Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Doberan bremst wilde Werbung
Mecklenburg Bad Doberan Doberan bremst wilde Werbung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:31 15.05.2018
Unansehnlich: Diese Haus-Fassade an der B 105 verschwindet nahezu komplett hinter den großen Werbeplakaten. Quelle: Fotos: Lennart Plottke
Bad Doberan

Mit den zum Teil wilden Plakatierungen an der Rostocker Straße in Bad Doberan soll es bald vorbei sein. Geht es nach Bau- und Sozialausschuss, soll die Stadtvertretung auf ihrer Sitzung am 28. Mai eine Satzung für Werbeanlagen beschließen. „Wir wollen damit den Wildwuchs der Werbeplakate an der B 105 ein bisschen eindämmen“, erklärt Norbert Sass, Leiter im Amt für Stadtplanung. „Und das können wir nur über eine eigene Satzung regeln.“ Konkret gehe es etwa um die riesigen Banner an Häusern kurz hinter dem Ortseingangsschild aus Richtung Rostock, sagt auch Bauamtsmitarbeiterin Ellen Stage: „Das nimmt wirklich überhand und sieht auch nicht mehr schön aus – deshalb müssen wir hier jetzt aktiv werden.“ Viele Nachbargemeinden hätten es bereits vorgemacht, so Stage: „Mit einer Satzung gibt es einfach ein rechtssicheres Mittel, um Entscheidungen künftig selbst in der Hand zu haben.“

„„Es geht nicht darum, alles zu verhindern, sondern um die Frage, wie sich Werbung ins Stadtbild einbinden lässt.“ Norbert Sass Leiter Amt für Stadtentwicklung
„„Ich sehe erhebliche Einschränkungen – das würde Unter- nehmen entschei- dend in ihren Möglichkeiten beeinträchtigen.“Heinz-Jürgen Beuter Projektentwickler

Denn in drei Fällen habe die Stadt in der Vergangenheit das Plakatieren an unterschiedlichen Stellen untersagt, macht Norbert Sass deutlich – „und drei Mal wurde das versagte Einvernehmen durch den Landkreis ersetzt oder die Antragsteller haben über Klagen ihr Ziel erreicht“.

Sollte die Satzung tatsächlich verabschiedet werden, sehe er vor allem auf Unternehmen erhebliche Einschränkungen zukommen, kritisiert Stadtvertreter Heinz-Jürgen Beuter: „Das würde viele Firmen entscheidend in ihren Möglichkeiten beeinträchtigen.“ Von einer pauschalen Untersagung halte er deshalb nichts, sagt der Projektentwickler: „Wir sollten erstmal eine Bestandsaufnahme machen.“

Es gehe nicht darum, alles zu verhindern, stellt Sass klar, „sondern um die Frage, wie sich Werbung besser ins Stadtbild einbinden lässt“. Demnach dürften Anlagen zur Außenwerbung nicht durch Größe, Gestaltung, Farbwirkung und Häufung im Widerspruch zu den architektonischen, kunsthistorischen, städtebaulichen und landschaftlichen Besonderheiten der Stadt Bad Doberan stehen. „Eine Satzung soll sicherstellen, dass diese Eigenheiten weiter im Vordergrund stehen“, so Sass. Und: „Wir wollen eine Häufung von Werbung an einem Standort vermeiden.“

Ausgenommen von den festgesetzten Bestimmungen seien Hinweisschilder als Ortsinformationstafeln, Anlagen für öffentliche sowie Vereinsveranstaltungen und Wahlwerbung, erklärt Doberans Bauamts-Chef:

„Dazu kommen die Hinweis-Transparente an den festen Standorten Parkentiner Weg/Ecke Am Buchenberg sowie an der B 105 am südöstlichen Rand des Gewerbegebietes Walkenhagen – auch hier sollen Ankündigungen öffentlicher Veranstaltungen weiterhin möglich sein.“

Konkrete Regeln

Bislang gibt es in

Bad Doberan keine

flächendeckenden

Regelungen für die

Aufstellung und

Anbringung von

Werbeanlagen.

Lediglich für den

Geltungsbereich der

Gestaltungssatzung sind in deren

Paragraf 22 Vorgaben für Werbeanlagen

verankert.

Im Rahmen des

gemeindlichen

Einvernehmens zu

Bauanträgen hat die Stadt kein Instrument zur Regulierung –

insbesondere bei Fremdwerbeanlagen.

Steuerungsmöglichkeiten sind Festsetzungen in Bebauungsplänen oder Satzungen

zu örtlichen

Bauvorschriften –

wie etwa eine

Werbeanlagensatzung.

Lennart Plottke

Mehr zum Thema

Der parteilose Verwaltungsfachmann Andreas Suttor aus Eggesin tritt am 27. Mai zur Landratswahl an

12.05.2018

Der parteilose Verwaltungsfachmann Andreas Suttor aus Eggesin tritt am 27. Mai zur Landratswahl an

12.05.2018

Dass der Ort Born am Darß sich zum Teil mit Steuergeldern ein hübsches Restaurant gekauft hat, könnte für Landrat Ralf Drescher zum Problem werden. Hat er die Untersuchung des Falles verschleppt? Dies legen Dokumente aus dem Innenministerium nahe.

15.05.2018

Der Gitarrist und Entertainer Vicente Patíz tritt in der Kunsthalle auf

15.05.2018

Mitternachtsturnier von Autohaus Birne brachte Rekordsumme ein / ASB hilft damit Sterbenskranken

15.05.2018

Für den SV Pepelow hat die Gemeinde rund 40 000 Euro in neue Sanitäranlagen investiert.

15.05.2018
Anzeige