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Bad Doberan Die grüne Seele des Klostergartens
Mecklenburg Bad Doberan Die grüne Seele des Klostergartens
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00:17 09.05.2018
Klaus Rossek (v.l.), Jimmy Loeppke, Brunhilde Weber, Heidi Ahrens, Ruth Konarski und Gerd Runge in ihrem Element. Quelle: Fotos: Dana Frohbös
Bad Doberan

Es ist ihnen eine Herzensangelegenheit – und das merkt man den Helfern im Küchengarten des Doberaner Münsters auch an. Sie buddeln, harken, graben um und bauen Hochbeete, um am Ende eine reichliche Ernte einholen zu können. Die wird dann in der Suppenküche zu leckeren Speisen verarbeitet. Der Bedarf ist groß, denn täglich werden dort bis zu 500 Portionen Essen zubereitet.

Der Küchengarten am Doberaner Münster ist viel mehr als nur Nahrungslieferant

„Am Treffpunkt Suppenküche ist jeder herzlich willkommen“, sagt Ruth Konarski vom Kirchenvorstand. „Das ist keine Armenküche und wir prüfen auch keine Bedürftigkeit, sondern jeder gibt einfach, was er kann“. Und da das Auge bekanntlich mit isst, pflanzen die Helfer im Küchengarten nicht nur Essbares an. „Wir haben hier natürlich auch Blumen, denn in der Suppenküche werden die Tische zur Essenszeit auch dekoriert“.

Jeden Dienstag ab 14 Uhr treffen sich die Hobbygärtner, um gemeinsam den Garten zu bewirtschaften. „Wir sind hier eine richtig kleine Gartenfamilie geworden“, sagt Ruth Konarski. Und Brunhilde Weber ist quasi die Mutter dieser Familie. Mit ihrem Fachwissen steht sie jedem Helfer gerne zur Seite und sorgt so dafür, dass die Arbeit am Ende auch belohnt wird. „Zu Hause habe ich ein Gewächshaus. Da ziehe ich die Pflanzen vor und sobald sie groß genug sind und pikiert werden können, bringe ich sie dann mit in den Garten“, sagt die Hobbygärtnerin. Brunhilde Weber ist immer mit vollem Einsatz dabei. Zusammen mit Ruth Konarski und Heidi Ahrens setzte sie gestern die Dahlien in die Erde. „Die haben bei mir zu Hause im Keller überwintert“, sagt sie.

Bei der Pflanzenzucht von Brunhilde Weber bleiben natürlich auch immer wieder einige Exemplare übrig, denn der Küchengarten kann sie nicht alle beherbergen. „Die bieten wir dann für alle Interessierten gegen eine kleine Spende auf unserer Pflanzenbörse an“, sagt Ruth Konarski, „denn wegwerfen wollen wir hier nichts“.

Jahrelang wurde der Pfarrgarten kaum genutzt. Vor zwei Jahren dann die Kehrtwende. Im Mai 2016 erfolgte der erste Spatenstich. Seither wird auf dem Areal zwischen Kornhaus und Doberaner Münster fleißig gegärtnert. „Eigentlich sind wir aber noch immer in der Findungsphase“, sagt Brunhilde Weber. „Wir müssen erst einmal gucken, was der Boden hier hergibt; was wächst und was eben nicht“. Wie die Helfer im letzten Jahr festgestellt haben, mag der Sellerie den hiesigen Boden nicht so – dafür gedeiht anderes prächtig. In diesem Jahr sind es Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Zucchini, Gurken, Paprika und alle denkbaren Bohnensorten. Aber auch Physalis, Kohlrabi, Radieschen, Artischocken und Kürbisse wollen die Hobbygärtner in diesen Jahr ernten.

Der Küchengarten versteht sich als fortwährendes Projekt. „Wir haben noch viele Ideen“, sagt Ruth Konarski, „würden gerne mehr mit Kindern oder Geflüchteten machen“. Wünschen würden sich die Hobbygärtner auch eine Überdachung für die Tomatenpflanzen. Das Stichwort für das gesamte Projekt ist aber vor allem die Begegnung. „Wir wollen zusammen schwatzen, uns begegnen und nebenbei arbeiten“, sagt Brunhilde Weber, „und wer nicht mehr so gut kann, der guckt eben zu oder äußert seine frommen Wünsche“.

Termine im Garten

Gegen eine kleine Spende gibt

der Förderverein

Treffpunkt

Suppenküche am

15. sowie am 22. Mai verschiedene Jungpflanzen ab. Dabei sind vor allem Tomatenpflanzen – auch besondere Sorten wie Ochsenherz oder Grünes Zebra. Zudem gibt es Jungpflanzen von Paprika, Chili, Aubergine oder Sellerie. An beiden Tagen geht es ab 14.30 Uhr los.

Am 29. Mai findet

ab 14 Uhr ein

Frühlingsfest statt.

Angeboten werden Kaffee und Kuchen, ein Gartenrundgang und natürlich Fachsimpelei am Beet.

Dana Frohbös

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