzt liegt die Matte immer da“.

Diese Fußmatte werde immer ab Herbst in den Eingangsbereich gelegt, erfährt die OZ in der Neubukower Netto-Filiale. Zum Fall des Herrn Scharge gebe die Unternehmenszentrale Auskunft, heißt es.

Dieser Ausrutscher im vergangenen Herbst hatte schmerzhafte Folgen, teilweise bis heute, wie Klaus-Dieter Scharge sagt. Er zeigt der OZ eine Liste von seinem Hausarzt mit den behandelten gesundheitlichen Beschwerden, der Medikation und den nötigen Facharztüberweisungen. Der Teschower musste geröntgt werden, ob Knochen gebrochen waren, seine Lunge wurde untersucht, weil er zwei Tage lang blutigen Auswurf hatte, schließlich bekam er mehrfach Physiotherapien. Letztlich sei er zum Anwalt gegangen: „Es gab ja auch Auslagen, abgesehen von den Schmerzen, die man keinem Menschen wünscht“. Doch Netto lehnte nach Rücksprache mit seiner Versicherung eine Haftung ab, weil „keine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht“ vorgelegen hätte. Klaus-Dieter Scharge meint nun, wenn sich die Zeugen seines Unfalls vom 2. Oktober bei ihm melden würden (☎ 038294/15599), hätte er Chancen, dass die Netto-Versicherung doch zahlen würde. Er betont: „Absolute Sicherheit gibt es nicht, aber eine Vorsorge, die muss es geben!“ Zeugenaussagen wären wichtig, um zu klären, ob da eine Matte lag oder nicht, als der Betroffene das Geschäft betrat, meint Karl-Michael Peters, Berater von der Verbraucherzentrale Rostock, zu diesem Fall. So ließe sich prüfen, ob der Sorgfaltspflicht nachgekommen oder ob hier „fahrlässig“ gehandelt wurde. Der Verbraucherberater weist noch darauf hin, dass es ja auch Normen für Fliesen gebe. Diese Normen stehen in der Arbeitsstättenrichtlinie und die OZ fragt deshalb bei der Netto-Pressestelle entsprechend nach. Relativ schnell kommt die Antwort aus Maxhütte-Haidhof in der Oberpfalz: „Die Vorschriften der Arbeitsstättenrichtlinie werden von Netto selbstverständlich eingehalten.

Zu beachten ist hierbei eine DIN-Norm für Trittsicherheit von Fliesen für den Gewerbebereich. Die Vorgaben dieser DIN-Norm werden von Netto grundsätzlich mit einer höheren Sicherheitsklasse umgesetzt, als es die DIN-Norm vorschreibt“. Zum Fall von Klaus-Dieter Scharge heißt es noch: „Gern werden wir uns seitens Netto mit dem Kunden zu einem persönlichen Gespräch treffen, um eine gemeinsame Lösung zu finden.“

Thomas Hoppe

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