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Bad Doberan Ausweiskontrolle auf dem Bauhof
Mecklenburg Bad Doberan Ausweiskontrolle auf dem Bauhof
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16:15 09.08.2018
Bauhof-Chef Andreas Wegener unterstützte Mittwoch Vormittag zeitweilig den Mitarbeiter an der Zufahrt bei der Ausweis-Kontrolle der Anlieferer. Die beiden Männer mussten oft Sinn und Zweck der Neuregelung erklären. Es gab viel Verständnis, aber auch einige Irritationen. Quelle: Werner Lutz
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Kühlungsborn

Bei der Grünschnittannahme auf dem Bauhof geht es seit vergangenem Sonnabend so zu, wie bei der Passkontrolle im Airport mit anschließender Zollerklärung: Ausweiskontrolle an der Zufahrt zum Bauhof, dann weiter zu einem Tisch, wo der Anlieferer unter den Augen eines Bauhofmitarbeiters in eine Liste eintragen muss, wer anliefert und von welchem privaten Grundstück in Kühlungsborn der Grünschnitt stammt. Dann folgt der normale Teil: Abladen in den Grünschnitt-Boxen. Die Ausfahrt erfolgt wieder kontrolliert: Ein dritter Bauhof-Mitarbeiter lässt das rot-weiße Flatterband herunter. Alles sehr aufwendig und personalintensiv. Bisher schaute bei der kostenlosen Annahme bestenfalls mal ein Bauhofmitarbeiter nach dem Rechten und schob hin und wieder mit dem Radlader die Grünmassen zusammen, um wieder Platz in den Boxen zu schaffen.

Als das am vergangenen Sonnabendvormittag das erste Mal so kompliziert gehandhabt wurde, hatte Bauhof-Mitarbeiter Holger Warnke beobachtet: „Da kamen in zwei Stunden an die 100 Fahrzeuge. Das staute sich weit zurück.“

Die Anweisung für das aufwendige Kontroll-Prozedere kam aus dem Rathaus. „So ging es nicht mehr weiter. Wir mussten die Reißleine ziehen“, erklärt Bürgermeister Rüdiger Kozian (parteilos). Denn das kostenlose Angebot für Besitzer von Privatgrundstücken in Kühlungsborn, immer am Mittwoch und Sonnabend ihren Grünschnitt auf dem Bauhof entsorgen zu können, sei immer mehr auch von Gewerbetreibenden – wie Hausmeister-Service-Betrieben – und Einwohnern benachbarter Gemeinden genutzt worden. Auf den Wertstoff-Höfen in Bad Doberan und Neubukow muss dafür Geld bezahlt werden.

Die neue Situation führte am vergangenen Sonnabend und auch noch am zurückliegenden Mittwoch zu Irritationen, die Bauhof-Mitarbeiter hatten viel zu erklären. „Wir kontrollieren am Eingang den Personalausweis, um sicher zu sein, dass der Anlieferer ein Kühlungsborner Einwohner ist. Der uns dann schriftlich erklären muss, dass der Grünschnitt von seinem Privatgrundstück stammt“, so Bauhof-Chef Andreas Wegener. Unsicherheiten gab es zunächst beim Umgang mit Leuten, die in Kühlungsborn einen Garten haben, aber nicht im Ostseebad wohnen. So wurde eine Garten-Pächterin aus Rostock abgewiesen. „Ich glaubte zunächst, hier wird für die TV-Sendung ,Mit versteckter Kamera’ ein Gag gedreht. Aber die meinen das ernst“, meldete sich die Garten-Pächterin aus Rostock fassungslos bei der OZ. Der Bürgermeister stellt dazu klar: „Leute, die ein Gartengrundstück in Kühlungsborn bewirtschaften, aber nicht hier wohnen, können ihren Grünschnitt weiterhin kostenlos auf dem Bauhof abgeben. Allerdings nur mit Nachweis über die Grundstücksnutzung – wie die Vorlage des Pachtvertrages.“ Das kostenlose Angebot für Besitzer und Nutzer von privaten Grundstücken in Kühlungsborn, „die hier ihre Grundsteuer oder Pacht zahlen“, sei aus dem Ruder gelaufen und der Bauhof ans Limit gekommen, so Wegener. Es musste etwas passieren.

Er erklärt: Bereits zur Jahreshälfte war das Geld, das im Haushalt des Kommunalservice Kühlungsborn für die Grünschnittannahme geplant war, komplett ausgegeben. „Weil die Massen immer größer wurden und parallel dazu die Kompostierungsbetriebe, die wir beliefern, ihre Preise für die Annahme deutlich erhöht haben.“

Kühlungsborn mit seinen fast 9000 Einwohnern und 30000 Urlaubern und Tagesgästen, die im Sommer täglich im Ostseebad sind, brauche einen Wertstoffhof, auf dem vor allem Gewerbetreibende mit ganz kurzen Wegen entsorgen könnten. „Unbegreiflich, dass der Landkreis bei seiner Planung daran nicht gedacht hat“, so Wegener. Die kostenlose Grünschnittannahme für die Besitzer beziehungsweise Nutzer privater Kühlungsborner Grundstücke laufe einstweilen weiter – wenn auch unter erschwerten Bedingungen. Aber ob das in der Enge des Bauhofes, auf dem viele Maschinen und Material bewegt werden, ewig so sein werde, sei fraglich, so Wegener.

Werner Lutz

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