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Bad Doberan Bringen Leben ins Dorf: Landfrauen und Verein
Mecklenburg Bad Doberan Bringen Leben ins Dorf: Landfrauen und Verein
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00:01 30.01.2018
Mehr als 2000 Gäste zählte der Landtechnik-Verein über den Tag verteilt beim Ernte- und Traktorenfest. Quelle: Fotos: Sabine Hügelland (6), Lutz Werner

Meist sausen Autofahrer nur am Dorf mit seinen 125 Einwohnern vorbei. In Bojanewitz, wie Jennewitz mit der ersten urkundlichen Erwähnung 1192 genannt wurde, gibt es jedoch einiges zu entdecken.

Landfrau Annemarie Schwanitz (l.) mit ihrer Mutter Ursula Büge, die bereits seit 70 Jahren in Jennewitz lebt.
Der Vorsitzende Frank Schwanitz vor dem Vereinswagen mit dem Logo für den Verein „Landtechnik e. V. Jennewitz“.

Seit drei Jahren existiert im Ort die Gruppe „Landfrauen aktiv“, die sich aus der Jennewitz-Diedrichshagen-Gruppe gründete. Heute gehören ihr 17 Mitglieder im Alter von 30 bis 70 Jahren an. „Wir kommen alle 14 Tage zusammen“, sagt Annemarie Schwanitz. Die Landfrauen haben zwei Räume, die früher der LPG gehörten. „Es war das Pförtnerhäuschen und Telefonzentrale und später DRK-Kleiderkammer“, sagt sie. Ihre Tochter Sandra Horvath ist die Vorsitzende: „Wir treffen uns am 31. Januar, um schon Ideen für das Ernte- und Traktorenfest am 18. August zu sammeln. Das wird vom Verein „Landtechnik e.V. Jennewitz“ durchgeführt und wir sind Teil des Programms“, sagt Horvath, deren Lebensgefährte Mirko Kramer in der Landtechnik Mitglied ist. „Wir hoffen auf gutes Wetter. 2017 stand alles unter Wasser, die Gäste kamen in Gummistiefeln.“ Im vergangenen Jahr sorgten die Landfrauen mit einer Parodie von DSDS für Stimmung. Es ist viel Arbeit für die Frauen, die auch Veranstaltungen in Kröpelin unterstützen.

Annemaries Bruder Frank Schwanitz ist der Vorsitzende des Vereins „Landtechnik e.V. Jennewitz“. Seine Fahrzeuge stehen in Diedrichshagen in einer Halle. „Wir sind 25 Vereinsmitglieder im Alter von 22 bis 65“, so der 41-Jährige. „Drei Feste wurden damals privat organisiert und dann erst der Verein gegründet.“ So feiern die Jennewitzer in diesem Jahr ihr zehntes Ernte- und Traktorenfest. Das Besondere an dieser Veranstaltung: „Da dürfen auch Kinder einen Trecker fahren, natürlich in Begleitung eines Erwachsenen.“ Bis zu 2000 Gäste seien über den Tag verteilt schon gezählt worden, sagt Frank Schwanitz. Die Mitglieder selbst bringen acht Trecker, zwei Lkws und Busse mit. „Wir werden bald wieder das Gespräch mit der Agrar AG suchen, weil wir dringend einen Platz für unser Fest brauchen und dort wurden wir schon öfter unterstützt.“

Frank Schwanitz löste Jan Büge als Vorsitzenden ab. Gegründet hat den Verein jedoch der Bruder von Jan, Günther Büge. Ursula Büge wird in diesem Jahr 92 Jahre alt. Sie hat sieben Kinder in die Welt gesetzt und kann sich über elf Enkelkinder und elf Urenkel freuen. „1947 haben meine Eltern hier gesiedelt. Mein Vater war einige Zeit lang Bürgermeister.“ Ihre Tochter Annemarie Schwanitz ist vielen aus der Region sicher aus der Fleischerei Hackendahl in Kröpelin bekannt, wo sie viele Jahre als Fleischfachverkäuferin arbeitete. „Seit diesem Jahr bin ich in Rente“, sagt sie. Langeweile wird bei ihr nicht aufkommen, es gibt daheim immer etwas zu tun.

„Jennewitz ist doch schön, ich lebe gern hier und das schon seit 1954“, sagt sie. „Wir liegen dicht an Kühlungsborn und Kröpelin. Nur vom Auto ist man hier abhängig“, so die 63-Jährige. Dass jetzt ein neues Wohngebiet in Jennewitz erschlossen wird, gefällt ihr gut. „Dann kommt neues Leben ins Dorf“, sagt sie. Früher hätten die Bewohner mehr gemeinsam gefeiert, erinnert sie sich: „und viel getanzt.“ Das Ernte- und Traktorenfest bringt an einem Tag wieder etwas von der alten Zeit zurück.

Sabine Hügelland

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