Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan „Betonwüste“: Viel Kritik am Kleinen Kamp
Mecklenburg Bad Doberan „Betonwüste“: Viel Kritik am Kleinen Kamp
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:33 10.08.2018
Geschmackssache: Für viele Doberaner findet sich auf dem Kleinen Kamp nach der Umgestaltung zu wenig Grün. Quelle: Plottke, Lennart
Bad Doberan

Doberans Dauerbaustelle ist endlich verschwunden, Alexandrinenplatz und Kleiner Kamp sind frisch saniert, der Verkehr läuft dank neuer Führungen geordnet – also alles eitel Sonnenschein? Nicht ganz – denn vor allem an der Optik des neuen Ensembles gibt es jetzt jede Menge Kritik. „Der Platz sieht echt fade aus“, sagt etwa Stadtvertreterin Monika Schneider (Linke). „Gibt es da keine Pläne, das noch mit Blumen oder Ähnlichem aufzuhübschen?“ Doch, sagt Norbert Sass, Leiter im Amt für Stadtentwicklung: „Die gesamte Sanierungsmaßnahme Alexandrinenplatz wurde erst vor wenigen Tagen abgenommen – Verschönerungsarbeiten müssen jetzt folgen.“ Über eine mögliche Gestaltung sollte man in Ruhe nachdenken und die Ergebnisse in der kommenden Saison umsetzen, meint Sass und betont: „Die entsprechenden Arbeiten müssen zunächst mal ausgeschrieben und denkmalrechtlich abgestimmt werden.“

Finanzielle Mittel für Verschönerung der Innenstadt

Eine Aussage, die Hartmut Polzin (SPD) nicht nachvollziehen kann: „Ich denke, für die Begrünung des Kleinen Kamps stehen 25 000 Euro zur Verfügung – im Moment ist das doch nur eine große graue Betonwüste.“ Diese finanziellen Mittel sollten für die gesamte Innenstadt genutzt werden, stellt Sass klar: „Nicht ausschließlich für den Kleinen Kamp.“ Aber an dieser Stelle bestehe nun mal offenkundig der größte Handlungsbedarf, meint auch Birgit Mersjann (SPD): „Wenn Geld da ist, sollte man das auch hier einsetzen – damit auf dem tristen Platz wenigstens ein bisschen Leben aufkommt.“Er plädiere für ein Konzept, das die gesamte Innenstadt mit einbeziehe, sagt Thomas Römhild (UDI): „Das betrifft sowohl die Begrünung als beispielsweise auch einige Kunstobjekte, die zum Verweilen einladen.“ So könne etwa neben dem Kleinen Kamp auch der Markt attraktiver gestaltet werden, ist Römhild überzeugt: „Es muss eine langfristige Lösung her.“

„Blumenband“ vom Markt bis zum Alexandrinenplatz

Findet auch Jochen Arenz: „Vom Alexandrinenplatz über die Mollistraße bis zum Markt sollten wir ein Blumenband spannen“, sagt der fraktionslose Stadtvertreter. „Da sind sowohl Stadt als auch Privatleute gefordert.“ Er könne sich etwa „Blumenampeln“ vorstellen, wie sie aktuell bereits vor der Kamp- Schule stehen, so Arenz: „Dafür finden sich garantiert auch Paten – viele Geschäftsleute würden sich bestimmt für diese Ideen begeistern lassen.“ Für Magdalena Edner (CDU) haben jetzt kurzfristige Lösungen Priorität: „Das Blumenbeet am Rand des Alexandrinenplatzes ist total verunkrautet“, ärgert sich die Stadtvertreterin. „Da steht das Gestrüpp fast einen Meter hoch.“

Sie habe schon überlegt, das Unkraut selbst herauszuziehen, so Edner: „Das alles ein bisschen schöner zu machen, kann doch nicht die Welt kosten und dauert maximal einen halben Tag – da würden schon ein paar Studentenblumen reichen.“ Das sieht Jochen Arenz ähnlich: „Es gibt jede Menge Möglichkeiten, hier schnelle Verbesserungen zu erzielen – das geht von heute auf morgen und hat auch nichts mit Denkmalschutz zu tun.“

Neben viel Kritik an der kargen Optik des neuen Alexandrinenplatzes inklusive Kleinem Kamp stören sich viele Doberaner aber auch an der neuen Busspur. „Wir wollten in diesem Bereich eigentlich eine Verkehrsberuhigung und Tempo 30“, sagt Thomas Römhild. „In der Praxis haben wir aber das Gegenteil erreicht.“ Denn aufgrund einer fehlenden Markierung würden viele Autofahrer gar nicht bemerken, dass es sich hier um eine Straße und eine daneben liegende Busspur handele, so Römhild: „Nach dem Fußgängerüberweg verbreitert sich die Straße plötzlich wieder – das ist doch geradezu ein Ansporn zum schneller Fahren.“ Und: Einige auswärtige Verkehrsteilnehmer glaubten offenbar, dass es in diesem Bereich zwei Fahrspuren gebe, sagt Norbert Sass: „Manchmal passiert es, dass sich während einer Molli-Rotphase alle Fahrer brav vor der Ampel anstellen – und dann rechts von einem Auto überholt werden.“

Dabei könnte man mit einer einfachen Markierung ohne großen Aufwand für klare Verhältnisse sorgen, ist Thomas Römhild überzeugt. „Ich habe unsere Argumente bereits bei der Unteren Verkehrsbehörde vorgetragen“, erklärt Bauamts-Chef Sass: „Die meinten aber, dass es hier keinen Handlungsbedarf gibt . . .“

Plottke Lennart

Landesliga-Kicker treten beim Favoriten FC Schönberg an. Mulsower SV in Sternberg gefordert.

10.08.2018

Immer mehr Schwangere nehmen die Betreuung in Anspruch. Die Gründe dafür sind vielfältig. So kompliziert wie in der Hansestadt ist die Suche nach einer geeigneten Hebamme im Landkreis Rostock aber noch nicht.

10.08.2018

Schutzverordnung fordert Tierhalter zum Handeln auf / Doberaner Verein finanziert Arztkosten durch Spenden

10.08.2018