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Bad Doberan DHB-Spielverbot: Handballer frustriert
Mecklenburg Bad Doberan DHB-Spielverbot: Handballer frustriert
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00:06 01.12.2017
Wir müssen zur WM 2017 unsere in den Vereinen aller Ligen aktiven Spielerinnen und Spieler in die Arenen bringen.Mark Schober DHB-Generalsekretär
Ribnitz-Damgarten/Barth

Mit dem Eröffnungsspiel von Gastgeber Deutschland gegen Kamerun beginnt heute (19 Uhr, live auf Sport1) die Handball-WM der Frauen. Eigentlich ein schönes Ereignis, auf das sich Spielerinnen und Spieler in Mecklenburg-Vorpommern freuen sollten. Doch die Handballvereine der Region schieben Frust. Sie dürfen am Wochenende nämlich keine Spiele austragen. Hintergrund ist ein Beschluss des Deutschen Handballbundes (DHB), der seine Landesverbände dazu aufgefordert hat, den Spielbetrieb während der Weltmeisterschaft im eigenen Land komplett auszusetzen.

Wegen der Frauen-WM in Deutschland ruht der Ligabetrieb in MV am Wochenende

DHB-Generalsekretär Mark Schober wird auf der Homepage des Verbandes zitiert: „Wir müssen zur WM 2017 auch unsere in den Vereinen aller Ligen aktiven Spielerinnen und Spieler in die Arenen bringen.

Das ist eine große und gemeinsame Aufgabe.”

Damit stößt er bei den Verantwortlichen vor Ort aber auf wenig Gegenliebe (die OZ berichtete). Auch beim Schwaaner SV (SSV) sind die Verantwortlichen mit der Entscheidung nicht glücklich. „Die Spielorte der WM sind von MV so weit entfernt wie die Erde vom Mars, und das trifft scheinbar ebenso auf die Herren des DHB-Bundesrates und ihre Entfernung zur Basis zu, dem Amateursport“, schimpft SSV-Co-Trainer Arne König. Der Terminplan der Männermannschaft, die in der MV-Liga spielt und auch noch im Landespokal dabei ist, sei voll. Ersatztermine zu finden, werde eine große Herausforderung, meint er.

Bereits im Mai 2016 hatte der DHB-Bundesrat beschlossen, den Spielbetrieb auf Landesebene auszusetzen. „Darüber haben wir unsere Mitgliedsvereine informiert“, sagt Thomas Schweder, Vizepräsident Spieltechnik beim Handballverband Mecklenburg-Vorpommern (HVMV). Bei der Erstellung des Rahmenspielplans habe man dann aber festgestellt, dass aufgrund des späten Endes der Sommerferien in diesem Jahr und dem frühen Beginn im nächsten die Terminsituation recht angespannt sei. Deshalb habe man die Spiele zunächst angesetzt. „Wir haben dann bei den Vereinen nachgefragt, ob während der WM Bedarf besteht, Spiele zu verlegen“, informiert Schweder. Einhellige Antwort: Wir wollen Handball spielen! Daraufhin habe der HVMV mehrfach Kontakt zum DHB aufgenommen, zuletzt bei der Bundesratssitzung Ende Oktober, um eine Lösung zu finden. Ohne Erfolg! Das Votum der Vereine aus MV sei dort nicht akzeptiert worden.

„Daraufhin haben wir die Reißleine ziehen müssen und die Spiele abgesetzt“, sagt Thomas Schweder. Andernfalls hätten finanzielle Sanktionen in bis zu fünfstelliger Höhe gedroht. Ein Haken bei der Neuansetzung der abgesagten Partien sei vor allem, dass die Vereine in der Regel nicht Eigentümer der Hallen sind, in denen sie spielen. „Da bedarf es fortan neuer Abstimmungen mit den Kommunen“, sagt Schweder.

Bereits jetzt steht fest, dass die Vereine in der kommenden Saison vor eine ähnliche Situation gestellt werden. Der Bundesrat des Deutschen Handballbundes hat nämlich kürzlich beschlossen, während der Männer-WM, die im Januar 2019 in Deutschland und Dänemark ausgetragen wird, erneut „den Spielbetrieb in den Landesverbänden und deren Untergliederungen an ausgewählten Tagen ruhen zu lassen“.

Tommy Bastian und Marco Schwarz

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