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Bad Doberan DSV-Sieben vermasselt Saisonausklang
Mecklenburg Bad Doberan DSV-Sieben vermasselt Saisonausklang
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00:05 09.05.2016

Dieter Schmidt, der „Vater“ des Bad Doberaner Handballs, war stinksauer. „Ich sage jetzt gar nichts mehr, sonst rege ich mich nur noch mehr auf“, so der sichtlich mitgenommene Manager nach der 22:33 (9:15)-Heimpleite seiner Oberliga-Sieben gegen den VfL Lichtenrade zum Saisonfinale. Zuvor hatten sich die Schützlinge von Trainer Lars Rabenhorst vor über 300 Zuschauern in der Stadthalle bis auf die Knochen blamiert.

Es war zweifellos bemerkenswert, dass die Hausherren den Klassenerhalt nach einer schwierigen Saison vorzeitig unter Dach und Fach gebracht hatten. Warum sie sich danach im letzten Spiel förmlich abschlachten ließen, war schlicht und einfach unergründlich. Es hatte den Anschein, als säße jeder einzelne Akteur schon beim Anpfiff in Gedanken im Flieger nach Mallorca. Der dürfte gestern Morgen zur traditionellen Saisonabschlussfahrt mit einer ziemlich verkaterten Doberaner Mannschaft abgehoben sein.

„Grausam, oder?“, schüttelte DSV-Schlussmann Sebastian Prothmann den Kopf. Er stand wie Robert French ein ums andere Mal auf verlorenem Posten, weil die Doberaner Abwehr ihren Namen an diesem Sonnabend nicht verdiente. Vorn sah es ähnlich traurig aus, weil die Fehlerquote der Einheimischen von Minute zu Minute und letztlich ins Unendliche wuchs. Unkontrollierte Würfe, haarsträubende Abspielfehler, Missverständnisse — es war zum Wegschauen. Trainer Rabenhorst versuchte, mit frühen Auszeiten gegenzusteuern, vergeblich.

Über die Stationen 1:5 (8.) und 6:11 (25.) enteilten die Gäste, denen man im Gegensatz zu den Einheimischen anmerkte, dass sie frei aller Abstiegssorgen für einen versöhnlichen Saisonausklang sorgen wollten, schon zur Pause auf 15:9. Nach 40 Minuten führte der VfL erstmals mit zehn Toren (23:13) und schaltete danach zum Glück für die Doberaner einen Gang zurück, ohne dass der Vorsprung in Gefahr geriet.

Der DSV fiel durch diese peinliche Niederlage, bei der lediglich Falk Heinrich sowie phasenweise Sebastian Voigt und Tom Kröplin für Lichtblicke sorgten, in der Abschlusstabelle noch um zwei Ränge auf Platz acht zurück (26:26 Punkte). Er stellt aber trotz der 33 Gegentore zum Abschluss gemeinsam mit Meister und Aufsteiger HC Grün-Weiß Werder die beste Abwehr der Ostsee-Spree-Oberliga (610 Gegentreffer) in dieser Saison.

Die einzigen positiven Momente gab es am Sonnabend vor dem Anpfiff, als DSV-Vorsitzender Hartmut Polzin und Dieter Schmidt drei verdienstvolle Spieler und die langjährige Physiotherapeutin Katja Allwardt verabschiedeten. Mit Robert French geht der dienstälteste Akteur von Bord, der Torhüter spielt seit zwölf Jahren beim DSV. Nur zwei Jahre weniger hat Falk Heinrich „auf dem Buckel“, während André Wilk die letzten fünf Spielzeiten im Doberaner Trikot absolvierte. Wie auf die drei Spieler warten auch auf Katja Allwardt neue berufliche Herausforderungen.

Wer für die Abgänge nachrückt, ist noch unklar. Vier Monate — die neue Saison beginnt am 3. September — haben die Verantwortlichen jetzt Zeit, an einer schlagkräftigen Truppe zu basteln. Das wird mit Sicherheit nicht einfach, doch bis dahin wird Dieter Schmidt wieder ganz unaufgeregt und mit kühlem Kopf agieren.

Von Burkhard Ehlers

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