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Bad Doberan Bahnstopp in der Rostocker Heide?
Mecklenburg Bad Doberan Bahnstopp in der Rostocker Heide?
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00:38 05.05.2018
Förster Roger Kähler führt die Teilnehmer der Waldbereisung durch das Revier Schnatermann. Quelle: Fotos: Ove Arscholl
Hinrichshagen

Mit dem Zug in die Rostocker Heide, das ist bald vielleicht kein Problem mehr. Gleich zu Beginn der 25. Waldbereisung konnte Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) gestern mitteilen, dass die fachlichen und politischen Hürden für einen Haltepunkt in Wiethagen im Grunde ausgeräumt seien. „Wir waren im März beim Bürgermeister in Graal-Müritz und auch beim Verkehrsministerium. Die haben uns maximale Unterstützung zugesagt“, berichtete Matthäus. Der Bahnsteig soll nach Aussage des Senators wahrscheinlich 100 Meter lang werden und um die 500 000 Euro kosten.

Forstamt führte durch den Stadtwald und zog Bilanz über 25 Jahre Zusammenarbeit mit Rostock.

Der Wald in Zahlen

5974 Hektar bewirtschaftet das Stadtforstamt der Stadt Rostock derzeit insgesamt.5333 Hektar davon sind baumbestanden, der Rest sind Moore, Wiesen und Waldwege.

48 Prozent der Waldflächen sind mit Nadelbaumarten bewachsen, 52 Prozent mit Laubbäumen.

Forstamtsleiter Jörg Harmuth hatte sich schon seit Langem für den zusätzlichen Halt auf der Strecke zwischen Rostock und Graal-Müritz eingesetzt. Ob dieser tatsächlich gebaut wird, liegt nun bei der Rostocker Bürgerschaft, der die entsprechende Entscheidungsvorlage demnächst vorgelegt werden soll. „Ich hoffe, dass sie uns da auch folgen und wir das in zwei, drei Jahren auch realisiert kriegen“, so Matthäus.

Mit diesen positiven Nachrichten im Hinterkopf machten sich die Teilnehmer der Jubiläumsausgabe der Waldbereisung, bei der Harmuth und seine Kollegen den Forstbericht für 2017 vorstellten. Vom Ortseingang Hinrichshagen aus machte sich der Trupp auf den Weg ins Revier Schnatermann. Die Führung übernahm der zuständige Revierförster Roger Kähler. Schon beim ersten Stopp am Sandacker, einer geschützten landwirtschaftlichen Fläche, stand nicht mehr nur die reine Forstwirtschaft im Mittelpunkt, sondern auch das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat.

Landwirt Jan-Heinrich Lass, der sich der Waldbereisung angeschlossen hatte, versuchte, den schlechten Ruf der Chemikalie etwas gerade zu rücken. Für Tiere aller Art sei das Mittel unschädlich, so Lass. Die Erklärungen des Landwirts kamen bei einigen Teilnehmern des Rundgangs nicht gut an. „Auch wenn es nicht für Tiere schädlich ist, man nimmt ihnen ja dennoch die Nahrung weg“, konterte ein Mann. Die Förster berichteten daraufhin von den Blühstreifen, die in Zukunft noch entstehen sollen, um eine gesunde Umgebung vor allem für Insekten zu schaffen. Die ersten zwei Hektar würden jetzt schon bearbeitet, versicherte Jörg Harmuth.

Welche „Baustellen“ die Förster sonst noch zu bearbeiten haben, zeigten sie bei den weiteren Stopps. So ging es unter anderem vorbei an Bereichen, die noch von den der Last des vielen Schnees zu Ostern gezeichnet waren. Aber auch darüber hinaus hat das Forstamt mit einigen Problemen zu kämpfen. Besonders schwerwiegend: die Situation im Fichtenbestand. „Die Fichten sterben uns einfach unter den Händen weg“, berichtet Harmuth. Früher hätten die Nadelbäume 16 Prozent des Gesamtbestandes ausgemacht, heute seien es noch zwölf. Den Grund sieht der Förster in den veränderten Umweltbedingungen. Schließlich seien die Bestände zu ganz anderen gesellschaftlichen Bedingungen entstanden. Ebenfalls bedroht sind die Eschen. Diese sind laut Harmuth von einem Pilz befallen, der erst seit einigen Jahren schädlich für sie ist – niemand wisse, worin die Ursache dafür liegt.

Im Großen und Ganzen betrachtet der Förster den Zustand der Rostocker Heide aber als positiv. Das liege auch am großen Engagement der Bürger. „Die Identifizierung mit dem Wald ist enorm. Es waren schon oft Leute zum Aufräumen da, ohne dass wir dazu aufgerufen hätten“, erzählt Harmuth. Und auch die Zusammenarbeit mit der Rostocker Bürgerschaft und den jeweiligen zuständigen Senatoren sei über die Jahre durchweg gut gewesen. „Sie haben uns alle in Ruhe arbeiten lassen“, sagt Harmuth.

Auf eine enge Beziehung zur Rostocker Heide setzt das Forstamt auch mit seinem neuen Projekt: Noch dieses Jahr soll eine Waldküche entstehen. Neben dem Kochen soll auch Kräuterkunde auf dem Programm stehen.

Christina Milbrandt

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