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Bad Doberan Doberan streitet um neuen Rewe
Mecklenburg Bad Doberan Doberan streitet um neuen Rewe
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00:01 19.10.2017
Bad Doberan

Soll es in Bad Doberan künftig einen Rewe-Markt geben – und vor allem: an welchem Standort? Darüber redeten sich am Dienstagabend Ausschuss-Mitglieder, Vertreter der Stadtverwaltung und potenzielle Investoren die Köpfe heiß. Denn die Newtown Projektentwicklungsgesellschaft um Geschäftsführer Heiko Anker möchte an der Nienhäger Chaussee einen sogenannten „Vollsortimenter“ bauen – auf insgesamt 1800 Quadratmetern. „Dafür gibt es an diesem Standort ein großes Kaufkraftpotenzial“, sagte Mathias Tetzlaff, Projektbearbeiter beim Gutachterbüro „Stadt und Handel“. „Zudem wird im Doberaner Einzelhandelskonzept die Ansiedlung eines Lebensmittel-Vollsortimenters empfohlen.“

Vorhaben an der Nienhäger Chaussee erntet Kritik / Stadt muss Bebauungsplan ändern

5 Discounter

gibt es bereits in

Bad Doberan – dazu kommt ein Supermarkt.

Allein an der Nienhäger Chaussee haben sich zwei große

Lebensmittel-Händler angesiedelt – ein dritter ist in der Schwebe.

70 Prozent

des Mischgebietes sind bereits durch eine

Einzelhandelsnutzung belegt.

1800 Quadratmeter groß soll die

Gesamtverkaufsfläche des geplanten

Rewe-Marktes sein.

Aufgrund fehlender Alternativen in der Innenstadt sei der Standort an der Nienhäger Chaussee nahezu alternativlos, so Tetzlaff: „Wir sehen mit Blick auf den Edeka-Markt im Gewerbegebiet ,Am Walkmüller Holz’ auch keinen Verdrängungswettbewerb – bei gut 12000 Einwohnern sind zwei Supermärkte völlig normal.“

Kritik an zu viel und zu großem Gewerbe

Er sei über die Ausführungen „ein bisschen verwundert“, sagte Jochen Arenz, Vorsitzender im Tourismusausschuss: „Wir haben uns auch mit Blick auf unser Einzelhandelskonzept ganz bewusst dazu entschieden, eine weitere mögliche Gewerbeansiedlung an der Nienhäger Chaussee auf 800 Quadratmeter zu begrenzen – und jetzt kommen Sie mit 1800 Quadratmetern. Das wollen wir hier nicht.“

Auch sie könne nicht verstehen, „warum so ein Vorschlag jetzt wieder auf den Tisch kommt“, erklärte Ausschuss-Kollegin Karin Schwede: „Wir hatten das Thema doch eigentlich schon ad acta gelegt – noch einen Supermarkt brauchen wir hier nicht.“Ganz so einfach sei die Sache nicht, entgegnete Heiko Anker: „Am Mühlenfließ zwischen dem geplanten Standort und dem nördlich gelegenen Penny besteht bereits Baurecht für einen Markt mit Waren aller Art über 700 Quadratmeter – wir haben vor, auf dieses Baurecht im Zuge des Rewe-Neubaus zu verzichten.“ Im Gegenzug würden diese 700 Quadratmeter auf die aktuell vorhandenen 1100 Quadratmeter (Getränkemarkt, Laden für Angelzubehör und Küchengeschäft) draufgeschlagen. „Die bereits genehmigte Gesamtverkaufsfläche erhöht sich demnach nicht “, erklärte der potenzielle Investor. Sollte der Supermarkt tatsächlich gebaut werden, würden die noch vorhandenen Geschäfte ausziehen, so Anker.

Supermarkt als mögliches

Plus für Wohnumfeld

Für Arenz waren das offenbar keine überzeugenden Argumente: „Wir haben hier bereits zwei Discounter dicht nebeneinander, ein dritter ist in der Schwebe – wenn jetzt noch ein vierter dazu kommt, müssen wir die Stadt langsam in ,Supermarkt Bad Doberan’ umbenennen.“ Er könne sich an diesem Standort etwa ein Geschäft mit Haushaltswaren oder einen Elektro-Fachmarkt vorstellen, so Arenz: „Wenn Sie uns mit so einem Konzept kommen, haben Sie uns alle auf Ihrer Seite.“ Discounter und Vollsortimenter könne man nicht in einen Topf werfen, meinte dagegen Tillmann Hahn, Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt: „Ein Rewe würde gut zum neu entstandenen Wohnumfeld passen – im Moment fahren doch viele Leute aus Doberan weg, um etwa bei Real in Sievershagen einzukaufen.“ Darüber hinaus könne er auch keine negative Auswirkungen für den Edeka-Markt erkennen, so Hahn: „Im Gegenteil – Konkurrenz kann doch das Geschäft beleben.“

Bebauungsplan muss

geändert werden

Bei aller theoretischer Vorplanung – zunächst müsse ohnehin ganz praktisch der Bebauungsplan für das Gebiet an der Nienhäger Chaussee geändert werden, machte Joachim Seehaus deutlich: „Denn ein ursprünglich ausgewiesenes Mischgebiet haben wir hier schon lange nicht mehr.“ Per Definition dienen diese Gebiete „dem Wohnen und der Unterbringung von Gewerbebetrieben, die das Wohnen nicht wesentlich stören“. Aktuell sind aber bereits rund 70 Prozent des Mischgebietes durch eine Einzelhandelsnutzung belegt.

„Wir müssen hier was tun“, sagte auch Doberans Bauamtsleiter Norbert Sass. „Die jetzige Situation ist unglücklich.“ Mischgebiete würden immer auch „ein gewisses Chaos“ bedeuten, erklärte Sass:

„Der Landkreis kann in gewisser Weise über unsere Köpfe hinweg entscheiden, was dort passiert und was nicht.“Die Stadt wolle jetzt mit dem entwickelten Einzelhandelskonzept arbeiten: „Danach macht zwar ein zweiter Vollsortimenter für Bad Doberan Sinn – an welchem Standort, ist aber eine ganz andere Frage.“ Hier sei man am Anfang eines Denkprozesses, machte Sass deutlich: „Für das Gebiet an der Nienhäger Chaussee würde ich aber empfehlen, künftig das Wohnen in den Vordergrund zu stellen.“

Zunächst sei es darum gegangen, das vom Investor avisierte Nutzungskonzept öffentlich vorzustellen, erklärte Joachim Seehaus. Wie es jetzt konkret weitergeht, soll in künftigen Ausschüssen beraten werden.

Lennart Plottke

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