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Bad Doberan Bushaltestellen müssen bis 2022 barrierefrei sein
Mecklenburg Bad Doberan Bushaltestellen müssen bis 2022 barrierefrei sein
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06:53 18.04.2018
Wir wissen nicht, wie der Ausbau bezahlt werden soll.Thomas Jenjahn Bürgermeister Mulsow

Bis 2022 müssen alle 2406 Bushaltestellen im Landkreis Rostock barrierefrei sein. So schreibt es das Personenfördergesetz des Bundes vor. Um dieses Ziel zu erreichen, hat der Kreistag nun ein Konzept verabschiedet. „Wir gehen davon aus, dass der größte Teil der Haltestellen umgebaut werden muss“, sagt Landkreis-Sprecher Michael Fengler. Das neue Konzept sei eine Handlungsempfehlung für Ämter, Städte und Gemeinden, damit die Bushaltestellen fristgerecht barrierefrei sind. Das Personenfördergesetz sieht zwar Ausnahmen vor – diese müssen jedoch konkret benannt und begründet werden.

Wie viele Haltestellen im Landkreis umgebaut werden müssen, ist noch unklar. „Die genaue Erfassung soll in diesem Jahr mit dem sogenannten Haltestellenkataster stattfinden“, sagt Fengler. Fakt ist:

Der Zustand der Haltestellen ist höchst unterschiedlich. Vor allem in ländlichen Gebieten mit sehr geringen Fahrgastzahlen gibt es oft nur einen Haltestellenmast. Teilweise seien auch Fahrgastunterstände vorhanden, wie es in der Einleitung des neuen Konzeptes heißt. In Kleinstädten mit höheren Fahrgastaufkommen seien die Haltestellen hingegen schon teilweise barrierefrei ausgebaut. Die höchste Stufe weisen Städte mit hohem Fahrgastaufkommen und zentrale Omnibusbahnhöfe auf.

Für den Ausbau der Haltestellen sollen die Gemeinden nun Prioritätenlisten erarbeiten. Das Konzept empfiehlt hier: „Bei einem noch geringen Anteil an barrierefreien Haltestellen ist es sinnvoll, einen Ausbau vorrangig entlang wichtiger Linien vorzunehmen, um einen Grundbestand an barrierefreien Zugangsstellen zu erreichen.“ Auch gibt es konkrete bauliche Vorgaben: „Eine barrierefreie Haltestelle hat grundsätzlich eine Mindestlänge von 18 Metern zuzüglich Absenker, eine Mindestbreite von 3 Metern sowie eine Bordhöhe von 18 Zentimetern aufzuweisen.“

Viele Gemeinden begrüßen das neue Konzept. „Es ist gut, dass der Bestand erfasst wird und wir nun eine konkrete Leitlinie haben, wie die Haltestellen aussehen sollen“, sagt Thomas Jenjahn, Bürgermeister von Kirch Mulsow und Vorsteher des Amtes Neubukow-Salzhaff. Knackpunkt sei allerdings die Finanzierung – diese ist durch die Gemeinden zu stemmen. Der Landkreis sieht sich in einer „rein beratenden und unterstützenden Funktion“, wie es im Konzept heißt. „Wenn wir den Ausbau richtig machen, wird das aufwendig und teuer“, befürchtet Jenjahn.

Immerhin: Land und EU fördern über ein Sonderprogramm den barrierefreien Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs. Von 2015 bis zunächst 2018 stehen hier rund 15 Millionen Euro bereit. „Zahlreiche Kommunen müssen auch mit Bund und Land ins Gespräch und Verhandlungen kommen, damit die Umrüstung der Haltestellen an Bundes- und Landesstraßen erfolgen kann“, sagt Landkreis- Sprecher Fengler.

Ein weiteres Problem: „Viele Ortszentren sind bereits erneuert worden, als es dieses Konzept noch nicht gab“, sagt Jenjahn. Es müsse nun geklärt werden, inwiefern Unterschiede berücksichtigt werden.

Auch in Rövershagen sind die Haltestellen bereits erneuert worden. „Wir haben das schon vor Jahren gemacht. Alle Haltestellen sind seitdem barrierefrei“, sagt Bürgermeisterin Verena Schöne. Bezahlt habe dies die Rostocker Stadtreklame – im Gegenzug darf das Unternehmen die Haltestelle mit Werbung gestalten.

Blankenhagens Bürgermeister Peter Kroeger betont, dass es sich beim neuen Konzept vor allem um eine Richtlinie handle. „Es ist kein Gesetz.“ In Mandelshagen gebe es zum Beispiel auf 50 Meter vier Haltstellen. „Da kann ich nicht an jedem Punkt eine Überdachung machen“, so Kroeger. Andererseits sei eine Richtschnur wichtig. „Wenn jeder baut, wie er will, geht es nicht auf.“ Die Grünen begrüßen, dass das Konzept die Kommunen bei der Beantragung von Fördermitteln entlastet.

Mehr Barrierefreiheit nötig, weil Einwohner älter werden

Der Anteil der Einwohner ab 65 Jahren wird sich im Landkreis Rostock voraussichtlich von 21,9 Prozent im Jahr 2015 auf 28,5 Prozent im Jahr 2030 erhöhen. Damit steigt auch der Anteil der Personengruppe, für die eine Barrierefreiheit zwingend notwendig ist, heißt es im neuen Haltestellenkonzept. Die Regionalbus Rostock GmbH (Rebus) hat darauf bereits reagiert und in barrierefreie Busse investiert. Aktuell sind von 143 Fahrzeugen 122 niederflurig. Bei sechs Fahrzeugen handelt es sich um Hochbodenfahrzeuge mit Lift oder Rampe. Bis 2022 soll die gesamte Fahrzeugflotte von Rebus barrierefrei sein.

André Wornowski

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