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Bad Doberan Verständigungsschwierigkeiten überwunden
Mecklenburg Bad Doberan Verständigungsschwierigkeiten überwunden
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14:00 18.01.2019
Hans Feldmann ist mit 87 Jahren der älteste männliche Bewohner Russows. Zusammen it seinen Eltern kam er im Alter von drei Jahren aus Oberschlesien hierher. Quelle: Werner Geske
Russow

Hans Feldmann ist mit 87 Jahren der älteste männliche Einwohner Russows. Und auch, was die Zeit anbetrifft, die er in Roggow und Russow verbracht hat, kann sich kaum noch einer mit ihm messen. „Ich war drei Jahre alt, als meine Eltern mit meinen beiden Geschwistern und mir aus Oberschlesien nach Roggow kamen und eine Arbeit als Schnitter auf dem Gut annahmen.“ Die Feldmanns machten sich in kurzer Zeit mit fleißiger Arbeit einen guten Namen „ Weil mein Vater sehr geschätzt war, durfte er schon bald ein Pferdegespann führen und meine Mutter wurde aufgrund ihrer Kochkünste an in die Gutsküche geholt“, sagt Hans Feldmann. Er selbst wurde schnell in den Kreis der Dorfkinder aufgenommen. Und von ihnen lernte er ruck, zuck Platt zu schnacken. Eine Gabe, die es ihm leicht machte, mit den Gleichaltrigen zu spielen, die jedoch daheim zu Verständigungsschwierigkeiten führte, weil, „bei uns nur Hochdeutsch gesprochen wurde.“

Für Lebensmittelkarten: Arbeit in der Landwirtschaft

Das Mecklenburger Platt ist dem alten Herrn bis auf den heutigen Tag lieb und teuer geblieben. Deshalb trauert er der Zeit nach, da es auch in Russow auf der Straße und über den Gartenzaun gesprochen wurde. „Die niederdeutsche Sprache hat den Menschen nach 1945 in schweren Zeiten viel Halt und das Gefühl der Zusammengehörigkeit gegeben“, meint Feldmann. Den konnte auch seine Familie gebrauchen. „Vater in Russland gefallen, Mutter allein mit uns Kindern, da musste ich mit ran, um uns durch die Notzeiten zu bringen“, denkt er zurück. Er nahm eine Lehre als Sattler und Polsterer in Neubukow auf, musste sie aber abbrechen, weil ihm dort keine Lebensmittelkarte zustand. Diese war jedoch überlebenswichtig für Mutter Feldmann und ihre drei Kinder. So begann er in der Landwirtschaft zu arbeiten, erhielt Arbeit in der Maschinen-Traktoren-Station, wechselte später zur neugebildeten Roggower Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft und als die in der großen LPG „HellbachNeubukow aufging, saß er dort auf dem Mähdrescher oder lenkte Kräne.

Anfang der 1950er Jahre begegnete er Charlotte (heute 90), einem Flüchtlingsmädchen aus Ostpreußen. 1953 wurde geheiratet und im selben Jahr stellte sich das erste Kind ein – eine Tochter. 1956 und 1958 folgten die Söhne. Inzwischen sind Charlotte und Hans Feldmann fünffache Groß- und fünffache Urgroßeltern. Sie alle waren dabei, als das Ehepaar 2018 seinen 65. Hochzeitstag „groß“ feierte. Ein Tag, bei dem auch an so manch heute Kurioses erinnert wurde. Zum Beispiel daran, dass „Charlotte zu DDR-Zeiten im Auftrag des Volkseigenen Erfassungs- und Aufkaufbetriebes als Ortseieraufkäuferin“ tätig war. Damals stapelten sich die Eierpackungen und die Säcke mit Getreide, das an die Hühnerhalter ausgegeben wurde, in der Veranda des Feldmann-Hauses, das früher mal die Dorfschule war.

Werner Geske

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