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Bad Doberan Ausstellung: Der Schuss, der nie fiel
Mecklenburg Bad Doberan Ausstellung: Der Schuss, der nie fiel
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00:05 05.05.2017

. „Der ehemalige Klassenfeind rückte in den Abendstunden ein“, begann Klaus M. Frieling 1991 seine Reportage (Hannoversche Allgemeine). Jetzt zeigt er Schwarz-Weiß-Fotografien mit bewaffneten patrouillierenden Soldaten, leer stehenden Grenzgebäuden und friedlichen Begegnungen. Dem Journalisten Klaus M. Frieling gelingt mit „Der Schuss, der nie fiel“ eine ehrliche Dokumentation. Die Exposition mit 30 Fotografien verbleibt bis zum 27. Juni in der Kreisverwaltung Bad Doberan.

Der Polit-Redakteur Klaus M. Frieling zeigt Fotos von 1991 in der Kreisverwaltung. Quelle: Foto: Hügelland

Nur eine Farbfotografie gibt es, die wie ein Freundschaftsbild wirkt. Sie zeigt Soldaten und Einheimische neben einem Trabant. „Ein Dreivierteljahr nach der Wiedervereinigung 1990 übte erstmals ein westdeutscher Bundeswehr-Verband in den neuen Bundesländern und führte die Soldaten ins Amt Bad Doberan-Land“, so Klaus M. Frieling. Als Journalist fuhr er im Sommer 1991 mit einer schleswig-holsteinischen Transportkompanie ins Dorf Retschow. Dort beobachtete Frieling das zaghafte deutsch-deutsche Kennenlernen, erlebte die Aufbruchstimmung auf beiden Seiten – und sah, wie das Eis brach zwischen der Ost-Bevölkerung und den West-Soldaten.

Der Journalist und Nachrichtenredakteur arbeitet bei der „Celleschen Zeitung“ und studierte Politikwissenschaft, Soziologie, Volkswirtschaftslehre, Verfassungsgeschichte und Publizistik. Die Foto-Dokumentation berichtet über eine für den Journalisten spannende, jedoch auch merkwürdige Situation: Einerseits, weil er mitfuhr und „Teil der Maschinerie“ war. Anderseits war da seine Kriegsdienstverweigerung. „Anfangs herrschte eine gewisse Distanziertheit zwischen den Soldaten und der Bevölkerung, die jedoch einer Normalität wich“, erinnert er sich. Er sieht seine Reportage nach mehr als einem Vierteljahrhundert als Auftrag an uns alle, keine neuen dauerhaften Gräben in Europa entstehen zu lassen. Mehr Infos: www.fripix.de

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