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Bad Doberan „Coole Kräuterhexe“ gibt Koch- und Gesundheitstipps
Mecklenburg Bad Doberan „Coole Kräuterhexe“ gibt Koch- und Gesundheitstipps
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06:33 26.08.2014
Kräuterhexe Edelgard Gruhne findet fast überall Kräuter — und erklärt ihren Gästen Bedeutung und Verwendungsmöglichkeiten. Quelle: Fotos: Sabine Hügelland

Der Wind zupft am großen Strohhut von Edelgard Gruhne. Sie ist eine echte Kräuterhexe. Den Hut zieren Blumen aus Filz. In der Hand hält sich echte, die essbar sind, wie die fast 20 Zuhörer erfahren. Jeden Mittwoch bietet „Edelkraut“ — wie sie sich humorvoll nennt — eine kräuterkundliche Führung am Parkplatz am langen Bag in Rerik an. Einmal im Monat auch im Moorbad von Bad Doberan.

Weit laufen müssen die Teilnehmer nicht, viele Kräuter wachsen sowieso auf fast allen Wiesen, auch am Parkplatz. „Der Rotklee hier“, sagt die Kräuterhexe aus Laage und pflückt ein Stengelchen davon:

„Die Blüten stärken unter anderem das Immunsystem.“ Sie bittet: „Haben Sie nicht den Ehrgeiz, sich alles merken zu wollen.“ Sie sei weder Medizinerin noch Heilpraktikerin, nur zertifizierte Kräuterspezialistin, betont die 63-Jährige. „Mein Wissen habe ich allerdings bereits mit der Muttermilch aufgesogen“, sagt sie.

Vieles brachte ihr die Großmutter bei. So, wie sie jetzt ihre elfjährige Enkelin anleitet, die auch mit dabei ist und voller Inbrunst sagt: „Meine Oma ist echt cool.“ Die „Hexe“ fährt fort: „Für Brotaufstrich aus Kräutern kocht man daraus Tee und versieht ihn dann mit Gelee.“ Einige aus der Gruppe zücken Zettel und Stift und schreiben eifrig mit. „Schafgarbe“, macht die Kräuterhexe weiter, „sollte nie in einem Salat fehlen.“

Ihre Augen wandern über das nächstgelegene Stückchen Grün. Die Gruppe folgt ihr. „Ein Kraut, das bei Frauenleiden eingesetzt wird“, sagt sie und hält ein Exemplar in die Höhe. Die vierjährige Tochter von Sabine Sparleder aus Göttingen verschwindet kurz und bringt der verblüfften „Edelkraut“ gleich einen kleinen Strauß davon. „Wir haben einen Garten. Ich kenne aber nur Kräuternamen und weiß nicht, wie man sie anwendet“, sagt die Mutter. Edelgard Gruhne ist beim nächsten Kraut angelangt, dem Spitzwegerich — die Arzneipflanze des Jahres 2014. „Kosten Sie mal“, sagt sie und reicht es herum.

„Jeder hat ein anderes Geschmacksempfinden. Viele sagen, es schmeckt pilzartig“, meint sie.

„Was kann man aus Gundermannkraut machen?“, will Sigrid Weisel aus Erlangen wissen. „Ich habe davon so viel im Garten“, setzt sie schmunzelnd nach. „Gundermann ist etwas Wunderbares“, sagt die Kräuterhexe und lächelt. „Gundermann hält unter anderem den Stoffwechsel auf Trab und hebt allgemein Aromen hervor.“

Die Teilnehmer erfahren, dass ihre Großmutter vielerlei Gerichte mit Gundermann verfeinerte. „Ich musste an meinem Geburtstag auf mein Leibgericht verzichten, weil meiner Oma das Kraut fehlte und sich weigerte, ohne Gundermann zu kochen“, erzählt sie.

Die Gruppe hat noch viele Fragen, und „Edelkraut“ nimmt sich Zeit, alles zu beantworten. Einige erwerben nach der Führung von der Kräuterhexe hergestellte Waren wie Seife, Pesto, Tee und süßen Brotaufstrich. „Da denkt man, das ist nur eine Wiese mit Unkraut“, sagt am Ende Gerhard Weisel. „Jetzt werde ich wohl bewusster darüber laufen.“ „Edelkrauts“ Fangemeinde wächst — und so bietet Edelgard Gruhne ihre Dienste unter anderem auch in Graal-Müritz und in Groß Raden an.

Mein Wissen habe ich bereits mit der Mutter- milch aufgesogen.“„Kräuterhexe“

Edelgard Gruhne



Sabine Hügelland

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