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Bad Doberan Bagger frisst sich durch Stahlbeton
Mecklenburg Bad Doberan Bagger frisst sich durch Stahlbeton
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00:01 23.10.2017
In einzelne kleine Betonstücke ist die Brücke über dem Bahngleis zwischen Bad Doberan und Stülow zerfallen. An gleicher Stelle wird bis November 2018 eine neue gebaut. Quelle: Fotos: Anja Levien
Stülow

Die Abbruchschere greift in den Beton, rüttelt, zerrt, dann fallen einzelne Stücke zu Boden. Staub wirbelt auf. Nur wenige Stunden braucht es, um die Brücke zwischen Bad Doberan und Stülow über dem Bahngleis abzureißen, sodass nur noch die Pfeiler stehen. Seit Freitag und bis heute Abend haben die Bauarbeiter Zeit, das Bauwerk von 1925 verschwinden zu lassen, damit hier bis Ende November 2018 ein Neubau entstehen kann. Für den Abriss ist die Bahnstrecke zwischen Wismar und Bad Doberan voll gesperrt.

Brücke bei Bad Doberan wird abgerissen und neu gebaut / Bahnstrecke voll gesperrt

Seit 11. September ist für Autofahrer und Radfahrer die Kreisstraße 6 zwischen Bad Doberan und Stülow nicht mehr nutzbar, eine Umleitung eingerichtet. In den vergangenen Wochen wurde hier Platz geschaffen, um Baucontainer aufzustellen, die Baustelle einzurichten, Flächen zu schottern, informiert Björn Malenke vom Rostocker Unternehmen Inros Lackner, das mit der Bauüberwachung beauftragt ist. Dafür mussten Bäume gefällt, Sträucher entfernt werden. Auch, weil die Straßenführung zur Brücke komfortabler gestaltet wird, erläutert er. „Es wurde ein Amphibienschutzzaun aufgestellt, damit Frösche und Lurche nicht unter die Räder der Baufahrzeuge kommen“, sagt Björn Malenke und zeigt auf ein schwarzes „Band“, dass am Bauzaun befestigt wurde.

1500 Tonnen Beton abgerissen

Der Neubau der Brücke stand schon lange auf der Liste des Landkreises Rostock. Wegen des schlechten Zustandes der mehr als 90 Jahre alten Querung über die Bahngleise war die Fahrbahn der Kreisstraße bereits auf eine Spur verengt worden, Schwerlasttransporter mit mehr als 30 Tonnen durften sie nicht mehr passieren. Jetzt wird sie innerhalb von vier Tagen dem Boden gleich gemacht. Dabei dauert das Abreißen der Pfeiler aufgrund des Stahlbetons länger als das der Fahrbahn. Letzteres sei sogar schneller gegangen als erwartet, sagt Björn Malenke. Bis heute Abend werden 1500 Tonnen Beton verschwunden sein.

Über das Bahngleis wurde Kies und Folie gelegt, um dieses vor herabstürzenden Betonteilen zu schützen. Sind die Pfeiler abgerissen, werden die Schienen ausgebaut. „Wir müssen das Fundament rausholen, das sich teilweise unter der Gleisanlage befindet“, begründet Björn Malenke. Um kein Risiko einzugehen, würden die Schienen danach auf einer Länge von 18 Metern erneuert. Um das alles während der Vollsperrung zu schaffen, wird zum Teil rund um die Uhr gearbeitet. Für die Arbeiten haben die Planer auch zwei Abschnitte als Zeitpuffer eingeplant. So soll heute zwischen 20 und 21.30 Uhr die Gleisabnahme erfolgen. Offiziell haben die Arbeiter aber bis Dienstag 3.30 Uhr Zeit. Bis dahin gilt die Vollsperrung der Strecke.

Im Vergleich zu anderen Brückenabrissen sei dieser einfacher, so Björn Malenke. „Wir haben hier eine eingleisige Bahnstrecke und keine Oberleitung, das spart uns Auflagen. Auch bei der neuen Brücke gestaltet sich das hier unkomplizierter.“

2,27 Millionen Euro Kosten für Abriss und Neubau

Brückenabriss und -neubau kosten etwa 2,27 Millionen Euro. Die Deutsche Bahn finanziert davon 1,3 Millionen Euro, auf den Landkreis Rostock entfallen 970000 Euro, das Land unterstützt mit 634000 Euro. Die Querung wird auf 6,50 Meter zweispurig befahrbar sein, bekommt einen Fuß- und Radweg. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis 30. November.

Für die etwa 24 gefällten Alleebäume sollen 55 neue gepflanzt werden. Für die Fledermäuse werden fünf Ersatzquartiere an Bäumen im Umfeld der Baustelle angebracht, teilt der Landkreis mit.

Video auf www.ostsee-zeitung.de

Brücke mit Radweg

2,27 Millionen Euro wird das Bauvorhaben kosten. 1,3 Millionen wendet die Deutsche Bahn für den Brückenneubau auf. Auf den Landkreis Rostock entfallen rund 970000 Euro. Das Land unterstützt den Landkreis dabei mit 634000 Euro Fördermittel.

6,50 Meter wird die Fahrbahn zwischen den Borden breit sein. Der östliche Geh- und Radweg wird 3 Meter breit sein. Auf der westlichen Brückenseite wird es einen Notgehweg von 0,50 Metern geben.

Anja Levien

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