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DSV-Handballer wirken anziehend

Bad Doberan DSV-Handballer wirken anziehend

Vereins-Funktionäre Polzin und Römer ziehen im OZ-Interview ein Fazit der Saison

Bad Doberan. Seit Sonnabend ist die Saison für die Handballer des Bad Doberaner SV beendet. DSV-Chef Hartmut Polzin (59) und Torsten Römer (51), die sich als Sportlicher Leiter beziehungsweise Abteilungsleiter um die Geschicke der DSV-Handballer kümmern, ziehen im Gespräch mit der OSTSEE-ZEITUNG Bilanz.

Eine lange Saison ist zu Ende, welche Eindrücke bleiben?

Torsten Römer: In erster Linie positive. Die Männer und der Nachwuchs haben ihre Ziele erreicht. Ein wenig anders sieht es bei den Frauen aus, die ich ja selbst trainiere. Da bin ich mit Platz vier in der Verbandsliga nicht ganz einverstanden, weil wir zu viele Punkte verschenkt haben.

Aber der Wiederaufstieg der Frauen war doch kein Thema, oder?

Römer: Nein, aber ich vertrete den Gedanken, dass man sich möglichst hohe Ziele stellen und dann auch dahinterstehen sollte.

Herr Polzin, Sie haben jetzt ein Jahr lang als Sportlicher Leiter der Oberliga-Männer gewirkt. Welche Erkenntnisse haben Sie im Laufe der Zeit gesammelt?

Hartmut Polzin: Es ist schon mit Arbeit verbunden. Letztendlich bedeutet das, den Spielbetrieb in der vierten Liga sicherzustellen, insbesondere die finanzielle Seite. Da bedarf es schon einigen Aufwandes, um Sponsoren oder auch Spender zu gewinnen.

Darüber hinaus kümmert man sich auch um die Spieler, fragt, ob sie sich beim Doberaner SV gut aufgehoben fühlen, was man aus ihrer Sicht verbessern könnte. Insgesamt kostet das Ehrenamt Zeit und manchmal ein paar Nerven, aber es macht auch Spaß.

Und die Zusammenarbeit mit Trainer Lars Rabenhorst?

Polzin: Ich habe die gesamte Saison einen engen Kontakt zu Lars gepflegt – besonders auch jetzt, als wir wussten, dass uns einige Spieler verlassen werden.

Die Oberliga wird jährlich stärker, inwieweit erschwert das die Arbeit?

Polzin: Es gibt in Liga vier keinen Spielermarkt im herkömmlichen Sinne. Das macht es unheimlich schwer. Das bedeutet aber nicht, dass man nicht trotzdem bestehen kann. Wir haben das ja gezeigt. Vor dieser Saison haben wir drei ganz junge Spieler geholt, und die Mannschaft ist zusammengewachsen und nicht abgestiegen.

Lars Rabenhorst macht in Doberan weiter. Wie wichtig ist der Coach?

Polzin: Ganz wichtig. Das ist so ähnlich wie bei den Spielern: Es ist schwierig, einen vernünftigen Trainer zu finden. Und ihn zu halten, ist ebenfalls nicht einfach. Lars weiß, wie es im Profigeschäft läuft und hat bei uns einen ganz heißen Draht zu den Jungs.

Er ist ruhig, sehr gut ausgebildet und kann die Mannschaft auf jeden Gegner einstellen.

Römer: Lars kennt die Oberliga, die anderen Mannschaften. Auch das ist sehr wichtig.

Der DSV hat die jetzt beendete Saison mit neun Jugendteams bestritten. Sind Sie zufrieden?

Römer: Unter den Voraussetzungen, die wir in Doberan mit nur einer richtigen Handballhalle haben, ist das positiv. Da muss ich vor allen Trainern den Hut ziehen. Wir hoffen, dass wir in der neuen Halle, die im nächsten Jahr kommt, ein paar Trainingszeiten abbekommen. In Doberan entsteht ein neues Wohngebiet, deshalb gehe ich davon aus, dass wir noch mehr Zulauf haben werden.

Aber eine männliche A-Jugend ist nicht in Sicht, oder?

Römer: Das ist auf lange Sicht nicht zu realisieren, zumal es schon in diesem Altersbereich Abwerbungsversuche gibt. Eine Umstellung gibt es aber für die neue Saison. Wir werden im männlichen Bereich aus der C- und der D-Jugend zwei C-Jugendteams machen. Vielleicht hat die künftige C I perspektivisch eine Chance auf eine Nachwuchs-Oberliga.

Also muss einem um die Zukunft des Handballs in Bad Doberan nicht bange sein?

Römer: Nein, es kommt immer wieder neuer Nachwuchs, wobei die erste Männermannschaft das Aushängeschild ist. Sie zieht nicht nur Zuschauer, sondern auch junge Spieler an.

Interview: Burkhard Ehlers

OZ

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