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Bad Doberan Brandschutz braucht mehr Geld
Mecklenburg Bad Doberan Brandschutz braucht mehr Geld
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00:00 18.03.2013
Zeichen des Zusammenwachsens der Feuerwehrverb�nde G�strow und Doberan: die Fahne des Kreisfeuerwehrverbandes Rostock.
Gnoien

Kein Redner auf dem Kreisfeuerwehrtag am Wochenende in Gnoien vergaß den Appell an die Landesregierung in Schwerin: Brandschutz ist eine kommunale Pflichtaufgabe, deshalb müssen die Gemeinden soviel Geld bekommen, dass sie ihre Feuerwehren auch finanzieren können.

Aber nicht nur in dieser Sache zeigten die 158 Delegierten der Freiwilligen Feuerwehren im Kreisfeuerwehrverband im Kreis Rostock Geschlossenheit. Symbolisiert in der feierlichen Übergabe einer Verbandsfahne, die gleich auf dem Feuerwehrtag geweiht wurde, hat auch das Zusammenwachsen der ehemaligen Feuerwehrkreisverbände Güstrow und Bad Doberan offenbar reibungslos funktioniert. So gut, dass Kreistagspräsidentin Ilka Lochner-Borst lobte: „In der Art des Zusammenwachsens können wir uns im Kreistag einiges von ihnen abgucken — und kommen dann vielleicht einen Schritt nach vorn.“

Trotzdem haben die Feuerwehren Sorgen. „Die Zahl der Einsätzkräfte sinkt, gleichzeitig sinkt auch die Anzahl der Jugendfeuerwehrmänner“, sagte der Kreiswehrführer Mayk Tessin. „Um den flächendeckenden Brandschutz in Mecklenburg-Vorpommern erhalten zu können, brauchen wir jede Einheit der Feuerwehr mit der entsprechenden Personalausstattung.“ Tessin appellierte an alle Verantwortlichen, weiter für Einsatzkräfte zu werben.

Doch fehlen den Feuerwehren im Landkreis mehr als nur einsatzbereite Männern und Frauen. Tessin wurde deutlich: „Wir können hier noch soviel beschließen oder wollen: Wenn die Finanzen der Gemeinden nicht stimmen, geht gar nichts. Das Land muss die Gemeinden finanziell so ausstatten, dass sie die Pflichtaufgabe Brandschutz auch erfüllen können.“

Auch Kreisjugendwart Frank Zangenberg beklagte die „immer schwieriger werdende finanzielle Situation „in den Jugendfeuerwehren im Besonderen“. Dabei stehe außer Frage, dass Feuerwehrnachwuchs nur über die Jugendfeuerwehren gewonnen werden könne. „Die demografische Entwicklung schlägt gnadenlos zu“, sagte Zangenberg. „Es gibt immer weniger Jugendliche, die in die Feuerwehr eintreten könnten.“

Umso mehr gelte es, die Jugendfeuerwehren attraktiver zu gestalten, neben der Ausbildung auch das Angebot an Freizeitaktivitäten zu verbreitern.

Beim Landesbrandmeister Heino Kalkschies ist das Problem angekommen. „Jede Feuerwehr, die keine Jugendabteilung hat, kann sich genau ausrechnen, wann sie die Toren zumachen muss“, sagte er.

Kalkschies sieht vor allem Konflikte beim Übergang von der Jugend- in die aktive Feuerwehr. „Wenn die jungen Leute keine Ausbildungsplätze bei uns im Land bekommen, sind die für die Feuerwehr bei uns verloren.“

Auch Kalkschies vergaß nicht, an das Land zu appellieren: „Man kann nicht Brandschutz per Gesetz zur Pflichtaufgabe deklarieren, und bei der Mittelvergabe die Feuerwehren vergessen.“

Kreisfeuerwehrverband
4253 Feuerwehrleute — Aktive und Reservisten — leisten Dienst in den Feuerwehren im Landkreis Rostock. Vor einem Jahr waren es noch 4400 Aktive.

270 Feuerwehrleute stark ist die größte Wehr im Landkreis in der Gemeinde Dummerstorf.

1198 Einsätze leisteten die Feuerwehrleute 2012. 532 Brände wurden gelöscht, 526 Mal wurde technische Hilfe geleistet.

Klaus Walter

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