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Eine Straße für den Landrat: Doberan will Leuchert ehren

Bad Doberan Eine Straße für den Landrat: Doberan will Leuchert ehren

Fast 20 Jahre hat er seine ganze Kraft für Doberan und die Region eingebracht: Nun will die Stadt ihrem verstorbenen Sohn Thomas Leuchert ein Denkmal setzen.

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So k�nnte es aussehen: Bad Doberan will eine Stra�e nach dem verstorbenen Landrat Leuchert benennen.

Quelle: Andreas Meyer / Montage: Arno Zill

Bad Doberan. Geboren ist er zwar in Sachsen. In Frankenberg, um genau zu sein. Doch sein Leben und seine ganze Kraft hat er für Bad Doberan und die Region eingebracht.

Genau deshalb will die Münsterstadt den verstorbenen Landrat Thomas Leuchert posthum eine besondere Ehre erweisen: Bürgermeister Thorsten Semrau und die SPD in der Stadtvertretung wollen eine Straße nach Leuchert benennen. Welche das sein könnte, ist aber noch völlig offen.

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So k�nnte es aussehen: Bad Doberan will eine Stra�e nach dem verstorbenen Landrat Leuchert benennen.

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„Unsere Stadt hat Thomas Leuchert sehr viel zu verdanken“, sagt Semrau. Von 1994 bis zu seinem frühen und plötzlichen Tod vor knapp zwei Wochen hatte Leuchert die Geschicke der Kreisverwaltung gelenkt — zunächst im Altkreis Bad Doberan, seit 2011 dann auch im neuen Großkreis Rostock. „Er hat immer an das Wohl der Menschen gedacht, hatte ein offenes Ohr für jeden“, so Semrau.

Dass die Stadt eine Straße einer Persönlichkeit widmet, wäre in jüngster Vergangenheit eine absolute Ausnahme: Die Stadtvertretung hatte sich vor einigen Jahren geeinigt, neue Wege nur nach Pflanzen oder Tieren zu benennen. „Doch für Thomas Leuchert muss eine Ausnahme möglich sein. Er hat wie kein Zweiter den Landkreis seit der Wende geprägt“, betont der Bürgermeister. „Eine eigene Straße wäre eine würdige Ehrung und ein Zeichen, dass wir seine Leistungen niemals vergessen werden.“ Der Landrat stehe in einer Reihe mit großen Doberanern — mit Ehm Welk etwa oder Carl Theodor Severin, dem Architekten des historischen Bad Doberans.

Eine der treibenden Kräfte für eine Ehrung Leucherts ist „seine“ Partei — die SPD. „Ich fände es prima, einem so verdienten Kommunalpolitiker ein Denkmal zu setzen“, so Doberans SPD-Frontfrau Birgit Mersjann. „Wir möchten das Thema gerne in der Stadtvertretung diskutieren, eine vernünftige und angemessene Lösung finden.“

Denn wichtig ist Mersjann, dass es „nicht irgendeine“ Straße sein sollte, die nach Leuchert benannt wird. „Es muss eine Straße oder ein Platz in prädestinierter Lage sein. Vielleicht ein Weg, der nach Heiligendamm, in seinen alten Wohnort, führt.“ Rückwind bekommt die SPD von Gerlinde Heimann. Die Stadtvertreterin der Linken soll heute zur neuen Stadtpräsidentin gewählt werden: „Leuchert ist ein Sohn unserer Stadt, hat sein ganzes Leben in und für Doberan gelebt.“

Rein rechtlich wäre eine Umbenennung gar kein Problem, sagt Gerhart Kukla, Leiter des städtischen Ordnungsamtes. Ja, es habe mal die Festlegung gegeben, neue Wege nur nach Pflanzen oder Tieren zu benennen. „Aber die sollte im Fall Thomas Leuchert keine Rolle spielen“, sagt auch Kukla.

Die Umbenennung einer bereits bestehenden Straße würde für das Rathaus dennoch eine Menge Arbeit bedeuten: Amtsgericht und Katasteramt, Stadtwerke, BusUnternehmen und auch Telefon- Anbieter müssten informiert werden. Ebenso müssten alle Karten überarbeitet werden und sämtliche Anwohner neue Ausweise bekommen. Kukla hat deshalb gleich einen Vorschlag parat: „Die August- Bebel-Straße wäre ideal.“

Denn um deren Namen hatte es schon in der Wende-Zeit Diskussionen gegeben. „Und außerdem führt sie am Sitz des Landkreises vorbei, an Thomas Leucherts alter Wirkungsstätte.“ Vorteil: Es wären nur wenige Anwohner betroffen.

Leucherts langjähriger Weggefährte, Vize-Landrat Wolfgang Kraatz (ebenfalls SPD), hält die Idee, eine Straße nach seinem Freund zu benennen, für äußerst würdevoll: „Das wäre eine Wertschätzung und ein Zeichen an seine Familie, dass Thomas nicht in Vergessenheit geraten wird.“ Das, da ist Kraatz sicher, wäre auch im Sinne der Hinterbliebenen.

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Andreas Meyer

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