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Bad Doberan Besucherzentrum im Doberaner Marstall nur zwei Tage geöffnet
Mecklenburg Bad Doberan Besucherzentrum im Doberaner Marstall nur zwei Tage geöffnet
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18:33 09.10.2018
Der Marstall ist schmuck geworden. Das Besucherzentrum darin ist allerdings meistens geschlossen. Quelle: Lutz Werner
Bad Doberan

„Leider geschlossen“, stellte Urlauber Maik Clemens aus Woltersdorf bei Berlin am vergangenen Montag enttäuscht fest. Presste dann seine Nase an die große Glasscheibe der Eingangstür, um wenigstens ein wenig von dem zu erhaschen, was es drinnen zu sehen gibt und zog mit seiner Partnerin weiter. Vielen anderen Gästen, die am Montagvormittag zum Besucherzentrum im Marstall kamen, ging es genauso. Eigentlich sollte geöffnet sein. Zwei Öffnungstage bietet das Besucherzentrum im Marstall an: Sonntag von 11 bis 15 Uhr und am Montag von 10 bis 15 Uhr.

Maik Clemens (Urlauber aus Woltersdorf) stand mit Partnerin Sabine Schulz vor verschlossener Tür: „So ein Besucherzentrum sollte schon an sieben Tagen in der Woche geöffnet sein. Ich hätte einige Fragen.“ Quelle: Lutz Werner

Nach aufwendiger Sanierung und Umbau zogen dort im April dieses Jahres die Mieter ein. Unter ihnen die Stadt Bad Doberan, die in dem zentralen, großen Raum in der Mitte des langgestreckten Gebäudes – mit Unterstützung des Klostervereins – ein Besucherzentrum eröffnete. Ein Informationsangebot mit kleiner, aber attraktiver Ausstellung zur Klosteranlage. Aber dort werden den Touristen auch alle anderen Fragen rund um Bad Doberan beantwortet. Eigentlich.

Am Sonntag sorgen Ehrenamtler vom Klosterverein für den Service im Besucherzentrum. Am Montag ist dafür die Tourist-Info der Stadt zuständig. Dass das Besucherzentrum Montag ohne Angaben von Gründen geschlossen ist, sei leider kein Einzelfall, hörte die OZ von Nachbarn. „Eine Krankschreibung, eine andere Mitarbeiterin im Urlaub. Wir konnten leider nicht öffnen, entschuldigen uns aber dafür, dass darüber nicht informiert wurde“, so Bürgermeister Thorsten Semrau.

Das ist allerdings nicht das eigentliche Problem. Rand-Berliner Maik Clemens brachte es auf den Punkt. „Doberan hat eine wunderschön gestaltete und aufwendig restaurierte Kloster-Anlage. Ein Spaziergang ist sehr interessant. Danach will man mehr wissen, hat viele Fragen. So ein Besucherzentrum sollte eigentlich an jedem Tag geöffnet sein.“

Sabine Krahn-Schulze, die zweite Vorsitzende des Klostervereins, kann dem nur beipflichten. „Der Bedarf besteht. An den Sonntagen, an denen Vereinsmitglieder Dienst im Besucherzentrum machen, haben wir immer zwischen 60 bis 120 Besucher gezählt. Darunter sind auch immer wieder ausländische Gäste. Das sind meistens Leute, die nicht nur mal das große Kloster-Modell, die historischen Gemälde und die anderen Ausstellungsstücke anschauen wollen. Viele von ihnen haben sehr konkrete Fragen zur Geschichte des Klosters, zur jetzigen Nutzung und auch zur Geschichte von Bad Doberan“, sagt sie. Stellt aber auch klar: „Wir unterstützen die Stadt gern beim Betrieb des Besucherzentrums. Mehr, als wir jetzt tun, können wir als Verein nicht leisten. Es muss endlich eine Stelle geschaffen werden.“

Bürgermeister Thorsten Semrau: „Ab 2019 wird es eine Stelle für das Besucherzentrum geben. Das Geld ist im Haushalt geplant.“ Quelle: Anja Levien

Das wird ab 2019 so sein, kündigt Bürgermeister Thorsten Semrau an. Das Geld dafür sei im Haushalt geplant. „Wir wollen erreichen, dass dann das Besucherzentrum sieben Tage in der Woche geöffnet sein wird“, kündigt er an. Vielleicht werde eine Kollegin aus der Tourist-Info im Rathaus dann mit ihrem Arbeitsplatz in den Marstall umziehen. Über Details müsse noch gesprochen werden.

Kloster-Vogtei – mit diesem Namen versuchen die Geschäftsinhaber, die ihre Läden im Marstall und im Torhaus haben, das Gelände am Rand des Kloster-Areals – mit direkter Anbindung an die Innenstadt –zu vermarkten.

„Das Besucherzentrum sollte wirklich mehr geöffnet sein. Aber das ist nicht das einzige Problem“, sagt Jeanette Polzin. Sie betreibt im Marstall den Laden „Drei Haselnüsse“, bietet vor allem Kunst und Wohn-Accessoires an. „Wir liegen hier ein wenig versteckt. Touristen, die im Kloster-Gelände unterwegs sind, finden uns. Aber ich glaube, viele Doberaner wissen eigentlich noch gar nicht, was sich hier so entwickelt hat“, sagt sie.

Christiane Heise (Bad Doberaner Klosterladen): „Die Kloster-Vogtei mit dem Besucherzentrum und den kleinen Läden sollte im Tourismus-Marketing der Stadt besser berücksichtigt werden.“ Quelle: Lutz Werner

Kollegin Christiane Heise vom Bad Doberaner Klosterladen im Torhaus wird da noch deutlicher: „Die Kloster-Vogtei mit dem Besucherzentrum und den kleinen Läden sollte im Tourismus-Marketing der Stadt besser berücksichtigt werden. Da ist noch viel Luft nach oben“, sagt sie.

Ein Anfang soll in der Kulturnacht am kommenden Sonnabend gemacht werden. Anton Kryukow wird dann von 19 bis 21 Uhr am Marstall auf dem Knopfakkordeon zu erleben sein. Und am Torhaus wird der Pianist Robert de Luxe ab 19 Uhr bekannte Stücke von Bach bis Pink Floyd spielen. Dafür sorgen Gewerbetreibende. Für das Tourismus-Marketing ist allerdings die Stadt zuständig.

Wieder Leben im Marstall

Rund 1,8 Millionen Euro sind in die Umgestaltung des denkmalgeschützten Hauses geflossen. Investor war die Doberaner Wohnungsgesellschaft WIG. Darüber hinaus wurden weitere 200 000 Euro durch die Stadt in die Entwicklung der Außenanlagen im westlichen Klosterbereich investiert.

Fünf Wohnungen und drei Gewerbeeinheiten entstanden dort. Und in der Mitte des Gebäudes befindet sich das rund 100 Quadratmeter große Besucherzentrum.

Der Marstall – der historische Pferdestall – war vor seiner Sanierung für ein paar Jahre Sitz des Bauhofs. Das Fachwerkgebäude verfiel in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr, Sanierung und Umbau waren aufwendig.

Lutz Werner

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