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Eurawasser lockt die Stadt mit 500-Millionen-Nachlass

Rostock Eurawasser lockt die Stadt mit 500-Millionen-Nachlass

Vorschlag: Bei Investitionen ins Leitungsnetz könnte viel Geld gespart werden. Fraktionen der Bürgerschaft stehen weiter zur Kündigung.

Rostock. Eurawasser Nord legt nach: Nachdem die Rostocker Bürgerschaft Anfang März mit großer Mehrheit eine Kündigung des Vertrages zur Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung ab 2018 beschloss, wirbt die Betreiberfirma jetzt mit einem Nachlass von 500 Millionen Euro, die die Hansestadt in den kommenden 40, 50 Jahren bei Investitionen einsparen könnte. Die Rostocker Kommunalpolitik winkt mehrheitlich ab. „Wir haben riesige Synergieeffekte“, erklärt Eurawasser- Geschäftsführer Thomas Ronge- Leiding. In den kommenden vier bis fünf Jahrzehnten gebe es einen Investitionsbedarf von 1,2 Milliarden Euro in die Infrastruktur. Das ganze Know- how der Wasserwirtschaft sei über Eurawasser und die Firmen-Mutter Remondis verteilt, so Ronge-Leiding. Bleibe Eurawasser im Boot, könnten diese Investitionen für nur etwa 700 Millionen Euro realisiert werden. Rostock würde massiv profitieren. Bei einer Kündigung werde das Know-how nicht in der Hansestadt bleiben. Rostock müsse sich dagegen vieles aufbauen eben deutlich mehr investieren. Die Rostocker Kommunalpolitik will dennoch den Weg der kommunalen Wasserversorgung gehen. Dazu ist die Gründung einer Nordwasser GmbH geplant. Dabei dürfte es auch nach dem neuen Eurawasser-Vorstoß bleiben. „Mir liegen keine belastbaren Unterlagen vor, aus denen sich Einsparpotenzial ergibt“, erklärt Frank Giesen (CDU). Die Entscheidung gegen Eurawasser sei gefallen. Ähnlich klingt das bei Eva-Maria Kröger (Linke): „Mit hohen Investitionen kann die Stadt umgehen.“ Dies habe sie beim Einsatz von Hunderten Millionen Euro für Schulen, Straßen und Sportstätten bewiesen. „Das Angebot ist unseriös“, sagt Sybille Bachmann (Rostocker Bund). Es hätte früher und konkreter auf dem Tisch liegen müssen.

Die Grünen differenzieren: „Wir halten am Ziel einer weitgehenden Rekommunalisierung der Wasserversorgung fest“, sagt Simone Briese-Finke. Allerdings sollte die Stadt weiter mit Eurawasser reden — jetzt, da ihre Verhandlungsposition gestärkt ist. Allein die FDP will eine Fortsetzung der öffentlich-privaten Zusammenarbeit beim Wasser. „Ob es Eurawasser ist oder ein anderer, wird sich zeigen“, sagt Ulrich Seidel. Die Stadt sollte deutlich mehr Geld aus dieser Verbindung ziehen als bisher. Diese bedeutete jedoch eine Neuausschreibung der Wasserversorgung. Joachim Mangler, Frank Pubantz

 



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