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Bad Doberan Christel von der Post ist beliebt
Mecklenburg Bad Doberan Christel von der Post ist beliebt
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00:05 10.04.2018
Hohen Niendorf

Wenn bei Christel Rossow (67) der Wecker klingelt, liegen die meisten Hohen Niendorfer noch im Tiefschlaf. „Ich habe mich an das Frühaufstehen längst gewöhnt. Schließlich trage ich schon seit 1994 die OSTSEE-ZEITUNG, den Ostsee-Anzeiger und inzwischen auch die Nordbrief-Post aus. Da habe ich oft fast 500 Zeitungen plus Briefe bei mir“, sagt die Rentnerin. „Bezahlten Frühsport“ nennt sie daher ihre allmorgendliche Tätigkeit. Rund 28 Kilometer zeigt der Tacho an, wenn sie ihre Tour hinter sich hat. Nicht mitgezählt sind die Kilometer, die sie dabei zu Fuß zurücklegt. Sechs Mal pro Woche, mit Ausnahme des Sonntags, macht sie ihre Runde im Morgengrauen. Mit Halt in Hohen Niendorf, Unter Bastorf, Bastorf und Kägsdorf.

Christel Rossow bringt auch in Hohen Niendorf die OZ und die Nordbrief-Post in die Häuser.

„Ich habe den Ehrgeiz, dass jeder so früh wie möglich, seine OZ im Briefkasten hat“, sagt Rossow. Denn sie weiß, dass die Zeitung am Morgen genauso dazu gehört, wie frisch gebrühter Kaffee und warme Brötchen. Zwei bis fünf Stunden ist sie unterwegs. Abhängig davon, wie viele Zeitungen und Briefe sie auszutragen hat. Und wie das Wetter ist. Oft kämpft sie mit Regen und Wind. Häufig sind die Hände klamm vor Kälte. „Doch dann gibt es diese Morgenstunden, in denen ich einen wunderschönen Sonnenaufgang erlebe, die Luft ganz frisch ist und die Natur erwacht. Das entschädigt für Vieles“, schwärmt Christel Rossow.

„Für uns ist sie die Christel von der Post, auf die immer Verlass ist“, lobt Eberhard Klein (66). Er ist ebenso wie Rossow ein Hohen Niendorfer Urgestein, wenngleich beide eigentlich Zugezogene sind.

„Unsere Eltern kamen mit vielen anderen Flüchtlingen aus Ostpreußen 1945 hierher. Sie wurden damals freundlich aufgenommen, doch das Leben war für die Neuankömmlinge sehr hart. Wohnraum war knapp, zu essen gab es wenig, und die Arbeit schwer“, erinnern sich beide, die schon zusammen im Sandkasten spielten. Heute gehören sie zu den Hohen Niendorfern, die dafür sorgen, dass sich in ihrem Dorf nicht Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen.

„Wir sind ja nicht so viele Leute hier, doch das Bedürfnis, sich nicht nur über den Gartenzaun zu unterhalten, sondern auch mal in gemütlicher Runde zu feiern, ist da. Zumal es auch Neubürger gibt, die hier ihr Eigenheim gebaut haben und die wir integrieren möchten. Deshalb organisieren wir zwei Feste im Jahr“, sagt Eberhard Klein. Ihm zur Seite stehen dabei neben Christel Rossow auch Barbara Neitz und Beate Timm. Den Auftakt bildet Ende Januar oder Anfang Februar das Tannenbaumverbrennen. Während die Bäume in Flammen aufgehen, wird gegrillt, Glühwein getrunken, Kuchen gegessen und Kaffee getrunken. „Und einen kleinen ,Spaßmacher‘ gibt es natürlich auch“, ergänzt Klein. Gut fünf Monate später trifft sich das Organisatoren-Quartett erneut, um das Sommerfest vorzubereiten. Die Tische und Bänke dafür stellt die Gemeinde. Und die sind regelmäßig bis in die späten Abendstunden besetzt.

wg

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