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Deich hinterm Kuhberg steht wieder

Rerik Deich hinterm Kuhberg steht wieder

Baumaßnahme zum Hochwasserschutz steht kurz vor dem Abschluss / Doch es gibt auch Kritik

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Sebastian Schubert und Nancy Rechenbach, Ingenieure beim Wasser- und Bodenverband „Hellbach-Conventer Niederung“, erklärten gestern vor Ort, wie der wiederhergestellte Deich hinterm Reriker Kuhberg aufgebaut ist.

Quelle: Foto: Lutz Werner

Rerik. Der Deich am Salzhaff südlich des Kuhbergs ist wieder sicher. Bauleute der Firma Brünnich stellten ihn auf einer Länge von 300 Metern in den vergangenen Wochen seit Dezember wieder her. Bei der großen Sturmflut Anfang Januar 2017 wurde er durch Hochwasser und Wellen nahezu abgetragen. „Stellenweise war der Deich danach nur noch 30 bis 40 Zentimeter breit. Bei folgenden Sturmfluten hätte hier ein Durchbruch gedroht“, erklärt Sebastian Schubert, Verbandsingenieur beim Wasser- und Bodenverband „Hellbach-Conventer Niederung“. Der Verband ist Auftraggeber der Baumaßnahme zum Hochwasserschutz.

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Baumaßnahme zum Hochwasserschutz steht kurz vor dem Abschluss / Doch es gibt auch Kritik

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Drei Meter hoch, vier Meter Deichkronen-Breite, davor die angeschrägte, ca. fünf Meter breite Böschung – das soll für die nächsten Jahre auch heftigen Sturmfluten trotzen. Dafür sorgten auch der Aufbau aus Geotextil, einer Dichtschürze aus Lehm und die Aufschüttung mit Erde. In den kommenden Wochen, wenn das Wetter trockener sein wird, folgt noch eine Schicht Mutterboden, die Rasen-Ansaat und der Bau der Deckschicht – denn auf der Deichkrone verläuft auch ein Stück eines Europäischen Rad- und Wanderweges. Rund 70000 Euro kostet die Wiederherstellung des Deiches. Die Stadt Rerik ist mit Eigenmitteln in Höhe von 14000 Euro dabei, der deutlich größere Anteil kommt aus dem Fonds, den die Landesregierung nach der großen Sturmflut 2017 für die Beseitigung der Hochwasserschäden bereitstellte.

Ein paar hundert Meter weiter – in Richtung Roggow – passierte in den zurückliegenden Jahren genau das Umgekehrte. Dort wurden Deiche „geschlitzt“, wie die Fachleute sagen, damit bei Hochwasser die dahinter liegenden Wiesen von Brackwasser geflutet werden können. So sollen sich die ökologisch wertvollen Salzwiesen mit ihrer speziellen Vegetation nach Jahrzehnten landwirtschaftlicher Nutzung erholen.

Deshalb schaut der Reriker Andreas Herrmann – er ist oft als Wanderführer und Naturfotograf unterwegs – mehr als skeptisch auf den Deichbau hinterm Kuhberg. Für ihn ist es „schwer nachvollziehbar“, warum ausgerechnet an der Stelle ein Deich neu gebaut wird und der artenreiche Tierbestand durch diese Arbeiten gestört wird. In Ufernähe und im Haff hätten Fischotter, die auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten stehen, ihren Lebensraum. Herrmann hat in der Nähe der Baustelle sogar einen toten Fischotter gefunden. Der Fund könne mit der Baustelle im Zusammenhang stehen, könne allerdings auch auf Verletzungen zurückzuführen sein, die sich das Tier im Wasser zugezogen habe, mutmaßt er. Und kritisiert auch die Bodenverdichtung auf dem Biotop hinterm Kuhberg durch die Baumaschinen.

„Wir sind zu der Wiederherstellung des Deiches verpflichtet, weil sich dahinter eine landwirtschaftlich genutzte Fläche befindet. Darauf hat der Eigentümer ein Recht“, erklärt Projektingenieurin Nancy Rechenbach. Bei den zur Überflutung freigegebenen Wiesen Richtung Roggow lägen die Dinge anders. Dort gebe es offensichtlich Vereinbarungen über die Salzwiesen-Renaturierung mit deren Eigentümern.

Bei der Deichbaumaßnahme hätten Umwelt-Belange – auch der Schutz des hinterm Kuhberg liegenden Biotops, über das Baumaschinen und Material hereinrollten – höchste Priorität gehabt, so Nancy Rechenbach. „Hier passierte nichts ohne die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises und es gab eine spezielle ökologische Baubegleitung durch ein Fachbüro“, erklärt sie. Beide Ingenieure glauben nicht, dass der Tod des Fischotters mit der Baumaßnahme im Zusammenhang steht. „Wir haben auch anderswo schon dort gebaut, wo der Fischotter lebt. Es gab nie Probleme“, so Schubert.

Lutz Werner

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