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Bad Doberan Bunge will für Doberan kämpfen: „Land mutet der Stadt zu viel zu“
Mecklenburg Bad Doberan Bunge will für Doberan kämpfen: „Land mutet der Stadt zu viel zu“
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00:00 09.03.2013
Bad Doberan

Mollistraße, Kamp, Markt: Wenn Martina Bunge an Bad Doberan denkt, dann voller schöner Erinnerungen: „Früher bin ich mit meiner Familie ganz oft nach Bad Doberan gefahren.“ Denn in der Münsterstadt gab es, was in den Plattenbau-Siedlungen im Rostocker Nordwesten fehlte: Geschäfte, Schaufenster. „Ich weiß immer noch, wie meine Kinder staunend vor dem Schaufenster eines kleinen Spielwaren-Ladens standen. Sie haben sich an der Scheibe die Nasen platt gedrückt.“ In den 1980er Jahren war das. Doch langsam drohe Doberan, den schönen Charme zu verlieren: „Und dagegen will ich etwas tun“, verspricht die 61-jährige Bunge. Sie sitzt für die Linken im Berliner Bundestag. Und dort will sie sich künftig auch für die Münsterstadt und die Umgebung einbringen.

Wenn am 22. September ein neues Bundesparlament gewählt wird, tritt Bunge für ihre Partei als Direktkandidatin für den neuen Großwahlkreis mit Bad Doberan, Wismar, Parchim und Grevesmühlen an. „Das wird ein spannender Wahlkampf. Meine Mitbewerber sind allesamt bekannt“, sagt Bunge. Vor allem von der SPD erwartet sie in diesem Jahr mehr als noch beim Urnengang 2009. Aber in Ehrfurcht erstarren — nein, das wird sie nicht. Wieso auch: Bunge ist ein echter Politprofi. Von 1998 bis 2002 war sie Sozialministerin in der rot- roten Landesregierung in Schwerin, seit 2005 sitzt sie im Bundestag.

„Ich kenne Doberan sehr gut. Ich durfte der Stadt als Ministerin den Heilbad-Titel verleihen“, sagt Bunge. Sorgen bereitet ihr aber, was die „große“ Landespolitik derzeit der Stadt zumutet: „Die Schließung des Amtsgerichtes ist ein Fehler. Das löst einen Dominoeffekt aus, der sehr gefährlich ist.“ Bad Doberan sei ein großer Name im Land: „Die Stadt ist ein Tourismus-Magnet. Doch alles, was das Land derzeit mit der Region macht, ist kontraproduktiv.“ Der Abzug großer Teile der Kreisverwaltung, nun das Amtsgericht: „An der Mollistraße sind doch schon jetzt viele Geschäfte geschlossen.

Und dann soll noch mehr Kaufkraft verloren gehen?“ Dagegen wolle Bunge kämpfen — in Berlin, für die Region.

Eines der Hauptthemen im Wahlkampf Bunges wird auch in diesem Jahr der Mindestlohn sein: „Als ich 2005 zum ersten Mal für den Mindestlohn geworben habe, wurde ich ausgelacht. Aber gerade für unser Land ist es wichtig, dass wir gute und faire Löhnen zahlen.“ Eigentlich, da macht Bunge keinen Hehl draus, seien sogar die bislang diskutierten zehn Euro zu wenig. „Dass sich jetzt sogar die CDU mit dem Thema beschäftigt, ist einer der Erfolge der Linken“, so Bunge.

Vor allem für den Nordosten, der vom Tourismus lebt und in dem immer mehr Pflegekräfte für die alternde Bevölkerung gesucht werden, sei der Mindestlohn wichtig: „Die Menschen müssen genügend Geld zum Leben verdienen — sonst wandern sie. Es muss aber gelingen, wieder junge Leute in die Region zu locken“, sagt Bunge. Im Sommer will sie mit einer großen Radtour um Stimmen kämpfen: „Es wird spannend.“

Andreas Meyer

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