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Bad Doberan Empor-Spieler am Blech
Mecklenburg Bad Doberan Empor-Spieler am Blech
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00:00 02.12.2017
Bad Doberan

Handballspieler Jakub Zboril nimmt Gabel und Löffel in die Hand, greift mit diesen das Fruchtbällchen, tunkt es in die flüssige Schokolade. Danach kommt das Weihnachtsgebäck aufs Blech. Zusammen mit sieben weiteren Spielern aus der Drittliga- sowie Nachwuchsmannschaft des HC Empor hat der 22-Jährige gestern in der Lehrküche des Moorbades Bad Doberan Plätzchen gebacken. Grund dafür ist eine neue Kooperation der Rehabilitationsklinik mit der AOK Nordost und dem HC Empor. Die drei Partner wollen gemeinsam noch intensiver für die Themen Ernährung, Sport und Bewegung werben.

Dabei gehe es vor allem um Prävention. Wer sich bewege und gesund ernähre, könne später – vor allem im Leistungssport – Verletzungen vermeiden, sagt Rainer Grimm, Direktor der Dr. Ebel Fachkliniken Moorbad Bad Doberan. Das Moorbad bringe in die Kooperation unter anderem kompetente Ernährungsberater, Psychologen, Physiotherapeuten und Ärzte mit ein.

Die Kooperation bezieht sich nicht nur auf die erste Mannschaft, sondern auf den gesamten Verein, dessen 350 Mitglieder zum Großteil in den Nachwuchsmannschaften trainieren. „Wenn man Leistungssportler ist und man sich dann falsch ernährt, kommen die Verletzungen“, sagt Stephan Stübe, Geschäftsführer des HC Empor. Deswegen sei es wichtig, dass auch die jungen Menschen, die an den Leistungssport herangeführt werden, sich richtig ernähren und medizinisch vernünftig begleitet werden. Das sieht auch Juri Schlünz von der AOK Nordost so: „Unser Anliegen ist es, insbesondere Kinder und Jugendliche über eine gesunde Lebensweise zu informieren und Möglichkeiten aufzuzeigen, seinen eigenen Gesundheitszustand positiv zu beeinflussen.“

Im kommenden Jahr sind mehrere Aktionen geplant. Unter anderem soll das Thema Stress und Belastung im Spannungsfeld zwischen Schule und Sport behandelt werden. „Die Spieler sind im Hochleistungsstress – im Spiel und in der Schule“, sagt Stephan Stübe. „Uns liegt gerade im Nachwuchs die Verknüpfung von Schule, Ausbildung, Studium, Leistungssport und Freizeitgestaltung sehr am Herzen.“

Bei den Aktionen gehe es nicht um den erhobenen Zeigefinger, sondern um Spaß und Freude an einer ausgewogenen Ernährung und viel gemeinsamer Bewegung, stellt Juri Schlünz, ehemaliger Trainer und Spielerlegende des FC Hansa Rostock, klar.

Spaß hatten die Handballspieler beim Plätzchenbacken auf jeden Fall. Früchtebällchen, Dinkel-Aprikosen-Plätzchen, Limetten-Hafer-Wölkchen, Haferflocken-Makronen und Bratapfel mit getrockneten Früchten bereiteten die Sportler zusammen mit den Diätassistentinnen des Moorbades zu. Denn gestern stand das Thema Ernährung im Fokus.

„Die Sportler sind sehr motiviert, und wir haben sie angeregt, zu Hause weiterzumachen“, sagt Martina Rüsch und zeigt Efthymios Iliopoulos, wie die Schokolade an die Fruchtbällchen kommt. Aber ist Schokolade denn gesund? „Die Fruchtbällchen enthalten keinen Zucker, nur den aus den Früchten“, erläutert Maria Lange. „Die Schokolade ist das Schmankerl. Es soll ja eine Süßigkeit bleiben.“

Torwart Paul Porath backt bei seinen Eltern regelmäßig Plätzchen. Da kommen vor allem Zimtsterne und Makronen in den Ofen. Heute will der 21-Jährige bei sich backen. „Ich bin der Teigroller und designe am Ende, damit sie gut aussehen“, sagt der 21-Jährige. Auch Lasse Goldschmidt backt zu Hause Plätzchen. „Wir backen Vanillekipferl, Kokosmakronen und andere Plätzchen. Wie wir heute gelernt haben, geht das auch gesund“, sagt er und lacht.

Max Neumann und Bruno Ben Dobbert aus der Jugendmannschaft haben die Bratäpfel zubereitet. „Das war mal was anderes. Wir waren nicht in der Halle, sondern in der Küche“, sagt der 15-Jährige.

Die nächste Aktion der drei Partner findet am 15. Januar statt. Dann spielt die deutsche Handballmannschaft bei der Europameisterschaft gegen Slowenien. Im Moorbad Bad Doberan soll vor dem Public Viewing ein Sporttalk zum Thema Bewegung stattfinden.

Anja Levien

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