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Bad Doberan Drei Brocken will Karl noch stemmen
Mecklenburg Bad Doberan Drei Brocken will Karl noch stemmen
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00:01 03.06.2017
Kühlungsborn

Rainer Karl (65, parteilos) ist seit dem 1. Januar 2002 Bürgermeister von Kühlungsborn. Mit dem Silvestertag 2017 endet seine zweite Amtszeit. Er geht dann in den Ruhestand.

„Drei große Themen möchte ich noch zum Abschluss bringen.“Rainer Karl Bürgermeister

Fast auf den Tag genau sind es jetzt nur noch sieben Monate, bis Sie aus dem Amt scheiden. Entspanntes Warten auf den Ruhestand?

Rainer Karl: So ziemlich das Gegenteil ist richtig. Ich möchte – nein, ich muss, weil die Zeit drängt – gemeinsam mit der Stadtvertretung und dem Team im Rathaus bis Jahresende noch drei wichtige Dinge auf den Weg bringen, die für die künftige Entwicklung unseres Ostseebades zukunftsweisend sind.

Was drängt denn so sehr?

Wir müssen bis Jahresende endlich ein praktikables Verkehrskonzept und eine neue Konzeption zur Bewirtschaftung des Strandes beschließen. Und erstmalig haben wir die touristischen Dienstleistungen wie Tourismusmarketing und Organisation der Veranstaltungen, die bisher quasi in einem Automatismus – nach Bewilligung des notwendigen Geldes durch die Stadtvertretung – von der Touristik Service Kühlungsborn GmbH (TSK) erledigt wurden, ausgeschrieben. Das Vergabeverfahren muss bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

An einem Verkehrskonzept für das Ostseebad wird doch schon so lange gearbeitet, wie es Nachwende-Kühlungsborn gibt. Bisher immer mit nur mäßigem Erfolg. . .

Wir müssen hier endlich den Durchbruch schaffen, sonst fällt uns das alles auf die Füße. Wenigstens 16000 ausgebuchte Gästebetten in den Sommermonaten, dazu Tausende Tagesgäste – wir müssen die Verkehrsströme endlich wirksam regulieren. Und die immer heftiger werdenden Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern, vor allem entlang des langen Rad- und Gehweges am Strandwaldstreifen an der Ostseeallee, entschärfen.

Welche Überlegungen gibt es?

Auffangparkplätze und Shuttleverkehr an den Ortseingängen sind ein Denkansatz. Die untere Strandstraße könnte, zumindestens in den Sommermonaten, zur Fußgängerzone werden. In der schmalen Ostseeallee wird über Richtungsverkehr nachgedacht. Alles Maßnahmen, die Entlastung bringen würden, von denen sich aber auch Anlieger beeinträchtig fühlen werden. Da gibt es einiges Konfliktpotenzial.

Konflikte wird es wohl auch am Strand geben. Warum eigentlich dort etwas ändern, was augenscheinlich funktioniert?

Scheinbar funktioniert. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt – es hat am Strand das Sagen – verlangt von uns, dass bis zur Saison 2019 fast alle Strandkorbvermieter-Hütten aus den Dünen verschwinden müssen. Es soll mobile Häuschen am Strand geben. Touristiker möchten einen Event-Strand zwischen Seebrücke und Hafen für größere Veranstaltungen mit modern ausgebauter technischer Infrastruktur haben, Gastronomen träumen von Strand-Lounges. Wenn das alles kommt, werden wohl einige Hundert der jetzt 2000 Strandkörbe weichen müssen. Hier werden wir Kompromisse finden müssen.

Gleich noch mal: Warum etwas ändern, das funktioniert? Die TSK, die in Kühlungsborn die Kernaufgaben der städtischen Kurverwaltung erledigt, macht doch – so sagen viele – einen guten Job. Warum die Leistungen ausschreiben mit dem Risiko, dass ein Fremder von außen, den hier keiner kennt, den Zuschlag bekommt?

Klingt plausibel, funktioniert so aber aus rechtlichen Gründen nicht mehr. Die TSK erhielt bisher zur Erledigung ihrer Aufgaben jährlich durch die Stadtvertretung bis zu 1,5 Millionen Euro bewilligt.

Öffentliches Geld aus Steuermitteln, das ohne Ausschreibungsverfahren, bei dem der beste Anbieter gesucht wird, an einen privatwirtschaftlich organisierten Betrieb durchgereicht wurde. Wir hatten bisher Glück, dass sich niemand daran gestoßen hat. Aber so ging es wirklich nicht mehr weiter. Die TSK ist jetzt am Zug, ein gutes Angebot zu machen.

Interview: Lutz Werner

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