Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan „Das geht nicht, Thorsten!“
Mecklenburg Bad Doberan „Das geht nicht, Thorsten!“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 22.04.2013
Am Samstag gefeiert: Die Wasserorgel des Doberaner Feuerwehrvereins. Gibt er gr�nes oder rotes Licht f�r k�nftige Auff�hrungen in der Stadt? Quelle: Thomas Hoppe
Bad Doberan

Rund 3500 Stunden im Jahr würden die Mitglieder seines Vereins ehrenamtlich im Interesse der Stadt arbeiten, rechnete Wolfgang Scheil dem Bürgermeister, Thorsten Semrau, vor, als am Freitagabend die Jahreshauptversammlung des Bad Doberaner Feuerwehrvereins im Gerätehaus am Thünenhof über die Bühne ging. Das betreffe vor allem das Osterfeuer, den Biker-Gottesdienst, den Angelcup Zebco mit 300 Teilnehmern, die Wasserorgel an der Lessingschule, das Martinsfeuer und die Kulturnacht. „Das sind pro Nase genau 100,34 Stunden von unseren Kameraden“, sagte der Vereinschef und kritisierte, dass sich die Stadtverwaltung neuerdings bei Vereinsveranstaltungen „irgendwie sträube“: „Die ganzen Jahre bekamen wir dabei Unterstützung von der Stadt und brauchten nichts bezahlen, jetzt sollen wir allein für Genehmigungen zum Osterfeuer 160 Euro abdrücken. Das geht nicht, Thorsten!“ Am Donnerstag habe der Verein Post bekommen, dass er für die Schwanenrallye alles selbst bezahlen müsse: „Für die Bühne 250, eine Sitzbank 5 Euro ... — zusammengerechnet kommen wir da auf 650 Euro, plus Geld für die Stadtarbeiter, die die Bühne mit aufbauen. Das macht alles in allem knappe 1400 Euro.“ Im Vorjahr hätte man bei der Schwanenrallye zwar 10 460 Euro eingenommen, aber unterm Strich nur 200 Euro „Reingewinn“ erzielt — „und dann die ganze Verantwortung!“ In der Satzung stehe, „der Vereinsvorsitzende haftet mit seinem Privatvermögen“. Er habe langsam die Nase voll, betonte Wolfgang Scheil und erklärte: „Wenn sich die Verwaltung nicht endlich auf unsere Seite stellt und sagt, es muss eine Regelung geben, dass gemeinnützige Vereine bei solchen Veranstaltungen die Arbeitsleistungen der Stadt umsonst bekommen, dann wäre das jetzt die letzte Wasserorgel, die Doberan macht, und der letzte Bikergottesdienst mit uns — dann gehen wir weg von Doberan und bieten uns anderen Städten an.“ Es sei nicht in Ordnung, wenn diese Vereine Geld zahlen müssten, dass sie überhaupt was für die Stadt machen können. Thorsten Semrau bedankte sich für die „ehrlichen Worte“, sagte aber auch, dass es eine generelle Kostenfreiheit nicht mehr geben kann: „Es findet sich immer ein Weg, man muss bloß das gleiche Ziel vor Augen haben.“ Zu Beginn der Versammlung hatte Thorsten Semrau dem Verein ausdrücklich für seine Aktivitäten und die Einsatzbereitschaft gedankt und davon gesprochen, dass man in der Zukunft gemeinsam etwas vorhabe. Aus der Stadtvertretung hörten das als Gäste des Vereins Gerlinde Heimann (Die Linke), Birgit Mersjann (SPD), Hannes Roggelin (Bürgerbund) und Harry Klink (FDP).

Die heute 39 Mitglieder des Vereins (Jahresbeitrag jeweils 24 Euro), der 1992 gegründet worden ist und seit zwei Jahren zur AG der Feuerwehrmuseen gehört, kümmern sich zudem um die Pflege von derzeit 10 Feuerwehroldtimern und deren Präsentation. Wie Marion Joost im veranstaltungsreichen Jahresbericht 2012 erklärte, lebe der Verein von Erlösen aus dem Verkauf von Getränken und Speisen, aus Einnahmen des Wasserorgelspiels, aus Spenden und Zuwendungen der Stadt für die Vereinsförderung. Aus dem Rathaus erfuhr die OZ, dass der Feuerwehrverein für dieses Jahr eine Förderung in Höhe von 2000 Euro erhalten habe.

Vom Rest müssten auch die Steuern und Versicherungen für die Oldtimer, Anhänger und Material für die nächste Veranstaltung bezahlt werden, sagte Marion Joost. Im letzten Jahr sei noch ein Veranstaltungszelt für 2600 Euro gekauft worden.

Stolz präsentierte der Vereinsvorsitzende dann am Samstag zum Osterfeuer eine nagelneue Hüpfburg, die von zahlreichen Firmen aus der Region dem Verein gesponsert wurde, inklusive eines Spieleanhängers mit Torwand.

Vor der Jahreshauptversammlung sagte Stadtvertretervorsteherin Gerlinde Heimann: „Wir sollten froh sein, dass wir so einen aktiven Verein in unserer Stadt haben“. Sie sei enttäuscht gewesen, dass sich erwachsene Menschen gegenseitig das Leben so schwer machten, nahm sie Bezug auf Querelen zwischen Feuerwehr und Verein (OZ berichtete). Pastor Albrecht Jax dankte für die Kooperation — insbesondere beim Bikergottesdienst.

• Vereinsseite im Internet unter:

www.feuerwehrverein-bad-doberan.de

Thomas Hoppe

Täglich holen sich Jung und Alt aus Bad Doberan und Umgebung 500 sogenannte Medieneinheiten aus der Bibliothek. Viele Schüler bessern hier ihr Wissen für den Unterricht auf.

04.06.2018

Zwei Mitarbeiter des Forstamtes untersuchen in diesen Tagen den Wald auf seinen Gesundheitszustand. Die Inventurergebnisse bilden dann die Grundlage für den Waldzustandsbericht.

01.01.1998

Aus eigener Initiative wird die Stadtvertretung keinen Beschluss über die Schließung der Goethe-Schule fassen, stellte Reriks Bürgermeister Wolfgang Gulbis jetzt unmissverständlich klar.

04.06.2018