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Deponie in Spoitgendorf soll vergrößert werden

Spoitgendorf Deponie in Spoitgendorf soll vergrößert werden

Noch bis heute sind Unterlagen zur Erweiterung der Anlage einsehbar.

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Eberhard Kellermann (75) betreibt die Deponie in Spoitgendorf. Jetzt ist sie voll und muss erweitert werden. Doch das Vorhaben löst nicht bei allen Freude aus. FOTOS (2): OVE ARSCHOLL

Spoitgendorf. Die Mülldeponie in Spoitgendorf nahe der Autobahn 19 bei Güstrow platzt aus allen Nähten. Deshalb soll sie nun um 16 Hektar erweitert werden.

OZ-Bild

Noch bis heute sind Unterlagen zur Erweiterung der Anlage einsehbar.

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Doch der Verein „Rostocker Initiative für eine zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft und gegen Müllverbrennung“ befürchtet, dass mit der geplanten Erweiterung und den dort entsorgten Aschen und Schlacken die Umwelt erheblich belastet wird.

„Schlacken, Aschen und Stäube sind hochgiftig“, sagt Günter Hering von der Initiative. Schadstoffe könnten ins Grundwasser gelangen und umliegende Felder und Gemeinden mit schädlichem Feinstaub belastet werden, befürchtet der Biologe. Besitzer der Deponie ist die Güstrower Kies und Mörtel GmbH (GKM). Eberhard Kellermann, Geschäftsführer der GKM GmbH, weist die Vorwürfe der Rostocker Initiative empört zurück: „Unsere Aschen stauben nicht, die werden befeuchtet. Und von unserer Deponie geht auch kein Tropfen Sickerwasser ins Grundwasser.“ Außerdem werden Deponien ständig überwacht, betont er.

Von den angelieferten Stoffen sind nach Kellermanns Schätzung etwa 20 Prozent Aschen, der Rest hauptsächlich Böden und Bauschutt. „In Rostock wird so viel gebaut, allein aus dem Fischereihafen kommen 20000 Tonnen und vom Glatten Aal 14000 Tonnen Boden“, sagt Kellermann. Dem Vorwurf, durch Asche auf der Deponie würden anliegende Dörfer belastet, widerspricht er vehement: „Kein Bürger hat sich je beschwert. Wenn es so wäre, hätte sich doch auch schon der naheliegende Rasthof an uns gewandt.“ Aus dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalu MM) in Rostock heißt es: „Im Rahmen der beantragten Deponieerweiterung wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt. Den Antragsunterlagen liegen hierzu unter anderem auch Schall- und Schadstoffimmissionsprognosen bei.“

Der Rostocker Verein kritisiert außerdem, dass die Bürger über die Vergrößerung der Deponie nicht ausreichend informiert werden. „Das ist eine Farce“, kritisiert Hering. Wer gucke schon regelmäßig auf die Internetseite der Behörde oder ins Amtsblatt. „Die moralische Grenze ist hier unterschritten“, so der Rostocker.

Das Amt weist die Vorwürfe zurück: „Die Unterlagen liegen in Papierform hier bei uns aus oder können auf unserer Homepage heruntergeladen werden“, sagt Herbert Blindzellner, derzeit kommissarischer Leiter im Stalu MM. Außerdem können sie bis heute, dem 9. Februar, beim Amt Güstrow-Land eingesehen werden.

Hering kritisiert vor allem, dass in der Deponie in Spoitgendorf aus der Rostocker Müllverbrennungsanlage Asche und Schlacken geliefert werden. Aus der Unternehmensgruppe Gollan, die auch in Spoitgendorf sitzt, heißt es zu der Erweiterung: „Wir sind weder Inhaber noch Betreiber der Deponie und können daher Fragen zur Deponie nicht beantworten.“ Fest steht aber, auch von der Gollan Recycling GmbH wird Asche an die GKM GmbH geliefert.

Gipskarton, Bauschutt, Erden – mineralische Stoffe – das werde laut Kellermann hier hauptsächlich deponiert. Und obwohl der Geschäftsmann damit sein Geld verdient, sagt er, er würde sich über weniger Abfall – der Umwelt zuliebe – freuen.

Stefanie Adomeit

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