Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Der Wandel zur Strandvilla
Mecklenburg Bad Doberan Der Wandel zur Strandvilla
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 04.12.2017
Die Villa „Möwe“ wird im Bestand saniert. Das Dach ist abgetragen. Das Haus wird derzeit für den Kellerausbau vorbereiten. Zu Stabilisierung sind die Fenster zugemauert, Stahlbänder sind ums Haus gelegt. Quelle: Fotos: Anja Levien (2), Entwicklungs-Compagnie-Heiligendamm
Heiligendamm

Das Dach ist entfernt, die Fenster sind zugemauert in den Wänden klaffen kreisrunde Löcher – die Villa „Möwe“ am Strand von Heiligendamm ist kaum wiederzuerkennen. Das historische Logierhaus von 1855 wird seit dem Sommer saniert – als dritte der sieben historischen Strandvillen der „Perlenkette“. Nicht nur hier wird gegraben und geschweißt. In der Villa „Greif“ nebenan läuft der Innenausbau und an Prof.-Dr.-Vogel-Straße wird die neue Fernwärmeleitung verlegt.

Villa „Möwe“ entkernt / Innenausbau in Villa „Greif“ / Arbeiten an Fernwärmeleitung

1855 wurde die Villa „Möwe“ gebaut. Architekt A. Rathsagg ließ sich vom damals aufkommenden Hochbergtourismus inspirieren und wandte sich den alpenländischen Landhäusern zu. Dort prägt der

Holzbau das Erscheinungsbild. Er übernahm etwa den flachen Giebel oder die lang gestreckten Balkone und

Holzverzierungen.

Damit die „Perlenkette“ nach deren Sanierung und weitere geplante Gebäude wie das Thalasso-Zentrum ausreichend mit Wärme versorgt werden können, wird neben der bestehenden Fernwärmeleitung von 1998 eine Transportleitung gebaut, die zusätzliche Energie im Netz bereitstellt, erläutert Klaus Klingler von der Entwicklungs-Compagnie-Heiligendamm und technischer Leiter der Sanierung. Zeitgleich werde auch Glasfaser verlegt – bis in die Villen. Bis zu 250000 Megabit pro Sekunde sollen dann möglich sein. „Damit sind wir gut aufgestellt, was den Datenbedarf angeht“, sagt Klaus Klinger. Durch das Verlegen der Glasfaser bis ins Haus, könne darüber auch Fernsehen geguckt werden. „Damit ersparen wir uns Satellitenschüsseln.“ Parallel dazu wird auch das Stromnetz ausgebaut. Auf Höhe der Villa Seestern entsteht eine Mittelspannungsstation.

Die Villa „Greif“, die seit Juli 2016 saniert wird, hat ihren weißen Putz bekommen. Die Holzfenster sind eingesetzt. Derzeit werde drinnen der Fußboden verlegt, Anfang nächsten Jahres komme dann die Innenausstattung, sagt Klaus Klingler. An der Gestaltung der Außenfassade habe man lange getüftelt, alte Fotos als Orientierung verwendet. Es gab viele Detailfragen zu klären. Noch ist das Haus eingerüstet, fehlen die Balkone. Im Frühjahr 2018 sollen die Eigentümer einziehen. Alle sechs Wohnungen sind verkauft und auch in der Villa „Möwe“ sei nur noch eine von zwölf frei, sagt Klaus Klingler.

Hier sind die Sanierungsarbeiten noch am Anfang. In den vergangenen Monaten wurde das Haus entkernt und stabilisiert. Unter anderem wurden die Fenster zugemauert, eine Stahlkonstruktion um die Außenwände gelegt. „Wir haben viel mit der Geologie gekämpft“, sagt Klaus Klingler. „Das Problem ist das Wasser. Wir müssen das Schichtenwasser abpumpen, sonst können wir nicht betonieren.“ Denn das Haus soll einen Keller bekommen. Damit dieser ausgehoben werden kann, muss die Last des Hauses auf Stahlträger übertragen werden. Dafür sind 36 Schächte um die Villa gegraben worden. In diese kommen senkrecht Stahlstützen, die wiederum durch horizontale Stahlträger, die durch die Hauswände gezogen werden – deshalb die Löcher in den Wänden – verbunden sind. Ende des Jahres soll diese Stahlkonstruktion fertig sein.

Die Villa „Möwe“ steht nicht unter Denkmalschutz, doch da für die „Perlenkette“ ein Ensembleschutz gelte, ist die Denkmalbehörde mit einbezogen. Wie früher sollen an der Außenwand Feinornamente aus Holz zum Einsatz kommen, kündigt Klingler an. Mit den Turmaufbauten, Balkonen und Giebelschmuck wird die alpenländische Architektur wieder erkennbar, die Architekt A. Rathsagg 1855 beeinflusste, und die durch bauliche Veränderungen kaum noch zu sehen war. Im Frühjahr 2019 sollen die Wohnungen übergeben werden.

Bildergalerie auf

www.ostsee-zeitung.de

Anja Levien

Forstleute wollen den Bestand an Laubbäumen erhöhen und den Wald widerstandsfähiger machen

10.03.2018
Bad Doberan Serie Teil 5: Die Regionale Schule am Kamp in Bad Doberan - In der Freizeit für jeden was dabei

Berufsorientierung findet von der 5. bis 10. Klasse statt / Schüler loben Angebote und Ausstattung

07.02.2018
Bad Doberan Schulnavigator Teil 4: Regionale Schule mit Grundschule „Buchenberg“ Bad Doberan - Schüler da abholen, wo sie sind

In dieser Einrichtung ist jeder zweite Sechstklässler fit für das Gymnasium

02.02.2018
Anzeige