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Bad Doberan Backhaus pflanzt einen „Fürsten“
Mecklenburg Bad Doberan Backhaus pflanzt einen „Fürsten“
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17:40 30.09.2018
Landwirtschaftsminister Till Backhaus (r.) pflanzte einen Paten-Apfelbaum in Reddelich. Sozialministerin Stefanie Drese (v.l.), Silvia Kastell und Gemeindevertreterin Petra Schindler halfen dabei. Quelle: Sabine Hügelland
Reddelich

Frisch gebackenes Brot und Salz: Zünftig wurden Landwirtschaftsminister Till Backhaus und Sozialministerin Stefanie Drese (beide SPD) am Sonnabend in Reddelich zum dritten Apfelfest zugunsten der Obstarche begrüßt. Die Arche fördert den Erhalt und das Anlegen von Streuobstwiesen zwischen Reddelich und Brodhagen und wird vom Kulturverein Reddelich und Brodhagen unterstützt. „Das hatten wir so noch nicht“, sagte Reddelichs Bürgermeister Ulf Lübs. „Gleich zwei Minister zu Gast bei uns.“

Drese und Backhaus ließen sich viel Zeit, um sich an jedem Stand über die jeweiligen Produkte zu informieren –so auch an der mobilen Mosterei aus Satow. Dort herrschte reges Treiben, denn viele Gäste brachten ganze Anhänger-Ladungen Obst zum Entsaften mit. „Es ist immer wieder beeindruckend, was in Reddelich auf die Beine gestellt wird“, sagte Drese, die auch Schirmherrin der Obstarche ist. „Die Obstarche ist Vorbild, wie es im Ehrenamt gehen kann.“

Darüber hinaus wolle sie sich auch um ihren „Roten Krieger“ kümmern, so Drese – einen von ihr im Jahr 2017 gepflanzter Patenbaum. Da wollte sich auch Ministerkollege Backhaus nicht lumpen lassen und brachte am Samstag sein eigenes Bäumchen in die Erde. Eigentlich sollte es der „Gelbe Richard“ sein –doch die Hitze hatte dem dafür vorgesehenen Bäumchen in diesem Jahr zu stark zugesetzt. Aus einem Sämling der Apfelsorte „Gelber Richard“ wurde um 1880 im mecklenburgischen Vellahn die aromatische Sorte „Fürst Blücher“ gezüchtet. So pflanzte der Minister zwar einen Fürsten, der jedoch seinen Ursprung im Richard besitzt – und das auch noch „im kleinsten Mittelgebirge Deutschlands, in der Kühlung“, wie Backhaus sagte, als er zum Spaten griff: „Ich bin absolut begeistert von dem Projekt Obstarche – man merkt einfach, wie viel Herzblut hier drinsteckt.“ Wunsch der Macher sei es, dass die angelegte Streuobstwiese sowie die Obstbaum-Reihen auch die kommenden Generationen überdauern: „Sie sollen von Generation zu Generation weiter gepflegt, genutzt und kontinuierlich erneuert werden – das ist eine absolut unterstützenswerte Sache.“

Die Obstarche war aus diesem Grund auch eines der ersten Projekte, die vom Ministerium aus Mitteln des 2015 begonnenen Verkaufs von Streuobst-Genussscheinen unterstützt wurden. Für insgesamt zehn Jahre wird damit der Pflegeaufwand einer bestimmten Anzahl von Bäumen jährlich mit zehn Euro pro Baum gefördert. Till Backhaus erklärte, dass jede Streuobstwiese, die angelegt werde, solch eine Förderung erhalten könne – sie müsse nur beantragt werden.

„Wir beziehen viele unserer Bäume in der Kröpeliner Baumschule Hinrichs und haben damit gute Erfahrungen gemacht“, sagte die Koordinatorin der Obstarche, Dr. Silvia Kastell. Auf dem Apfelfest ließen sich zahlreiche Gartenbesitzer von Obstbaumkundler Dr. Friedrich Höhne beraten. „Endlich weiß ich, was ich da im Garten habe“, sagte etwa Andrea Rolf. „Undine“ und „Macoun“ waren die Namen der Äpfel, die Regina Köhn in ihrem Garten hat, wie der Pomologe herausfand. Brigitte und Wolfgang Henka zeigten sich erleichtert über die Gewissheit, einen „Gravensteiner“ zu besitzen.

„Prinz Albrecht von Preußen“ und der „Rote Berlepsch“ waren ebenfalls Festgäste – diese historischen Apfelsorten und weitere wurden von Mitgliedern der Obstarche als Baum verkauft. „Die Leute wollen wieder die alten Sorten, die es im Handel nicht gibt“, erklärte Obstarche-Mitglied Edgar Bartel. Daneben gab es für die Besucher auch jede Menge Pilze, Pflanzen, Kürbisse und Angelzubehör zu kaufen. „Wir haben einen guten Draht zu Petrus“, sagte Bürgermeister Lübs mit Blick auf den sonnigen Tag. Perfekt zum Apfelbaumpflanzen.

Sabine Hügelland

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