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Einigung geplatzt: Rettung des Stahlbades in weiter Ferne

Bad Doberan Einigung geplatzt: Rettung des Stahlbades in weiter Ferne

Investor wirft Stadt Unehrlichkeit vor – und lehnt vorgelegte Pläne ab

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Verfällt immer mehr: das alte Stahlbad an der Doberaner Bahnhofstraße.

Quelle: Foto: Lennart Plottke

Bad Doberan. Die Rettung des maroden Stahlbades in Bad Doberan droht endgültig zu scheitern. Investor David Corleis hat jetzt die jüngsten Pläne der Stadt für eine Nutzung des Areals an der Bahnhofstraße zurückgewiesen – und fährt schwere Geschütze auf: „Ich finde hier weder eine Spielhalle wieder, noch ist mein Wohnhaus abgesichert. Über das bisherige Verfahren bin ich zutiefst enttäuscht – bei mir wurde nachhaltig Vertrauen beschädigt.“

 

OZ-Bild

Dann wird eben alles weggerissen und es entsteht hier ein Wohngebiet.David Corleis Investor Stahlbad

Hintergrund: Corleis hatte das Grundstück im Herzen der Münsterstadt im September 2015 für gut 415 000 Euro ersteigert – und plante auf dem Gelände ein Drei-Sterne-Hotel mit Wellnessbereich, Restaurant und Spielhalle (die OZ berichtete). „Außerdem war mir wichtig, mein Wohnhaus im hinteren Teil des Areals zu bauen und meinen Lebensmittelpunkt nach Bad Doberan zu verlegen“, macht Corleis deutlich.

Was den Investor am meisten ärgert: „Die Aussagen, dass vonseiten der Stadt keine Einwände gegen eine Spielhalle bestehen, haben sich im Verlauf des Verfahrens als unwahr herausgestellt – erst am Ende wurde eingeräumt, dass sie politisch gar nicht gewollt ist.“ Deshalb sei es schwierig, weiter über die Entwicklung des Stahlbades zu verhandeln, so Corleis: „Ehrlichkeit ist Grundvoraussetzung für Gespräche.“

Vorwürfe, die Jochen Arenz, Stadtvertreter und Vorsitzender im Wirtschaftsausschuss, nicht nachvollziehen kann: „Als das Projekt zum ersten Mal im Ausschuss vorgestellt wurde, haben wir uns deutlich negativ zur Spielhalle positioniert.“ David Corleis hätte vor der Versteigerung eine Vorab-Bauanfrage an die Stadt stellen können, was auf dem Gelände möglich sei, sagt Arenz und stellt klar: „Eine Spielhalle dürfen wir hier gar nicht bauen – und ein Wettbüro kann kein Planungsziel für einen Bebauungsplan sein.“

Rathaus reagiert defensiv

Bürgermeister Thorsten Semrau (parteilos) wollte sich gestern noch nicht zur aktuellen Entwicklung äußern – man wolle im Rathaus zunächst eine gemeinsame Position erarbeiten, erklärte Bauamts-Chef Norbert Sass auf OZ-Nachfrage.

Im Übrigen könne man auch ohne Spielhalle oder Wettbüro viel aus dem Gelände machen, ist Jochen Arenz überzeugt. Nach den jüngsten Beschlüssen der Stadtvertreter sollen die denkmalgeschützten Bestandsgebäude des alten Stahlbades „im Sinne der kur- und kulturhistorisch geprägten Bedeutung des Areals entwickelt werden“.

Als Nutzungsarten sehen die Pläne hier unter Erhalt der historischen Gebäude-Formen etwa ein Hotel, Gastronomie, ein Sondergebiet für Sport und Freizeit sowie – als neuen Punkt – Anlagen für gesundheitliche Zwecke vor.

David Corleis fühlt sich indes an der Nase herumgeführt: „Ich musste mir immer wieder Vorbehalte bezüglich meiner Planungen bis hin zu der Frage nach Bordellen und meiner Seriosität gefallen lassen – da fällt es mir schwer, in weitere konstruktive Gespräche einzusteigen.“

Ihm gehe es jetzt nicht mehr um eine Spielhalle, erklärt Corleis: „Und auch den Traum vom Eigenheim habe ich ad acta gelegt.“ Vielmehr müsse geklärt werden, ob die historische Fassade des Stahlbades noch gerettet werden kann und was künftig auf dem Grundstück passieren soll. „Dazu müssen sich aber Bürgermeister und Stadtvertreter eine einvernehmliche Position schaffen – nur das kann die Basis für weitere Gespräche sein.“

Investor droht mit Rückzug

Sollten diese Positionen geklärt sein, schlage er einen Arbeitskreis vor, in dem weitere Konzepte entwickelt werden könnten, sagt David Corleis: „Es muss aber klar sein, dass ein erneuter Vertrauensbruch die endgültige Beendigung der Gespräche zur Folge haben würde.“

Und dann? „Wird eben alles weggerissen und es entsteht hier ein Wohngebiet“, zeichnet der Investor den extremsten Fall vor. An einen Verkauf des „Filetstücks“ denke er jedenfalls nicht, stellt Corleis klar: „Ich habe hier schon eine halbe Million Euro reingesteckt. Egal, wie das Gelände künftig genutzt wird – ich kann auf jeden Fall Geld damit verdienen . . .“

Lennart Plottke und Anja Levien

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