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Bad Doberan Blick auf die eigene Bewegung
Mecklenburg Bad Doberan Blick auf die eigene Bewegung
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09:22 14.03.2018

„Bewegung heißt Leben“, sagt Ines Pillat-May. Sie erhöhe die Lebensqualität. „Je bewegungsloser man ist, umso steifer wird man. Wenn man lernt, alltägliche Sachen in einer anderen Qualität zu tun, das macht fit und gesund.“ Und hier kommt die 54-Jährige aus Kirch Mulsow ins Spiel. Sie ist Kinaesthetics-Trainerin.

Ines Pillat-May, Kinaesthetics-Trainerin

Kinaesthetics ist die Kunst der Bewegungswahrnehmung, die Auseinandersetzung mit der eigenen Bewegung. Die Kirch Mulsowerin unterstützt pflegende Angehörige, Pflegekräfte, aber auch Pflegebedürftige dabei, sensibler für ihre eigenen Bewegungen zu werden und dadurch ihre eigene Gesundheit zu entwickeln. „Einen Angehörigen zu pflegen ist ein harter Job, egal wie viel Hilfe man bekommt. Es wird gehoben und getragen.“ Dabei achteten die wenigsten Angehörigen auf ihre eigenen Bewegungen, bekommen Rückenprobleme. Auch Pfleger arbeiten mit ihrer ganzen Körperkraft. In der Kinaesthetics lernen sie, wie sie mit ihrer Bewegung und der des Pflegebedürftigen interagieren.

In Mecklenburg-Vorpommern gebe es laut Ines Pillat-May etwa sechs aktive Kinaesthetics-Trainer. Sie selbst habe in verschiedenen Bereichen der Pflege gearbeitet, war Krankenschwester, hat Krankenpflegeschüler ausgebildet und sich um Fort- und Weiterbildung im Pflegedienst gekümmert. Durch Letzteres sei sie auf die Kinaesthetics aufmerksam geworden. „Ich fand das so spannend“, sagt sie und ließ sich ausbilden. Jetzt kann sie zertifizierte Schulungen anbieten für alle, die damit zu tun haben, Menschen zu bewegen.

Dabei gehe es auch darum, den Pflegebedürftigen ihren Raum zu lassen. Jemandem, der mobil eingeschränkt ist, die Jacke nicht einfach anzuziehen, sondern ihm die Zeit geben, es selber zu versuchen und ihn gegebenenfalls zu unterstützen. Denn wenn er die Jacke von jemand anderen angezogen bekomme, werde er es bald selber nicht mehr versuchen und ziehe sich immer mehr in sich zurück, erläutert die Kinaesthetics-Trainerin. Einen Mangel an Zeit, dass der Pfleger oder der Angehörige selbst schnell die Jacke überziehe, lasse sie als Begründung nicht zu. „Je unselbstständiger eine Person wird, desto mehr habe ich als Pflegekraft zu tun.“

Man müsse nicht kerngesund sein, um Lebensqualität zu haben, macht Ines Pillat-May deutlich. „Aber mit dem, was da ist, etwas Gutes machen, das kann man lernen.“

al

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