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Bad Doberan Energie-Revolution aus Rostock Willpower sorgt weltweit mit
Mecklenburg Bad Doberan Energie-Revolution aus Rostock Willpower sorgt weltweit mit
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12:05 05.03.2018
Die Rostocker Technologie könnte Erdöl und -gas überflüssig machen. Christian Pegel (SPD) Energieminister
Rostock

Eine Rostocker Firma steht kurz davor, die weltweite Energieversorgung zu revolutionieren: Das Unternehmen Willpower Energy hat eine Technik entwickelt, mit der klimaschädliches Kohlenstoffdioxid (CO2) aus der Umgebungsluft gefiltet und in „Brennstoff“ für Heizungen verwandelt werden kann – einsetzbar in jedem Einfamilienhaus. Die Entwickler aus der Hansestadt sind dafür nun sogar vom renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston ausgezeichnet worden. Ende 2019 soll die Technik reif für den Weltmarkt sein.

Elite-Uni zeichnet Idee aus Das MIT zählt zu den wichtigsten Elite-Universitäten weltweit und brachte bereits 51 Nobelpreis-Träger hervor. Nun sorgt dort aber eine Idee aus MV für Aufsehen: „Wir arbeiten daran, jedes Haus unabhängig von Erdöl und -gas zu machen“, sagt Willpower- Sprecherin Uta Hermes. Das Prinzip: Einfamilienhäuser, die ihren eigenen Sonnenstrom produzieren, speisen ihre Überschüsse bisher gegen eine kleine Vergütung ins Netz ein. Im Winter aber müssen sie den Strom einkaufen. Mit der Technik von Willpower soll der Überschuss aber genutzt werden, um „Vorräte“ anzulegen: „Unsere Anlage filtert CO

2 aus der Außenluft, mit Hilfe des überschüssigen, grünen Stroms und speziellen Enzymen wandeln wir das schädliche Gas in Methanol um – Brennstoff“, so Uta Hermes. Das Methanol wird in Tanks gespeichert und kann im Winter zur Wärme oder Stromerzeugung wieder verbrannt werden. „Wir reduzieren CO2 und machen daraus neue, saubere Energie. Das Ziel ist es, dass sich jeder Haushalt künftig 365 Tage im Jahr völlig autark versorgen kann.“

Die Europäische Union unterstützt die junge Firma bereits mit 2,5 Millionen Euro Forschungsmitteln. Zusammen mit dem Energieriesen Innogy, einer Tochter von RWE, wurde in Essen bereits eine Pilotanlage in Betrieb genommen. In Schwerin will Willpower nun mit der Schelfbauhütte ein Muster- Quartier mit der Technik ausrüsten. Energieminister Christian Pegel (SPD) schwärmt von der Rostocker Idee: „Sie könnte eines Tages fossile Brennstoffe wie Öl und Gas komplett ersetzen.“ Und weiter: „Der innovative Ansatz der Rostocker zeigt auf, wie wichtig die Umstellung auf grünen Strom ist.“

MV wird Hightech-Land Willpower ist aber nicht das einzige Unternehmen aus dem Nordosten, das derzeit für Furore sorgt: MV entwickelt sich vom Urlaubs- zum Hightech- Land. „Auf den ersten Blick scheint bei uns im Land nicht viel zu passieren. Doch es gibt eine Menge Firmen, deren Innovationen ,made in MV’ gerade weltweit von sich reden machen“, sagt Ralph Schipke vom Landesportal Gründer-MV.de. Von Rostock aus will zum Beispiel die Firma DEJ Technology Supermärkte, Museen und Flughäfen auf allen Kontinenten erobern: Das Unternehmen bietet unter der Marke „Koopango“ Navigationssysteme für drinnen an. Die Technik soll Kunden helfen, sich besser in Supermärkten zu orientieren – und ihnen die neuesten Angebote zu präsentieren. Das System könnte aber auch als „digitaler Museumsführer“ zum Einsatz kommen. Ebenfalls weit über die Landesgrenzen hinaus macht derzeit die Greifswalder Firma Coldplasmatech von sich reden. Sie hat Pflaster aus kaltem Plasma entwickelt, die Wunden heilen sollen, für die es bisher keine Heilung gab. „In der Medizin ist das eine große Nummer“, so Schipke. Da wäre aber auch Aquacopa in Teterow. Das Unternehmen züchtet im großen Stil Plankton – als Futter für Aquakulturen. Ein Beitrag, um den Hunger der wachsenden Weltbevölkerung zu stillen. Die NewEnerday GmbH aus Neubrandenburg hat mobile Brennstoffzellen entwickelt. Schipke: „Diese Firma aus MV bringt Strom überall dort hin, wo es keine Leitungen gibt: In die Wildnis Kanadas oder Sibiriens, in Krisen- oder Katastrophengebiete.“

Land fördert mit Millionen Der Erfolg von Willpower & Co. soll aber nur der Anfang sein: Die Hansestadt plant am Groten Pohl in der Südstadt ein neues Zentrum für Unternehmensgründer aus der Hightech-Branche. Und auch das Land will Erfindern den Weg ebnen: Das Wirtschaftsministerium und die Europäische Union stellen beispielsweise bis 2020 zehn Millionen Euro als Startkapital für innovative Firmen bereit, sagt Ministeriumssprecher Gunnar Bauer.

Andreas Meyer

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