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Bad Doberan Debatte um mögliche Gemeinde-Fusionen
Mecklenburg Bad Doberan Debatte um mögliche Gemeinde-Fusionen
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17:05 24.10.2018
Der Conventer See in Börgerende-Rethwisch. Die Gemeinde diskutiert aktuell über Fusionspläne von Nachbar-Kommunen. Quelle: Manfred Sander
Rethwisch

Nachdem das Ostseebad Nienhagen vor einigen Tagen beschlossen hat, Fusionsverhandlungen mit Nachbargemeinden aufzunehmen, ist auch in Börgerende-Rethwisch eine hitzige Diskussion entbrannt. „Die Grundfrage lautet doch, warum unsere Gemeinde nicht dabei ist“, sagt Bürgermeister Horst Hagemeister (parteilos). „Aber ich sehe für solch ein Vorhaben absolut keine Veranlassung.“ Synergie-Effekte könne er nicht erkennen: „Wenn die Gemeinden Nienhagen, Admannshagen-Bargeshagen und Elmenhorst/Lichtenhagen denken, dass sie womöglich irgendwann von der Hansestadt Rostock geschluckt werden und sich dagegen wappnen wollen, frage ich mich, warum nicht auch Sievershagen und Lambrechtshagen mit dabei sind – die sind doch viel dichter dran.“

Diese Kommunen wollten aber eigenständig bleiben, so Hagemeister: „Weil sie selbstbewusst genug sind – und weil bei ihnen, genau wie bei uns, gerade die Zukunftsfähigkeit festgestellt wurde.“ Darum gehe es aus seiner Sicht gar nicht, meint Börgerendes stellvertretender Bürgermeister Klaus Bergmann (UW): „Das Hauptthema ist doch, dass die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden im Moment überhaupt nicht befriedigend ist – und deshalb dürfen wir uns aus dieser Diskussion auch nicht ausschließen.“

Kontroverse um Qualität der Gemeinde

Denn Börgerende-Rethwisch werde als „Insel“ künftig nicht überleben, ist Bergmann überzeugt: „Unser einziges Pfund ist noch die Conventer Schule – andere Gemeinden sind uns um Längen voraus.“ Das sieht Horst Hagemeister ganz anders: „Wir haben eine Feuerwehr im Ort, Kindergarten und Schule, einen funktionierenden Bauhof – ich sehe überhaupt keinen Grund, mit anderen Gemeinden zusammenzugehen.“

Darüber hinaus müsse man den Menschen viel konkreter erklären, was ein Zusammenschluss bedeuten würde, meint Hagemeister: „Die Ortsnamen würden sich ändern, die Adressen, und es würde sicher auch ein gutes Stück Eigenständigkeit verloren gehen.“ Auch das Amt Bad Doberan-Land wäre bei einem Austritt von mehreren Gemeinden nicht mehr zukunftsfähig: „Deshalb kann ich auch nicht nachvollziehen, dass wir vor einigen Tagen im Amtsausschuss beschließen, 500 000 Euro in den Haushalt einzustellen, um das Amt umfassend zu modernisieren und umzugestalten – und drei Tage später kündigt Nienhagen Fusionsgespräche mit anderen Gemeinden an.“

Auch er könne sich zwar aktuell keine Fusion vorstellen, erklärt Gemeindevertreter Hannes Ruß: „Aber ich möchte mich auch nicht Gesprächen sperren, in denen Vor- und Nachteile diskutiert werden könnten.“ Er wolle schon gern hören, welche Motivation die jeweiligen Gemeinden zu solch einem Schritt hätten, so Ruß: „Sicher spielt da das Geld eine nicht unwichtige Rolle – es müssen aber auch viele Fragen geklärt werden.“ Etwa, ob es künftig einen Bürgermeister für alle Kommunen geben oder welchem Amt die Großgemeinde dann angehören würde.

Plädoyer für gemeinsame Gespräche

Dass mögliche Fusionen noch bis Ende dieses Jahres beschlossen werden, sei ohnehin illusorisch, sagt Klaus Bergmann: „Aber das Thema ist doch auf dem Tisch – und wir müssen wissen, worüber wir reden.“ Darum plädiere er dafür, sich zunächst intern und innerhalb der Gemeindevertretung auszutauschen: „Und wenn wir zu dem Ergebnis kommen, dass wir eine Fusion wollen, geht der weitere Weg sowieso nur über einen Bürgerentscheid.“ Und auch, wenn eine Fusion erst ganz am Ende eines Prozesses stehen könnte – „entscheidend ist, dass die Nachbargemeinden wieder enger zusammenarbeiten.“

Für Horst Hagemeister sind solche Ziele rein theoretisch: „Aber wenn jemand meint, er muss darüber reden, kann das gern der Sozialausschuss behandeln und gegebenenfalls in die Gemeindevertretung geben.“ Im Moment würden die Menschen nur verunsichert: „Ich bin in Rethwisch geboren – mit einer Fusion würde man doch auch ein großes Stück seiner Identität aufgeben.“

Lennart Plottke

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