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Bad Doberan Die Blaulichtmacher aus Satow
Mecklenburg Bad Doberan Die Blaulichtmacher aus Satow
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06:03 09.02.2019
v.l.: Horst Kunde, Kathleen Kunde, Stefan Neumann und Gido Kunde kümmern sich darum, dass der Alarm eines Krankenwagens auf den Straßen von MV gut zu sehen und zu hören ist. Quelle: Moritz Naumann
Satow

„In Mecklenburg-Vorpommern habe ich schon an jedem Krankenwagen gearbeitet“, sagt Gido Kunde. Der 46-Jährige aus Satow ist mit seiner Sonderfahrzeug-Firma für bis zu 500 Rettungswagen in ganz MV und sogar darüber hinaus verantwortlich. „Ist ein Krankenwagen nicht einsatzbereit, werden wir gerufen“, sagt Kunde.

Versteckt zwischen zwei Wohnhäusern in der Satower Hauptstraße liegt die Werkstatt von Gido Kunde. Unscheinbar, fast wie eine Garage, mutet das kleine Gebäude mit den zwei Toren an. Dabei befinden sich darin Fahrzeuge, die täglich dafür sorgen, dass Rettungskräfte schnell und sicher zu Un- und Notfällen gelangen. „Ja, wir sorgen dafür, dass der Rettungsdienst in ganz MV vernünftig läuft“, sagt Kunde und lacht.

Keine herkömmliche Werkstatt

Der KfZ-Meister leitet jedoch keine herkömmliche Werkstatt. Hier geht es nicht um Motor, Auspuff oder Getriebe, sondern darum, dass die Krankenwagen im Land vernünftig leuchten, tuten und funken. „Ich bin für alle Sonderausbauten und deren Service verantwortlich“, sagt Kunde. Und dazu gehöre eben auch das Blaulicht. Seine Auftraggeber sind die Landkreise – und zwar in einem Gebiet, dass ganz Mecklenburg-Vorpommern umfasst und sogar über die Grenzen hinausgeht. „Ich arbeite auch für Kreise im Norden von Brandenburg, Niedersachsen und Teile von Schleswig-Holstein“, sagt Kunde.

Im Moment befinden sich ein Krankenwagen und ein Transporter des DLRG in der knapp 90 m²-großen Werkstatt. Die Motorhaube des Rettungswagens ist weit geöffnet, an der rechten oberen Flanke fehlt das Blaulicht und die Decke im Fahrerraum wurde ausgebaut. „Ich muss schließlich an die Verkabelung ran“, sagt Kunde. 50 Kilometer Kabel seien in so einem Fahrzeug verbaut. „Da finden sie mal einen Kabelbruch“, sagt er mit einem Lächeln. Dass er im Moment zwei Wagen in seiner Werkstatt hat, ist nicht der Normalfall. „In der Regel fahren wir mit einem Servicefahrzeug raus und arbeiten an dem Krankenwagen vor Ort.“ Schließlich soll die Ausfallzeit eines Wagens so gering wie möglich gehalten werden. Nur, wenn Einzelteile nicht vorrätig sind, kommt das Fahrzeug mit in die Werkstatt.

Mit dem Handwagen auf Hiddensee

Der außergewöhnlichste Einsatzort des Unternehmens: „Das ist eindeutig Hiddensee“, sagt Kunde. Da er selbst mit seinem Servicefahrzeug nicht auf der Insel fahren darf, tritt er den Weg auf das Eiland zu Fuß mit einem Handwagen an. „Das ist dann schon ein ganzer Tagesausflug – für einen einzigen Rettungswagen auf der ganzen Insel. Da darf man keine Schraube vergessen“, sagt Kunde.

Sein Unternehmen feiert in diesem Jahr fünfjähriges Bestehen. Sich selbstständig zu machen, war für den 46-Jährigen keine einfache Entscheidung: „Das geht ja auch immer mit einem unternehmerischen Risiko einher.“ Doch mit einer starken Familie im Rücken geht alles: Denn in dem Unternehmen sind neben Gido Kunde auch seine Frau Kathleen und Vater Horst Kunde beschäftigt. „Kathleen macht die Buchhaltung und verwaltet alles bürokratische. Mein Vater packt überall mit an.“ Darüber hinaus sei mit Stefan Neumann vor zwei Jahren noch ein guter Freund und zuverlässiger Kollege zu dem familiären Team gestoßen.

Einen besonderen Service, den das Unternehmen anbietet, ist der Einbau und die Wartung des sogenannten Stryker-Systems – dabei handelt es sich um elektrisch betriebene Tragen. Mit einfachem Knopfdruck lässt sich so eine vollautomatisch hoch-, runter- oder aus dem Krankenwagen herausfahren. Warum das nötig ist? „Die Leute werden immer dicker und die Arbeit wird den Rettungskräften damit sehr erleichtert“, sagt Kunde. Derzeit seien etwa 50 Rettungswagen mit der modernen Technik ausgestattet.

Feuerwehr und Polizei sind Kunden

Kundes Arbeit spricht sich herum: Denn neben den Rettungswagen und Einsatzfahrzeugen des DLRG, arbeitet er nun auch an Feuerwehr-Fahrzeugen. „Da basteln wir etwa Transporter zu Mannschaftstransportwagen um und bauen die Signal- und Funkanlagen ein.“ Für die Feuerwehr in Rostock betreut Kundes Unternehmen mittlerweile sämtliche Fahrzeuge – und auch die Polizei sei schon Kunde gewesen.

Moritz Naumann

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