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Edle Eier für die „Adlon“-Gäste

Bad Doberan Edle Eier für die „Adlon“-Gäste

Auf dem Gut Vorder Bollhagen (Landkreis Rostock) können Besucher hautnah erleben, woher ihr Essen kommt. Für das Konzept wurde der Betrieb auf der Grünen Woche in Berlin ausgezeichnet. Die Bio-Produkte sind begehrt - zum Beispiel im Hotel „Adlon“.

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Auf dem Gut Vorder Bollhagen halten Verwalter Johannes Lampen und seine Mitarbeiter auch Hühner.

Quelle: Cora Meyer

Bad Doberan. „In Vorder Bollhagen geht es den Tieren echt gut.“ Davon ist Gutsverwalter Johannes Lampen überzeugt – und das will er auch Besuchern vermitteln. Und die kommen nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern manchmal auch aus China. „Das Besondere bei uns ist die Vielseitigkeit.“ Auf einer Fläche von 500 Hektar werden vor allem Getreide, Raps und Kartoffeln angebaut. Hinzu kommt die ökologische Tierhaltung. Außerdem gibt es eine Streuobstwiese. Die Produkte werden im eigenen Hofladen verkauft und außerdem engagieren sich die Betreiber für den Naturschutz und bieten Führungen für Besucher an. „Dass das alles in einem Betrieb zusammenkommt ist unüblich und innovativ,“ sagt der Gutsverwalter. Für dieses Gesamtkonzept ist das Gut in diesem Jahr auf der Grünen Woche in Berlin ausgezeichnet worden – mit dem zweiten Platz im Wettbewerb „Bestes Bio“. „Das ist eine schöne Anerkennung für unsere Arbeit“, sagt Johannes Lampen.

Großes Sortiment im Hofladen

Kühe, Schafe, Gänse, Hühner, Ziegen, Honig, Kartoffeln und demnächst auch Schweine: Es gibt seinen Angaben nach keinen landwirtschaftlichen Betrieb in MV, dessen Hofladen so gut sortiert ist wie der in Vorder Bollhagen. Hier werden Fleischprodukte, Kartoffeln und Eier direkt verkauft. Seit 2009 gibt es ihn. Damals verkaufte hier eine 450-Euro-Kraft. Heute hat der Laden das ganze Jahr über geöffnet. Hier sind drei Mitarbeiter und zwei Aushilfen beschäftigt. Außerdem bildet das Gut hier einen Einzelhandelskaufmann aus. Auch im landwirtschaftlichen Betrieb werden im Sommer zwei Azubis anfangen. Insgesamt arbeiten 13 Festangestellte auf dem Gut. „Ökolandbau bedeutet eben viel Arbeit“, sagt der Gutsverwalter. Und braucht viel Platz. Zu DDR-Zeiten lebten auf dem Gut 4000 Rinder. Jetzt sind es nur noch knapp 300. Dazu kommen jetzt allerdings aber2004 hat der Betrieb darauf umgestellt, 2007 gab es das nötige Zertifikat. Ein Jahr später wurde der Hof als Demonstrationsbetrieb ausgewählt, macht Öffentlichkeitsarbeit und bietet Führungen für Gruppen an. Insgesamt 200 solcher Höfe gibt es in ganz Deutschland.Organisation, Zertifikate, Einhaltung von Richtlinien für den Biolandbau: Büroarbeit macht etwa ein Drittel seiner Arbeitszeit aus, schätzt Johannes Lampen. Wenn er nicht am Schreibtisch sitzt hilft er aus, wo er gerade gebraucht wird. Im Kuhstall, im Hofladen auf dem Feld.

Bio-Produkte gehen bis nach Berlin

Etwa ein Drittel der täglichen Eierproduktion geht in die Hauptstadt ins Hotel Adlon: Die 1800 Frühstückseier für die Gäste stammen aus Vorder Bollhagen. Und in den Restaurants China Club und im India Club stehen Geflügel und Lamm aus dem Landkreis Rostock auf der Speisekarte. „Nur mit den einheimischen Gastronomen kommen wir nicht weiter“, sagt Johannes Lampen. „Den meisten sind unsere Produkte wohl einfach zu teuer.“ Für viele Privatleute gilt das offenbar nicht. Sie kommen nicht nur aus der Umgebung. „Wir haben Stammgäste aus dem ganzen Land.“

Zusammenarbeit mit Leibniz-Institut

Aus ganz Mecklenburg-Vorpommern stammen auch die Partner des Gutes. So werden beispielsweise die Kühe in Teterow geschlachtet. Grund: Die Vorschriften für ökologische Landwirtschaft besagen, dass auch die Schlachtung ökologisch sein muss. Außerdem arbeitet das Gut Vorder Bollhaben mit dem Leibniz-Institut für Nutztierbiologie zusammen, das hier 25 Bienenvölker zu Versuchszwecken hält. Für die Zukunft hat Johannes Lampen noch eine Menge vor. „Wir prüfen, ob die alten Gewächshäuser, die jetzt leer stehen, wieder genutzt werden sollen.“ Außerdem wird gerade ein Gebäude für Sattelschweine in Stand gesetzt. In dem es den Tieren dann hoffentlich echt gut gehen wird.

Cora Meyer

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