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Bad Doberan Drive-in in Doberan: Arznei direkt ins Auto
Mecklenburg Bad Doberan Drive-in in Doberan: Arznei direkt ins Auto
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00:21 10.01.2015
Mitarbeiterin Manuela Feldmann bedient Claudia Böckmann am Apotheken-Autoschalter. Quelle: Jens Wagner

Es sieht aus wie bei Burger King und McDonald‘s: In Doberan gibt es seit einigen Tagen die erste Drive-in-Apotheke des Landes. Und der Schalter für Autos an der Hauswand der Allee-Apotheke in der Dammchaussee ist tatsächlich auch der gleiche, wie bei den bekannten Fast-FoodKetten. Nur gibt es an ihm keine Burger oder Pommes, sondern Schmerztabletten oder Nasentropfen. Apotheken-Inhaberin Sabine Grundner möchte ihre neueste Errungenschaft aber lieber Autoschalter nennen. Schon wegen der vielen älteren Patienten, sagt die Chefin von 16 Mitarbeiterinnen und zwei Fahrern.

In MV ist es die erste Apotheke, bei der Medikamente bequem vom Autositz aus abgeholt werden können. „Es gibt bei uns und bei der Apothekerkammer des Landes keine Erkenntnisse dazu, ob es neben der Apotheke in Bad-Doberan weitere mit einem Autoschalter gibt“, sagt Johannes Müller, Abteilungsleiter im Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus). Roswitha Harms aus Steffenshagen findet den Schalter sehr gut. Sie will ihn künftig auch öfter nutzen. „Ich muss oft Medikamente für meine Eltern holen“, sagt sie. Sie freut sich besonders, dass dadurch die mühevolle Suche nach einem Parkplatz wegfällt. Auch Pflegedienste sind begeistert. „Die Idee für einen Autoschalter hatte ich schon früher“, erzählt Sabine Grundner. „Für einen weiteren Arbeitsplatz und wegen der Parkplatzsituation“, begründet sie.

Die Apotheke erhielt im vergangenen Jahr einen Anbau mit 46 Quadratmetern Fläche. Nicht nur der Schalterraum fand darin Platz, sondern auch ein Lager mit einem Arzneimittelautomaten. Wie ein Roboter fährt der die Regale entlang, holt per Transportarm die benötigten Medikamente heraus und schiebt sie durch Luken zu den Mitarbeiterinnen. Eingerichtet wurde im Anbau auch ein weiterer Arbeitsplatz, ein Lagerraum für so genanntes Inkontinenz-Material und ein Blisterraum, in dem Tabletten für Awo-Einrichtungen in Kröpelin verpackt werden.

Der Anbau der Apotheke ist nur eine Veränderung am Ärztehaus in der Dammchaussee, erklärt Projektentwickler Dr. Günter Metelmann, der das Objekt seit 2002 betreut. Seit des Eigentümerwechsels des Ärztehauses im September 2012 sei die Besitzgesellschaft aus der Unternehmensgruppe REO bemüht, den Investitionsstau abzubauen, betont Metelmann. Im Jahre 2013 wurde die Fassade für 50000 Euro erneuert und von April bis November 2014 sind insgesamt vom Haus-Eigentümer und der Apotheken-Inhaberin 200000 Euro für Sanierung und Aufwertung des Hauses investiert worden.

Neben dem Erweiterungsbau der Apotheke zählen dazu der Abriss des alten Trafohauses, die Umgestaltung des Parkplatzes sowie die Trockenlegung von Teilen des Sockelbereiches im Hauptgebäude. Abbruch-, Straßen- und Tiefbaufirmen gestalteten den Parkplatz hinter den Häusern Dammchaussee 28 und 30 neu. „Ziel war es, für den Autoschalter der Apotheke eine Extra-Fahrspur anzulegen“, sagt Dr. Metelmann.

„Gleichzeitig wurden sechs weitere Stellflächen geschaffen. Damit einher geht eine Veränderung der bisher gewohnten Fahrwege zu den hinter dem Ärztehaus stehenden beiden Wohnhäusern sowie dem Gesundheitsamt des Landkreises.“

Die Hauseigentümer-Gesellschaft plant eine weitere Entwicklung des Ärztehauses. „Dafür spricht die vorhandene Vielfalt der medizinischen Fachrichtungen unter einem Dach in Kombination mit der Radiologischen Praxis, der Apparategemeinschaft Röntgen, der Apotheke, einem Sanitätshaus und einer Physiotherapiepraxis sowie die vollständige Vermietung des Hauptgebäudes“, sagt der Projektentwickler. Elf Arztpraxen und die Radiologische Praxis haben im Haus ihr Domizil. Das kleinere Gebäude, Dammchaussee 28, das ebenfalls der REO-Unternehmensgruppe gehört, soll patientenfreundlich und behindertengerecht für weitere Ärzte umgebaut werden. Erste Interessenten gebe es bereits. „Durch den Umbau soll auf individuelle Bedürfnisse der Praxisgestaltung eingegangen werden. Das Haus wird saniert und einen Anbau mit Aufzug und Treppenaufgang erhalten.“

Medizin unter einem Dach
200000 Euro wurden im vergangenen Jahr in die Umgestaltung des Bad Doberaner Ärztehauses, Dammchaussee 30, investiert.
17 Firmen und Büros der Region waren an der Gestaltung und am Umbau im vergangenen Jahr beteiligt.
11 Arztpraxen, die Apotheke, ein Sanitätshaus, die Radiologische Praxis und ein Röntgenbereich haben im Haus ihr Domizil.
16 Mitarbeiterinnen und zwei Fahrer gehören zum Team von Sabine Grundner, Inhaberin der Allee-Apotheke.
Mit dem Schalter bieten wir mehr Service.“Sabine Grundner, Apotheken-Inhaberin



Renate Peter

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