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Bad Doberan Doberaner Lehrerchor singt seit 1984
Mecklenburg Bad Doberan Doberaner Lehrerchor singt seit 1984
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00:39 27.04.2018
Horst und Rosemarie Schirmer, Marlies Holst, Brigitta Becker und Hannelore Kurreck sangen einst mit Ivan Rebroff in Rostock.

Alles begann mit einer Bitte an Horst Schirmer. Der Pädagoge für Musik und Geschichte sollte für die Doberaner Festveranstaltung 1984 zum 35.

Jahrestag der DDR einen Lehrerchor präsentieren. „Danach wollten wir unbedingt weitermachen“, sagt Marlies Holst, die dem Chor seitdem die Treue hält. „Unsere Proben finden seitdem dienstags um 19 Uhr gut eineinhalb Stunden in der Aula des Gymnasiums statt“, erklärt Marlies Holst.

Horst Schirmer blieb über all die Jahre Chorleiter: „Es muss bei uns nicht jeder ein Solist sein. Das wäre auch nicht gut und ergäbe einen gekünstelten Gesang, die Stimmfarbe würde fehlen“, sagt der Doberaner. „So klingt unser Chor runder und weicher als Profichöre. Das macht auch die Klangfarbe und Schönheit aus.“

Die erste Chorkleidung war selbst genäht: Graue Röcke, die später farbigen wichen. Heute tragen die Damen Schwarz und einen lachsfarbenen Schal, die Männer weinrote Jacketts. Bis zur Wende zählte der Lehrerchor um die 30 Mitglieder und bestand zu 95 Prozent aus Lehrern. Danach öffnete sich der Chor auch für andere Berufssparten, behielt aber den Namen bei. Mittlerweile singen sich 50 Stimmen in die Herzen ihrer Zuhörer. „Sogar unser einstiger Busfahrer, der uns auf den Reisen begleitete, ist mit seiner Frau dabei“, freut sich Schirmer.

Einen stimmlichen Einstellungstest gab es noch nie. Mitmachen kann, „wer Freude am singen hat“, sagt Brigitta Becker. „Qualität kommt durch üben“, meint Marlies Holst. „Wir achten uns und sind eine eingeschworene Truppe“, betont Horst Schirmer. „Dennoch, wir werden nicht jünger und heißen gerne neue Mitglieder willkommen.“ Die Sänger sind im Alter von 60 Plus. Sie beherrschen mindestens 200 Lieder – vom nationalen und internationalen Volkslied, über Klassik, bis hin zu modernem Liedgut. „Unvergessen ist unser Auftritt 1998 mit dem 2008 verstorbenen Sänger Ivan Rebroff. Stundenlang mussten wir einen Akkord halten. Aber es war schon ein tolles Erlebnis“, so Horst Schirmer.

„Unser Chorleiter legt Wert auf Gemeinschaft“, sagt Hannelore Kurreck. Regelmäßig geht der Chor deshalb auf Reisen in Verbindung mit einem Konzert vor Ort. „Die erste führte ins Erzgebirge, wir wohnten wir in einer Jugendherberge“, sagt Schirmer mit einem Schmunzeln, denn in Doppelstockbetten schlafen, wie dort, würde heute niemand mehr wollen.

Nach der Wende fand sich dem „Musikverein Bad Schwartau“ für ein Partnerchor für die Doberaner Sänger. „Im Januar 1990 sind mein Mann und ich mit dem Trabbi zum Kontakte knüpfen nach Bad Schwartau gefahren“, erinnert sich Rosemarie Schirmer. „Im März gaben sie Bad Schwartauer ihr erstes Konzert bei uns. Wir brachten sie privat unter. Seitdem sehen wir uns mindestens einmal im Jahr.“ In diesem Jahr nimmt der Lehrerchor am 2. Juni an der Festveranstaltung „115 Jahre Musikverein“ in Bad Schwartau teil.

„Wir sind die dienstälteste Gemeinschaft. Daraus sind richtige Freundschaften gewachsen. Entscheidend ist, dass dies auch von der Stadt Doberan bemerkt wird“, sagt Horst Schirmer, denn Bad Schwartau ist schließlich die Partnerstadt von Bad Doberan. „Es ist ja nicht nur unser ehrenamtliches Hobby, sondern wir vertreten überall wo wir singen, auch Doberan.“

So gibt der Chor gemeinsam mit den Reriker Heulbojen, deren künstlerischer Leiter seit 2007 Schirmer ist, auch Benefizkonzerte für die Doberaner evangelisch-lutherische Kirchgemeinde und den Blinden- und Sehbehindertenverband.

Horst Schirmer stammt aus einer musisch geprägten Familie in Sachsen-Anhalt und kam zum Studium nach Rostock „in die große weite Welt. Kaum 22 Jahre jung. „ Als er an der Erweiterten Oberschule in Bad Doberan zu unterrichten begann, war er nur vier Jahre älter als die Abiturienten.

Horst Schirmer stehen im Vorstand des Lehrerchores Gernot Trögler und Astrid Filbrich zur Seite. Horst Hofmann unterstützt ihn im künstlerischen Bereich.

Chorproben: Dienstag, 19 Uhr, Aula des Friderico-Francisceum

Sabine Hügelland

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