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Bad Doberan Bootshafen rückt in weite Ferne
Mecklenburg Bad Doberan Bootshafen rückt in weite Ferne
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14:38 05.11.2018
Rückt in immer weitere Ferne: ein Wasserwanderrastplatz vor der Küste Nienhagens. Quelle: INROS LACKNER SE
Nienhagen

Ein kleiner Bootshafen vor Nienhagens Küste – selbst für die größten Optimisten im Ostseebad rückt dieses Szenario in immer weitere Ferne. „Ganz ehrlich“, sagt etwa Bürgermeister Uwe Kahl (CDU), „die Chance, dass dieses Projekt doch noch einmal Wirklichkeit wird, sehe ich derzeit bei nur einem Prozent.“ Aktuell warte man auf den Fördermittelbescheid für eine Machbarkeitsstudie, so Kahl: „Aber wie alles zu dieser Thematik zieht sich auch das wieder ewig in die Länge.“

Seit mehr als zweieinhalb Jahren wird im Ostseebad nun schon über einen Wasserwanderrastplatz mit 80 Liegeplätzen sowie Bootsverleih und Surfschule diskutiert – viel mehr als jede Menge Studien und theoretische Pläne gab es bislang aber noch nicht. Weil die Planungen bereits im vergangenen Sommer ins Stocken geraten waren, machten sich Ende Juli 2017 die Minister Till Backhaus (Umwelt) und Harry Glawe (Wirtschaft) auf Einladung ein Bild vor Ort. „Innerhalb eines Monats sollten wir danach Informationen zu technischen und genehmigungsrechtlichen Fragen bekommen“, erinnert sich Uwe Kahl. „Letztlich hat auch das alles ein Dreivierteljahr gedauert.“

Nach langem Hin und Her hatte das Umweltministerium in Schwerin der Gemeinde im Frühjahr dieses Jahres Empfehlungen gegeben – und eine Machbarkeitsstudie für notwendig erachtet, „in der auch eine fundierte Abschätzung der Einnahmen und der zu erwartenden Folgekosten für Betrieb, Instandhaltung und Instandsetzung vorzunehmen ist“. Mit Blick auf die Zusammenarbeit sei er schon ein wenig enttäuscht, sagt Gemeindevertreter Wilhelm Chmiela (SPD): „Auf der einen Seite hat man beim Ministerium Optimismus verbreitet und uns ermuntert, auch aus touristischer Sicht an dem Projekt weiterzuarbeiten – andererseits werden wir immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.“

Projekt droht aus Förderperiode 2019 herauszufallen

Dabei habe man bereits viel Kraft und Zeit in das Thema investiert, so Chmiela: „Es gab unzählige Gespräche, Termine, drei Gutachten etwa zur Wirtschaftlichkeit und Belangen der Umwelt – wenn der Wasserwanderrastplatz auch in Schwerin gewollt wäre, würden die Ministerien ihre Hausaufgaben gründlicher machen.“

Das Problem: „Uns läuft die Zeit weg“, macht Uwe Kahl deutlich. „Ich befürchte, dass wir so aus der aktuellen Förderperiode rausfallen.“ Denn Nienhagen ist bei dem Millionenprojekt auf finanzielle Unterstützung angewiesen: „Bis 2019 muss ein entsprechender Antrag gestellt werden – dann wäre eine Förderung bis zu 90 Prozent möglich.“ Wobei: „Mittlerweile würden sich die Baukosten bei diesem aufgeheizten Markt noch mal erheblich erhöhen“, vermutet Kahl. „Am Anfang sind wir ja von rund zehn Millionen Euro ausgegangen – die Gesamtsumme dürfte jetzt schon bei 13 bis 15 Millionen Euro liegen.“

Heißt: Selbst wenn das Projekt die Maximal-Förderung von 90 Prozent bekommen würde, müsste das Ostseebad 1,3 bis 1,5 Millionen Euro an Eigenmitteln berappen. „Das kann ich langsam niemandem mehr erklären“, sagt der Bürgermeister. „Da würden wir uns ja als Gemeinde finanziell nackig machen.“ Sieht auch Wilhelm Chmiela ähnlich: „In der Zwischenzeit sind doch so viele neue Dinge auf die Tagesordnung gekommen – da muss der Bootshafen immer wieder neu eingeordnet werden.“ So habe jetzt etwa der Kita-Anbau oberste Priorität: „Und der wird ja offenbar auch deutlich teurer, als ursprünglich gedacht.“

Er würde das Hafen-Projekt noch nicht endgültig streichen, sagt Chmiela und stellt klar: „Aber wir sollten es erst angehen, wenn wir es auch können und dürfen.“ Was Uwe Kahl daneben ärgert: „Ursprünglich wollten wir nur unseren Strand verbreitern – aber uns wurde ja gerade empfohlen, auch einen Wasserwanderrastplatz zu bauen, weil so die Aussicht auf Fördermittel viel höher wäre.“

Lennart Plottke

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